Dienstag, 5. Februar 2019

WMDEDGT 2/2019

Frau Brüllen ruft auf zum fröhlichen Tagebuchbloggen. Hätte ich gewusst, dass die Verlinkung jetzt mit Bild erfolgt, hätte ich einen dramaturgisch anderen Faden gewählt, der zu einem ansprechenderem Bild als dem der Sauerkraut-Lasagne geführt hätte. Schönere Teaser-Bilder und wie immer sehr interessante Beiträge finden Sie bei Frau Brüllen.


04:00
Ich bin wach. Noch oder wieder? Ich weiß es nicht. Mir ist im Moment auch ziemlich egal, ob ich gut oder schlecht schlafe. Einen Zusammenhang dazu, ob es ein guter oder schlechter Tag wird, konnte ich bisher nicht erkennen. Im Halbschlaf lese ich eine whatsapp-Nachricht meiner Mutter, deren größte Sorge offenbar ist, dass sie heute mal nicht Golf spielen kann, sondern los muss, um ihr Thailand-Visum zu verlängern. ´Deine Sorgen will ich´…aber das behalte ich für mich. Meine Sorgen waren nie gut aufgehoben bei ihr. Ich drehe mich noch einmal um, ohne einzuschlafen.

04:45
Der Wecker klingelt und ich spule mein Programm ab: Zähneputzen, Haare kämmen, Kontaktlinsen, Gesicht waschen, Sportklamotten an und Deo. Zuletzt die Sportschuhe und schon nach 15 Minuten sitze ich auf dem Rad. Im Fitnessstudio nur die bekannten fünf bis sechs Gesichter. Am besten gelaunt ist wie immer die nette Putzhilfe. Er hält den Laden nachts beisammen, und mich würde nicht wundern, wenn er mehr über die Mitglieder wüsste als alle Trainer zusammen. Jeder einzelne wird ehrlich gefragt, wie es ihm gehe. Und spricht man ihn auf etwas an, das man sich aus einem vorherigen Gespräch gemerkt hat, erhält man ein strahlendes Lächeln. Ich wüsste so gerne, wie lange er schon in Deutschland ist. Und ob er Familie hier hat oder nur in Afrika, aber irgendwie traue ich mich das nicht zu fragen.

 
05:30
Ich bin fertig auf dem Laufband. Gehört habe ich den neuesten „The Moth“ podcast. Wie immer sehr unterschiedliche und eindrückliche Menschen, die dort erzählen.


06:00
Wieder zu Hause und fertig geduscht, muss heute mein Mann zehn Minuten früher als sonst aufstehen. Statt zur Arbeitsstelle fährt er direkt zur Messe und muss einen früheren Zug kriegen. Kurz vor 7 verlassen wir das Haus. Weil er Anzug trägt und das auf dem Rad ungünstig ist, fahre ich ihn zum Bahnhof. Anders als auf dem Weg zum Fitnessstudio merke ich jetzt erst, wie kalt und windig es ist. Wenn ich direkt aus dem Bett aufs Fahrrad plumpse, trage ich wohl noch eine Menge Bettwärme mit mir rum.

07:00
Im Büro angekommen, trinke ich einen Schluck Wasser und muss dann direkt zu den Laboranten. Der gestern so schön klingende Plan für heute ist buchstäblich ins Wasser gefallen: Im Reinraum, den wir für die Entwicklung nutzen, ist der Dampfbefeuchter ausgefallen und dies bedeutet, dass wir die notwendige Luftfeuchte heute nicht eingestellt bekommen. Also muss ein Plan B her und wie so oft wird alles dadurch beliebig kompliziert. Ärgerlich!

08:00
Am Schreibtisch zurück habe ich jetzt auch Hunger und esse mein Toast, checke und beantworte E-Mails und starte mit meiner heutigen To-Do-Liste. Mein kranker Kollege ist immer noch krank, meine Kollegin hat Urlaub. Daher bin ich mit dem Laboranten-Team alleine und entsprechend unruhig ist der Vormittag.


12:00
Mittagspause. Selbst gebackenes Brot mit Hummus und Schinken, wie immer. Das Büro ist verwaist und ich genieße die Stille. Ich lese ein wenig bei „Go Readly“ und whatsappe mit meiner Freundin.

14:00
Nach einer Weile Schreibtischarbeit ein Abstimmungemeeting mit einer Kollegin. Ein Testplan für die nächsten Wochen muss her und dann mit dem Kunden abgestimmt werden. Es ist nicht trivial und so richtig zufrieden bin ich noch nicht. 

15:00
Beim Kaffeeholen in der Küche erzählt mir ein Kollege, er mache jetzt seine Seife selbst?! Jedem der anderen 150 Mitarbeiter meiner Firma hätte ich das zugetraut, aber nicht ihm. Sachen gibt´s. 

15:30
Fräulein ReadOn
teilt meinen Link und ich werde rot.


16:30
Feierabend. Wie schön, dass es noch hell ist. Der Tag war vollgepackt, aber eher mit nervigen kleinen Themen, sodass ich gestresst aber nicht zufrieden ausgelaugt nach Hause fahre. Außerdem denke ich darüber nach, ob ich meine Sache als Führungskraft gut mache. Normalerweise kann ich mich gut damit rechtfertigen, dass es als Dreierteam nicht einfach ist, ein Team zu führen. Diese Woche aber bin ich alleine und muss mich damit auseinandersetzen, was mein ganz eigener Stil ist, und ob dieser angemessen ist.

17:15
Der Liebste weilt heute lange auf Messe. Es gibt also keinen Grund, nicht schon zu essen. Früher gegessen, früher verdaut, weniger Bauchweh beim Einschlafen. Ganz einfach. Zum Glück habe ich noch Sauerkrautlasagne übrig. Uschi hatte mich gebeten, meine Abwandlung hier zu posten, aber ich darf irgendwie nicht kommentieren. Daher hier meine Eingaben dazu:

Da ich das erste Mal Sauerkraut verarbeitet habe, habe ich mich ein wenig auf mein klassisches Lasagne-Rezept gestützt. Knobi, Rinderhack, Zwiebeln anbraten, würzen wie Uschi. Sauerkraut dazu, 300ml Brühe, köcheln lassen. Parallel Bechamelsauce mit viel Parmesan anfertigen. Hack-Kraut-Masse abwechselnd mit Nudeln und Bechamel schichten.
18:45
Offensichtlich wird es noch später als gedacht bei meinem Mann, denn erst jetzt steigt er in den Zug, wie er schreibt. Ich sortiere ein bisschen meinen Kleiderschrank, dann lese ich die ersten WMDEDGT-Beiträge bei Frau Brüllen. 


19:00
Ich hänge immer noch richtungslos im Internet, obwohl ich weiß, dass aktiveres Feierabendprogramm deutlich erholsamer wäre. Also nun: Klappe zu, noch ein paar Boxsackübungen und dann mit dem Kindle auf die Couch.







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