Donnerstag, 31. Januar 2019

Im Rädchen

Die gefühlt längsten zwanzig Minuten hatte dieser Tag heute für mich, als ich mein Auto aus einem Eispanzer befreite, dabei fast den linken Ringfinger wegen Abfrieren verlor (immer der Ringfinger!) und dann über die Beifahrertür ins Auto kletterte, weil die Fahrertür zugefroren war.

Warm wurde mir dann aber doch noch: Die erste Telko mit USA um 9 Uhr (da will uns mal wieder jemand nach einer kleinen Feasibility überzeugen, dass wir dann doch jetzt auch in Serie liefern können, hihi, und vergisst dabei, dass wir über Medizinprodukte sprechen, nicht über Büroklammern. Und dass erste Muster quasi Hand-Manufaktur bedeuten - die Preise will man nicht einmal für ein Medizinprodukt bezahlen. Die Umrechnung der Zeitlinie war dann aber einfach: Ein Monat in Kunden-Rechnung entspricht realistischerweise einem Jahr! Aber wichtig war´s wohl: 23 Uhr auf Kundenseite - selten so froh gewesen, dass es kein Video-Call war.

Im Anschluss ein Brainstorming zu einem anderen Thema, dann Auswertung von Testergebnissen und Diskussion weiteres Vorgehen (wieder anderes Projekt), eine Minute zu spät im nächsten Meeting (das sagt alles!!) und einlassen auf wieder ein neues Thema. Die Besprechung wurde gehalten von einer geschätzten Kollegin und ich musste ein bisschen grinsen, als sie in die Meeting Minutes "A toque" schrieb (=ad hoc). Keiner reagierte, also weise ich sie mal ohne Publikum darauf hin.
12:30 dann Mittagessen, das heißt Hunger seit 30 Minuten kurz vor Bauchweh. Nächstes Meeting mit noch vollem Mund betreten, dann Telko mit einem anderen Ami-Kunden. 

Kurz vor Feierabend noch ein Anruf vom CEO, ob ich denn jetzt wieder knuffiger (wtf?) unterwegs sei. Damit war die Pause vom Gedankenkarussel, die dieser abwechslungsreiche Tag gebracht hatte, passe, und ich hoffe, meine Antwort klang dennoch einigermaßen okayish.
 


Freitag, 25. Januar 2019

Luft raus und Luft nach oben

Die Luft ist wieder mal raus, nachdem ich mich viele Wochen mit der Babyparty meiner Schwester beschäftigt und mich auf diese sehr gefreut habe. 

Somit startete ich heulend mit schlechter Laune in die Arbeitswoche - und eine merkliche Verbesserung konnte ich nicht beobachten. Neben viel business as usual gab´s diese Woche eine Massage nach der Arbeit. Besser hätte ich die genießen können, wenn ich nicht befürchtet hätte, angesichts des Schneefalls danach nicht mehr nach Hause zu kommen. Die Sorge war zwar unbegründet, aber Spaß habe ich nicht dabei, im Schnee Auto zu fahren.


Gestern fasste ich mir ein Herz und investierte zwei Stunden, um kurz darstellen zu können, dass wir in einem Bereich massive Lücken haben, die es spätestens bis zum nächsten Audit zu füllen gibt. Ich frage mich zwar, warum so was anscheinend nur mir über die Bettdecke läuft und nicht den eigentlichen Verantwortlichen, die im Audit entsprechend dastehen werden - aber gut. Mit meiner Übersicht überfiel ich dann meinen Chef. Und meine in zwei Stunden zusammengezimmerte Übersicht war "genau so, wie er das schon immer haben wollte". Fragt sich, warum das entsprechende Team das dann nicht mal als Ansage bekommen hat, aber da liegt so viel im Argen, so genau will ich das vielleicht gar nicht wissen. Ich bin froh, wenn das Thema zumindest für den Bereich meiner Produkte endlich vernünftig aufgestellt wird. Im Team selbst habe ich es über die Jahre zu oft angesprochen, ohne dass irgendwas passiert wäre. Und immer muss erst dies oder jenes passieren, oder die andere Abteilung ist schuld, weil.... oder die Verantwortlichkeit sei noch nicht geklärt worden. Ehrlicherweise wird das Chaos sogar immer größer, weil einfach keine Struktur da ist, die darstellt: Das haben wir, das fehlt, das müssen wir tun. Die Grundlage dafür habe ich gestern geschaffen und als ich den Raum verließ hatte ich den Auftrag, das noch zu Ende zu bringen, damit mein Chef das Thema mit Hilfe meiner Vorarbeit adressieren könnte. Das habe ich gerne gemacht (selten komme ich in letzter Zeit einem Flow so nah wie vor einer Excel-Tabelle).

Dieses Beispiel ist aber auch ein guter Hinweis darauf, was passieren wird, wenn in meiner Ebene tatsächlich monetär gebundene Zielvereinbarungen eingeführt werden. Die Unternehmensstruktur gibt es nicht her, dass ich als Produktentwicklung nicht nach links und rechts schaue. Wenn mein Gehalt davon abhängt, ob ein Entwicklungsprojekt den nächsten Milestone erreicht, überlege ich mir sicher zwei mal, ob ich anderweitig auf Missstände aufmerksam mache und Zeit investiere, sie zu beheben oder - wie zur Zeit oft - feuerwehrmäßig QM-Themen übernehme. Besser wird das so nicht. Meiner Meinung nach muss erst Struktur her, dann Ziele und dann Zielvereinbarungen. 

Wie gesagt: Die Woche hat noch Luft nach oben. Zwei Tage hat sie noch!

Sonntag, 20. Januar 2019

Überraschung!

Als die Wohnzimmertür gestern aufging, und sieben Frauen im Chor "Überraschung - Babypartyyy" riefen, hatten meine Schwester und ich etwas gemeinsam: Wir waren beide sprachlos. Sie, weil sie bei einem kurzen Zwischenstop während eines Stadtbummels von ihrem Mann ins Wohnzimmer geschickt wurde, um die Heizung auszustellen, und da dann fremde Menschen in ihrem bunt geschmückten Wohnzimmer standen, das sie doch erst eine Stunde zuvor an einem ganz normalen Samstag in einem aufgeräumten Zustand hinterlassen hatte. Und ich, weil ich nicht gedacht hätte, dass dieser ganze Plan wirklich glatt laufen würde. 

Im November kam mir, als ich einmal wieder die Fotos meines grandiosen Junggesellinnenabschied ansah, die Idee, meiner Schwester eine Überraschung zu bereiten. Geheiratet hatten sie Anfang letzten Jahres heimlich zu zweit, ein Junggesellinnenabschied war also nicht möglich gewesen. Und trotz aller Differenzen (und nerviger gemeinsamer Schwächen) war mir klar: Wenn jemand meiner Schwester einen solchen Tag bereiten soll, dann muss ich das sein. Es gibt nicht viele Menschen, die meiner Schwester nahe stehen oder denen meine Schwester sich nahe fühlt, und die Freundschaften beruhen in erster Linie auf der Aktivität ihres Mannes, die dann oft für sie mit reicht. Dennoch gibt es Menschen in ihrem und unserem Leben, die ihr wichtig sind, und bei denen ich mir sicher war, dass sie ihr einen schönen Tag bereiten würden. So besprach ich die Idee mit ihrem Mann und gemeinsam kamen wir zu dem Schluss "Manchmal muss sie einfach zu ihrem Glück gezwungen werden!" und damit hatte ich das "go!".

Die Terminsuche verlief erstaunlich easy und die bunt gemischte Gruppe war im Whatsapp-Chat wunderbar kooperativ. So bastelte ich über Weihnachten die Windeltorte, kaufte allerhand Deko (gar nicht so einfach geschlechtsneutrales Material zu finden!), gestaltete ein Gästebuch-Bild und dann war plotzlich schon Januar. Mit meinem Schwager besprach ich, dass er seinen Schlüssel am Freitag in die Praxis meines Bruders bringen würde, damit seine Frau (ebenfalls schwanger) und ich in die Wohnung kämen. Als mein Bruder mir am Freitag dann ein Foto des Schlüssels mit dem Kommentar "Der Adler ist im Nest" schickte, musste ich sehr lachen und war erleichtert. Ich hatte aber meinem Schwager auch im 12-Stunden-Takt Erinnerungen per whatsapp geschrieben - safety first. Schlafen konnte ich trotzdem nicht, und so war ich sehr froh, dass mein Mann mich begleitete, und das Auto fuhr. Er hatte dem Sohn meines Bruders versprochen, den gaaaanzen Tag mit ihm Fußball zu spielen, und das Wetter würde das ja sogar zulassen. 

Nach einem schnellen Kaffee bei meinem Bruder kam das OK meines Schwagers: Die Luft ist rein. Schnell hatte das Vorbereitungsteam die Wohnung in Besitz genommen und innerhalb von 30 Minuten war alles vorbereitet. 






Bis auf so Fragen "Stand die Küchentür auf, als wir kamen?" und "Reicht es, dass die Autos in der Nebenstraße stehen?", lief alles glatt. Und dann konnten wir tatsächlich nur noch im Wohnzimmer warten. Warten ist nicht meine leichteste Übung, und mir wurde ein wenig schlecht, als ich dann den Schlüssel im Schloss hörte. Meine Schwester ist kein ganz einfacher Mensch und ich erwartete eine erst einmal schüchtern-verhaltene Reaktion. War das vielleicht alles doch nicht so eine gute Idee? Aber zu spät. Da stand sie nun plötzlich in der Tür, und wir riefen  "Überraschung!!". Ihr kamen die Tränen, mehr als ich mir jemals erwartet hätte. Mir dann auch, und ich wusste: War doch kein Fehler. Die Zeit verging rasend schnell mit Essen, Kuchen essen, Bodies bemalen, noch mehr essen, Fotos raten und quatschen. 

Letzte Nacht schlief ich sehr, sehr gut.
(Und freue mich, dass ich heute lauter Küsschen und Herzchen von meiner Schwester per whatsapp bekomme - passiert auch nicht so oft!)



 

Sonntag, 13. Januar 2019

Sonntagmorgen

Es könnte 6, 8 oder 10 Uhr sein - heute bleibt´s wohl dunkel. Eigentlich wäre heute so ein Tag, sich einen Schweinehund anzulegen, und einfach im Bett zu bleiben. Aber wir haben keine Haustiere. Ich stehe auf, erledige eine Katzenwäsche, ziehe mich an und habe angesichts des ans Fenster klatschenden Regens längst entschieden, dass es das Fitnessstudio wird. 

In mir fühlt es sich immer noch an wie November und verzweifelt warte ich noch immer auf den großen Dreh, den der Januar hätte bringen sollen. Aber die schicken neuen Sport-Bustiers über blanken Bäuchen, die glänzenden Schuhe und die mit Trainingsplänen suchend umherlaufenden unbekannten Gesichter im Studio lassen keinen Irrtum zu: Es ist Januar.

Nichts ist lauter als meine Gedanken. Nicht die Stimmen der Mitsportelnden, nicht das Laufband und auch nicht der Podcast auf meinen Ohren. 

Der Sattel ist nass - ich merke, wie gequält mein Gesicht aussehen muss, als ich durch den Regen noch schnell zum Bäcker strampele. Drinnen ist es warm und die Schlange außergewöhnlich kurz. Andere haben einen Schweinehund, und der muss heute wohl Toast oder altes Brot essen. 

Auf dem Weg nach Hause habe ich Gegenwind. Und endlich. Endlich ist etwas lauter als meine Gedanken.

Samstag, 5. Januar 2019

WMDEDGT 1/2019

Auch im Jahre 2019 lässt Frau Brüllen uns vortanzen und erklären, was wir denn alle so den ganzen Tag machen. Für die einen ein ganz normaler Samstag, für die anderen der vorletzte freie Tag, bis es Montag wieder an die Arbeit geht.

00:40
Ich bin noch wach und lese ("Mittagsstunde" von Dörte Hansen. Nach ihrem Debut "Altes Land" bisher sehr sehr schwach- ne, natürlich kein Affiliate Link oder so was). Unerwartet schreibt mir meine Freundin, mit der ich für den Mittag verabredet bin. Bei einem Theaterbesuch ist der Schwiegervater zusammengeklappt, sodass sie ihn erst ins Krankenhaus und dann nach Hause bringen. Um ihn nicht allein zu lassen, werden sie auch bei ihm übernachten, und aller Voraussicht nach unser geplanter Spaziergang ausfallen. Schade, aber mehr als verständlich.

08:00
Eigentlich hatte ich - auch angesichts der in Form eines Spaziergangs geplanten Bewegung - mir für heute vorgenommen, im Bett liegen zu bleiben, zu lesen und keinen Sport zu machen. Naja, auch andere werfen ihre (zugegeben viell. anders gelagerten) Vorsätze im Januar über den Haufen, und so stehe ich dann doch bald auf der Matte, mache erst ein Fitnessblender HIIT Workout und dann noch ein paar Box-Übungen. 


09:00
Danach geht´s mir gleich besser. Der Liebste war in der Zwischenzeit schon einkaufen (!!) und Brötchen holen. Wegen für morgen geplanter Burger war seine Motivation, den Einkauf zu erledigen, größer als sonst, und ich gönne mir in Ruhe eine Dusche und lese noch ein wenig.

10:30
Spätes Frühstück heute. Wir können jetzt bei jedem gemeinsamen Frühstück (sprich nicht nur sonntags, sondern auch samstags) rätseln, denn ich habe dem Liebsten die ersten zwei Bände der Eckstein-Rätselbuchreihe geschenkt. Somit haben wir nun erst einmal 400 Rätsel auf der Kante, ehe wir den nächsten Band kaufen müssen. Dazu natürlich das jeweils einmal pro Woche rauskommene aktuelle Eckstein-Rätsel der Zeit. Herrlich!! Auch angesichts der Tatsache, dass man sich ab und an in die 80er, die Erscheinungsjahre, versetzen muss, um manche Frage zu lösen. 

12:00
Wir krusen rum, lesen, ich sammel schon mal meine Arbeits-Sachen in meiner Tasche zusammen. Meine Freundin schreibt, dass es vielleicht doch noch klappt mit dem Spaziergang, wenn sie bald loskommen. 

13:00
Nein, klappt nicht. Der Schwiegervater pennt noch und sie wollen ihn nicht alleine lassen. Das verstehe ich sehr gut.
Langsam fällt mir jedoch die Decke auf den Kopf, und der Liebste und ich beschließen, in der Mayerschen Reiseführer lesen zu gehen, und im Anschluss einen Kaffee zu trinken. Bestes Stimmungsaufhellprogramm.

15:00
Draußen ist es richtig, richtig fies. Ich weiß nicht genau, wann das passiert ist, aber bei Leni kriegt man seit einigen Wochen regelmäßig keinen Platz mehr, ohne warten zu müssen. Wir haben Glück und sind die zweiten in der Reihe, sodass wir nach 10 Minuten einen Platz ergattern. Ich finde den Kaffee bei Leni wirklich richtig, richtig gut. Deswegen gehe ich sehr gerne dort hin. Der Hype will sich mir dennoch noch nicht ganz offenbaren, insbesondere, da alle Speisen, auch der Kuchen, doch sehr hochpreisig sind, und die Konkurrenz groß. Cappuccino für 2,90€ finde ich in Ordnung, zumal die Qualität gleichbleibend gut ist.
Wir teilen noch einen Blaubeer-Muffin. Ebenfalls sehr lecker. Aber teuer. 

16:00 
Auf dem Heimweg beeilen wir uns wieder, um dem Nieselregen nicht zu lange ausgesetzt zu sein. 

17:30 
Wir haben irgendwie unsere Mittags-Brötchen ausfallen lassen, die nun dran glauben müssen. Dabei lese ich in "Psychologie Heute" - Bestandteil meines Readly-Probeabo für 2 Monate. Darüber hinaus werde ich es sicherlich nicht beziehen. Zu wenige Magazine, die mich interessieren - und im Alltag vermutlich zu wenig Zeit. Für die Weihnachtsferien war es jedoch genau das richtige.
Aber Sie würden sich wundern, für was es alles Zeitschriften gibt. Natürlich für jeden gängigen Frauennamen eine Frauen-Klatsch-Zeitschrift - wo kämen wir dahin, wenn man nicht eine Zeitschrift mit dem eigenen Vornamen zur Auswahl hätte? Kochen, Rezepte, Landleben - im Januar wenig erquickend, wenn einem von jedem Titel schon die neuesten Diät-Ansätze entgegengeschmettert werden. DIESE FUNKTIONIERT JETZT ABER WIRKLICH GANZ IN ECHT!!ELF!!11 Und geradzu niedlich die Zeitschriften für den Hobbyler (gibt es das Wort?): Modelleisenbahn, Basteln, Jagen, Fischen, Motorrad, Häkeln - wohlgemerkt verschiedene Zeitschriften, nicht alle Hobbies in einer. Puppen (ja, Puppen, so Käthe-Kruse-Puppen glubschen vom Titelblatt), Hund, Katze, Maus, Heimkino (Was zur Hölle? Dafür braucht man eine Zeitschrift?), von einem Titel schaut mich Diana an - "sie war schwanger bei ihrem Tod" (nein, ich gehe der These jetzt nicht nach), eine Zeitschrift "Straßenbahn" - so skurril, dass es wieder süß ist, denn vermutlich sind die Leser so was wir Plane-Spotter nur eben für Straßenbahnen, sehr...bodenständig sozusagen! 
Und natürlich Selbsterfüllung, Achtsamkeit und Gedöns. Leider wenig Politik, zum Glück alle Hefte von Spektrum. Insgesamt ca. 99,9% richtig großer Bullshit.

20:00
Wir entscheiden uns für eine Folge Ozark. Mir gefällt es bisher ganz gut, aber man hätte den Blaustich auch weglassen können. Stört mich ungemein. Er ist grundsätzlich vorhanden, dachte ich doch zunächst, er sei angewendet, um verschiedene Zeitebenen auseinander zu halten. 

21:00
Im Gedanken an den bevorstehenden Alltag packt mich nun noch einmal die Putzwut. Der Robbi hat schon vorgearbeitet, während wir heute aus waren, sodass ich jetzt einmal wischen kann, ohne mich vor Haaren, etc im Putzwasser ekeln zu müssen. Das ist sehr, sehr großartig. Überhaupt ist dieser Robbi der beste Kauf des Jahres 2018 - nach unserer Hochzeit natürlich ;-).

22:00
Nun wird noch ein wenig gelesen, und dann folgt noch einmal "ausschlafen", bis der Wecker am Montag wieder klingelt.

Dienstag, 1. Januar 2019

Der erste

Ich mag diese Stimmung nicht am ersten Januar. Und ganz offensichtlich ist es dafür völlig egal, ob ich einen Kater habe oder nicht, ob ich Silvester gefeiert oder gemütlich auf der Couch verbracht habe. Der erste Januar ist trüb. Innen wie außen, denn das Wetter hatte heute wenig Alternativen zu Nebel und Nieselregen zu bieten. Nebel und Nieselregen - eine Alliteration des Grauens. Ob dieses Wetter am Tag nach Silvester auch am Feuerwerk liegt? Ich weiß es nicht, kann mich aber an keinen ersten Januar bei strahlendem Sonnenschein erinnern.




Müde waren wir dann doch heute, denn wider Erwarten haben wir doch bis 12 Uhr durchgehalten mit leckerem Essen, Lesen, Spielen, Lesen, Serie gucken, Spielen, Lesen ....Die Filterblase, die die Böllerei in den letzten Tagen so hübsch geringgeschätzt hat, wohnt anscheinend nicht in Luftweite - jene Luft war nämlich 0:05 Uhr ordentlich verpestet und Gruppen todesmutiger alkoholisierter Mittdreißiger wagten sich sogar auf die vielbefahrene Straße, um den Nachbarn unter Einsatz des eigenen Lebens das schönste und prächtigste Feuerwerk zu präsentieren. Dabei wurde sogar ritterlichst in Kauf genommen, von vorbeifahrenden Autofahrern beleidigt zu werden. 
Heldenhaft, sag ich euch!

Nach diesem Ereignis, aus dem Dachfenster beguckt, entschieden wir, dass es nun angemessen sei, das Bett aufzusuchen. Mein Kreislauf war da aber schon wieder umgesprungen auf "Hallo Wach", immerhin im Alltag 4 Stunden später Aufstehen angesagt, sodass ich las und las und las ... Irgendwann fielen mir dann doch die Augen zu, um heute Morgen um 7 Uhr vom Liebsten geweckt zu werden, der sein alkoholfreies Bier vom Vorabend (PARTY HARD!) wegbringen musste. Einschlafen war nicht mehr, also wieder lesen, lesen, lesen auf beiden Seiten des Bettes, ehe mir die Morgen-Melancholie befahl, das für heute ausgesuchte HIIT Workout zu starten. Danach ging´s dann auch direkt besser, zumal mir nicht langweilig wurde. Für morgen haben sich nämlich erneut Gäste angesagt, sodass ich einen Nachtisch in Form einer Baiser-Sahne-Eisbombe vorbereitete. Das Baiser übrigens selbst gemacht - Aufwand und Kosten sehr gering, in der Bäckerei hätte ich ca. 6 Euro dafür gelassen. Noch schnell die Bolognese für die Lasagne vorbereitet, dann war es schon 12 Uhr. Nach dem Frühstück erfasste mich dann wieder die Melancholie, also wurde geputzt, ehe ich mich mit dem Kindle auf die Couch und unter die neue Decke verzog.

Das Abendessen gestaltete sich aus vielerlei Resten. Engegen der Erwartung ist der Kühlschrank nicht leerer geworden. Stattdessen steht da jetzt zusätzlich die Bolognese für morgen drin, hrmpf.  Ich dachte immer, unser Tiefkühlfach sei das Bottleneck, aber die Eisbombe bekam ich erstaunlich gut unter.

Morgen müssen wir dann tatsächlich noch mal unter Leute. Ich bin schon fast aufgeregt!

Frohes Neues Jahr 2019 Ihnen - Mögen alle Wünsche in Erfüllung gehen!