Dienstag, 5. März 2019

WMDEDGT 3/2019


Frau Brüllen hat für Karneval genau so viel übrig wie ich, nämlich nüscht, und deswegen setzt sie den neuesten WMDEDGT auf Veilchendienstag, wenn alles fast vorbei ist. Nein, stimmt natürlich nicht, WMDEDGT findet jeden Monat am fünften statt und das ist auch im März nicht anders.

0:00
Natürlich – es wird wieder eine schlaflose Nacht. Das merke ich sobald ich den Kopf auf das Kopfkissen gelegt habe. Seitdem sind schon anderthalb Stunden vergangen, die ich mich im Bett hin- und herrolle. Dem Atmen nach halte ich damit offenbar auch den Gatten wach und frage die sinnlosteste Frage, die man in deutschen Schlafzimmern stellen kann „Schläfst du schon?“. Nein, tut er nicht, und so beschließen wir noch einen Podcast zu hören. Deutschlandfunk -Eine Stunde History, eine Folge über die Römische Rechtsgeschichte. Eigentlich wollte ich ja einschlafen, stattdessen höre ich nun interessiert zu, was es zum Corpus iuris civilis zu wissen gibt. Nur merken wir dann beide nicht, dass der Podcast zu Ende ist und die nächste Folge gespielt wird, über die älteste Universität Europas in Bologna. Da es da aber auch hier um Geschichte und Studenten der Rechtswissenschaften geht und Rom ist ja auch nicht weit, war mir kein Bruch erkennbar. Der Liebste bemerkt es dann irgendwann und schaltet den Podcast aus.

05:30
Irgendwie haben wir die Nacht rumgekriegt und mein Wecker holt mich tatsächlich aus einer Art Schlaf. Nach einer Runde Sport auf der Matte geht´s ans Duschen. Das ist heute komplizierter als sonst. Sonntagabend, zum Glück waren alle Zähne schon geputzt und der Spülkasten reichte noch für einen Toilettengang, gab es in unserem Haus einen Wasserschaden, weswegen uns das Wasser abgedreht wurde. Da die Reparatur für Montag um 9.30 Uhr angesetzt war und wir rosenmontagsfrei hatten, war das kein allzu großes Drama. Nach dem Frühstück hofften wir, duschen gehen zu können, weswegen ich auch nicht die Option, nach dem Sport im Fitnessstudio zu duschen, wählte. Leider wurde uns dann aber nur das kalte Wasser wieder angestellt, sodass ich in den sauren Apfel biss und kalt duschte (noch mal zum Fitnessstudio zu radeln, erschien mir bei Sturm und Graupel auch nicht viel angenehmer). Der Liebste zierte sich noch eine Weile, bis er nach einer Laufrunde ebenfalls duschen ging – und zwar warm! Mit wenig Wasserdruck, aber warm. Ich war leicht angesäuert, dass ich mir die kalte Dusche hätte sparen können, wenn ich etwas länger gewartet hätte, aber freute mich, dann wenigstens heute Morgen warm duschen zu können. Da hatte ich die Rechnung allerdings ohne den Wirt Installateur gemacht: das warme Rinnsal war so dünn, dass ich auf Haarewaschen verzichten musste – zu groß die Gefahr, dann mit Shampoo in den Haaren zur Arbeit zu müssen. Es gibt kaum etwas, womit ich mich unwohler fühle als mit ungewaschenen Haaren, und so gibt es einen engen Zopf der erst letzte Woche zieeemlich kurz geschnittenen Haare.

06:30
Die so gewonnenen fünf Minuten (Zeit zum Fönen und Ohrentrocknen, sehr wichtig!) verbrachte ich dann erst auf der linken Seite liegend, dann auf der rechten Seite liegend (Ohrentropfen) und lesend (Das Gutshaus), bevor ich mich auf den Weg zur Arbeit machte.

06:45
Erst beim Verlassen des Hauses bemerke ich, dass es Hunde und Katzen regnet. Kurz überlege ich, dem Liebsten bescheid zu sagen, dass ich ihn zum Bahnhof fahre, erinnere mich dann aber, dass er wegen eines Abendtermins heute sein Fahrrad am Bahnhof benötigt. Also fahre ich ohne Rückfrage los.

07:00
Auf dem Parkplatz trete ich erst einmal in eine dicke Pfütze, mein Halbschuh war eine super Wahl heute. Und irgendwie habe ich es im Moment mit nassen Füßen. Ich werde mir bei der Produktion ein paar Reinraum-Socken leihen müssen. Auch beim Liebsten läuft es super: Sein Zug kommt nicht, und er steht jetzt klatschnass vom Fahrradfahren am HBF.
Drinnen dann erst erst einmal Spülmaschine ausräumen, dann Wasser holen und los. Bis zu einem Termin um halb 10 muss ich noch die Anforderungen, die sich aus einem Änderungsantrag an das ERP-System ergeben, definieren.  

09:30
Genannter Termin verläuft wie erwartet. Nach dem anfänglichen Gegenwind „Neeeein, das kann das ERP nicht, was IHR euch immer ausdenkt“ (nicht wir denken uns das aus, sondern die Benannten Stellen....!), kann das ERP doch. Wenn man sich daran gewöhnt hat, geht´s eigentlich. Zu Anfang hatte ich mich da immer völlig von einschüchtern lassen. Aber wenn man ein wenig Verständnis für den Aufbau des Systems hat und entsprechende Transferleistung erbringen kann, weiß man schon vorher ziemlich genau, was gehen wird.

11:00
Auf dem Rückweg zu meinem Büro quatscht mich ein ebenfalls Ohren-empfindlicher Kollege an, und ich berichte, dass die Ratschläge des Zweitmeinungs-Arztes sich bisher bewähren: Tauchertropfen und Olivenöl im Wechsel (zuvor aber 3 Tage Tamponade mit Antibiotikum, das war wohl nötig, so wie er gestaunt hat beim Blick in meine Ohren). Schön mal so zu tun, als wären die Ohren mein größtes Problem. 

12:00
Mittag wie immer mit selbstgebackenem Brot, Hummus und Curry-Zucchini-Aufstrich. Dabei ein bisschen internetten und nach dem Justinian nachlesen, dem aus dem Podcast von letzter Nacht.

14:00
Nach ein bisschen dies und jenem neues Meeting. Hier habe ich auf Wunsch der Produktion die Organisation übernommen, wir brauchen jemanden "der da dran bleibt und das nachhält". So was mach ich gerne und habe mich gerne bereit erklärt. Leider stellt sich heraus, dass es noch nicht einmal eine Projektzieldefinition gibt. Einfach formuliert hat da jemand gesagt "Macht das mal besser", ohne sinnvolle Kennzahlen o.ä. als Benchmark zu benennen. Stattdessen habe ich bei einer quick-and-dirty-Datenanalyse gesehen, dass wir gar nicht so einfach "besser" machen können, da die Grundlage, auf der diese Forderung entstanden ist, nicht auf andere Einflussvariablen kontrolliert wurde. Rechnet man die raus, muss man gar nicht besser machen, weil man nie schlechter geworden ist. Zudem ist einer der Einflussfaktoren so groß (und wird in 2020 noch größer werden), dass die Vermutung nahe liegt, dass - egal wie tolle Ansätze wir zur Verbesserung finden - dieser Einfluss alles übertünchen wird, sodass das Projekt am Ende erfolglos aussehen würde. Der Fokus, der für dieses Projekt vorgesehen war, ist einfach die falsche Stellschraube. Das diskutieren wir im Team und sind uns einig, dass das ein klassischer Fall von "Trau niemals einer Statistik, die..." ist und das Projekt anders aufgezogen werden muss.
Immerhin sagt eine E-Mail auf meinem Handy, dass wir wieder Wasser haben, vollumfänglich! 

16:20
Regenpause. Also schnell Feierabend und ab nach Hause. Beim Händewaschen bemerke ich: Ja, wir haben wieder Wasser, und zwar mit Druck. Meine Klamotten sind nass, und das ist die perfekte Ausrede, um direkt den Schlafanzug anzuziehen.
Ich entschließe mich, mal mein Handy physisch beiseite zu legen (in eine Tasche im Schlafzimmer hinter der Tür). Wir haben gestern darüber diskutiert, ob wir in irgendeiner Form Medien fasten können (aus Gründen faste ich nichts Essbares). Leider weiß ich, dass ich es nicht durchhalten werde. Aber vielleicht trägt ja eine Stunde Handy-frei hier und da am Abend zur besseren Erholung im Feierabend bei. Unklar ist mir noch, ob es ok ist, dass ich stattdessen am Tablet diesen Post schreibe und auch auf Twitter lese ...!

17:00
Der Liebste hat heute Fußball und wird daher erst um 22 Uhr essen! Ich kann also schon mal essen (nur ein Brötchen heute). Für mich gilt ja: alle zwei Stunden muss etwas zu Essen hör, und sei es ein Keks. Mir ist es unbegreiflich, dass mein Mann nicht selten dann seit dem Mittagessen nichts gegessen hat. Vor dem Sport kann er nichts essen, das geht ja vielen so (mir auch, daher mache ich morgens nüchtern Sport, ausschließlich!), aber zehn Stunden ohne Essen...puh!

19:00
Er isst doch noch was - ein Snickers. Dann geht´s noch etwas auf die Couch, bis er zum Fußball aufbricht. Zumindest ist es jetzt trocken. Meine Allein-Guck-Serie Marvellous Mrs. Maisel ist seit gestern leider durch - also beginne ich eine neue Serie, die so nichtssagend ist, dass ich mich gerade schon nicht mal mehr an ihren Titel erinnere.

22:00
Der Liebste kommt nach Hause, isst noch etwas, duscht und kommt dann ins Bett. Wir lesen noch einige Minuten.




Sonntag, 3. März 2019

Wandern auf La Palma (5): Cascada de Colores

Die letzte Wanderung auf La Palma möchte ich niemandem vorenthalten, denn sie unterschied sich sehr von allen anderen.Statt auf einen Berg oder Vulkan geht es heute durch ein (teilweise) ausgetrocknetes Flussbett zu einem Wasserfall, der durch Eisen und Moose in allen Farben erleuchtet (bzw. erleuchten soll - ich nehme es einmal vorweg: Hier war eher der Weg das Ziel ...)
Dafür fahren wir erst einmal - wie fast jeden Morgen bisher - vom Osten der Insel in die Caldera de Taburiente. Zunächst alles einmal hoch, dann alles wieder in sehr engen Serpentinen hinunter, bis wir den Wanderparkplatz erreichen. Hier ist sehr viel los - offensichtlich aber vor allem, weil dies auch Ausgangspunkt für eine weitere beliebte Wanderung ist, bei der man sich mit den sogenannten grünen Taxis herauffahren lässt, um dann herunterzuwandern. Wir wollen jedoch das Flussbett erwandern, was - anders als in der Beschreibung auf Outdooractive angegeben - heute nur 400 Höhenmeter bedeutet. 

Die ersten ein, zwei Kilometer sind eher langweilig. Kein Wasser in Sicht, dafür ein sehr gerades, sehr breites trockenes Flussbett voller Kies. Mit Stöcken zu laufen, ist hier nicht ganz so sinnvoll, aber wer weiß was noch kommt, ich nehme sie besser mit. Mich nervt ein wenig die Lautstärke unserer Schritte auf dem Kies - für gewöhnlich ist beim Wandern die Stille das, was mich in mein Lot kommen lässt.



Nach einer halben Stunde wird der Weg endlich abwechlungsreicher. Hier und da tauchen kleine Rinnsale aus dem Boden auf und das Geröll wird größer. 


Ja, es gibt sehr viele Fotos von mir, wie ich in pink vorweg wandere. Ich erwähnte es! Der Liebste freut sich außerdem am fließenden Wasser, heute hat er nämlich die Kamera dabei und kann sich ein wenig austoben, während ich langsam weitergehe. 


Zwei, drei Engstellen sind komplett mit Fluss gefüllt, sodass der "Ersatzwanderweg" links oder rechts des Tals zum Einsatz kommt. Auch von hier hat man einen schönen Blick und so kommen wohl die paar Höhenmeter zustande. Die Farben sind wirklich wunderschön. Dass eine Wandergruppe vor uns aus dem Fluss trinkt, irritiert uns jedoch.

Nach 3/4 der Strecke erreichen wir eine Flussstelle, die nicht durch Springen überwindbar ist. Also suchen wir uns den vermeintlich besten Weg über nur wenig überspülte Steine aus. Das klappt eigentich ganz gut, nur auf dem letzten Stein verharre ich einen Moment zu lang, sodass mein rechter Schuh so weit überspült wird, dass es mir in den Schuh läuft - schade, aber nicht ganz so schlimm. Insgesamt ist diese Wanderung wirklich nett und nicht sehr anstrengend, sodass wir unsere Rast auch erst bei der Cascada einplanen. Als wir diese erreichen sind wir leicht...naja...enttäuscht? Größenverhältnisse auf Fotos sind ja so eine Sache, aber ein wenig mehr hatten wir doch erwartet, z.B. angesichts dieser Bilder. Hinzu kommt, dass der Wasserfall bis auf ein dünnes Rinnsal trocken ist, und die versprochenen Farbspiele so ausbleiben. 



Immerhin zaubert die Sonne ein paar Farbeffekte auf das Foto.

Die Mittagspause wird ein wenig ungemütlich, da links und rechts von uns doch hin und wieder kleinere und ein paar größere Steinchen herabfallen. Wir tun es der anderen Wandergruppe nach und gehen kein Risiko ein und machen uns auf den Rückweg. Bei Wanderungen mit demselben Hin- und Rückweg weiß ich nie, was mich erwartet: Entweder mir erscheint der Rückweg viel länger als der Hinweg, oder andersrum. Heute ist der Rückweg deutlich kürzer, also gefühlt! Damit alles sein Gleichgewicht hat, wird dieses Mal bei der oben beschriebenen Engstelle der andere Fuß nass. Zum Glück sorgen die angenehmen Temperaturen aber dafür, dass ich nicht in Blasenentzündungs-Panik verfalle.

Der weitere Rückweg verläuft unspektakulär. Uns fällt ein entgegenkommendes junges Paar mit Baby auf, das er auf dem Rücken trägt. Sie hat Flip-Flops an den Füßen, was in dem ungleichmäßigen Kies schon recht unangenehm sein muss. Dementsprechend wirkt auch ihre Laune, und die Kletterstellen haben sie dabei noch nicht einmal auf dem Schirm, vermuten wir. Als wir passiert sind, grinsen T. und ich uns an und sagen gleichzeitig "Na, die kriegen aber gleich noch Spaß". In der weiteren Besprechung zeigt sich, dass T. damit den Kletterspaß meint, ich aber vor allem den sich bereits ankündigenden Ehestreit, den ich in ihrem Gesicht gesehen habe. Wie schon so oft fragen wir uns, wie man derart unvorbereitet in eine Wanderung starten kann. Es handelt sich um eine beliebte Standard-Wanderung, deren Beschreibung man auf x Seiten durch einmaliges Googlen finden kann. Da sind Stress und umgeknickte Knöchel vorprogrammiert.
Über diese Diskussion erreichen wir bald schon den Wanderparkplatz. Tolle Wanderung, und wieder ein neues Bild von La Palma, das sich uns da gezeigt hat.

Freitag, 1. März 2019

Über die Würde

Vor wenigen anderen fremden Menschen entblößen wir uns so sehr wie vor unserem Arzt. Nicht nur im wörtlichen Sinne. Nicht zu unterschätzen ist nämlich auch, dass dieser fremde Mensch alle Gefühle sieht, die über ein Gesicht laufen können. Von Angst über Verzweiflung, Ratlosigkeit, Nervosität, Erleichterung ist wohl alles dabei. Ein Arzt sieht, wenn wir die ungewohnte Situation mit schlechten Witzen zu überspielen versuchen, ob unsere Hände schwitzig sind und unsere Haut sich vor Scham rot färbt. Er hört, wo die persönliche Schmerzgrenze liegt, und merkt, dass wir schon heimlich stundenlang gegooglet haben. Nicht zuletzt nimmt er stumm wahr, für welche Situatonen wir jemanden als Stütze mitbringen, aber auch, wenn jemandem nur der Weg der Verleugnung bleibt: Nein, mich trifft so eine Krankheit nicht!

Wie Ärzte mit dieser Verantwortung umgehen, ist mindestens so unterschiedlich wie das Auftreten ihrer Patienten. Mir wird im Moment immer mehr bewusst, wie sehr mich das in meinem Leben schon berührt hat. Als Fünfjährige vergötterte ich meinen Kardiologen im Kölner Kinderkrankenhaus. Und auch sonst kann ich mich nicht an irgendeine traumatische Erfahrung im Zusammenhang mit Ärzten und Krankenhäusern erinnern. Das ist einigermaßen bemerkenswert, wenn man die Anzahl an Krankenhausaufenthalten und OPs betrachtet. Stattdessen erinnere ich mich z.B, wie ich nach einer OP (keine Ahnung welche) aufwachte, und mir der Operateur sofort meine Puppe Ute in den Arm drückte. So als habe er die letzten paar Stunden nicht mich operiert, sondern die ganze Zeit - wie versprochen - meine Puppe betüddelt. Etwas später, nach der Herz-OP, trug Ute genau wie ich ein riesiges Pflaster auf der Brust.

Jetzt als Erwachsene gibt es keine Puppen mehr, die ich mitschleppe, auch wenn Ute noch im Kleiderschrank sitzt.
Aber es gibt diesen einen Arzt, an dessen Humor und Stoffeligkeit ich mich etwas gewöhnen musste, der mich aber bei der Vereinbarung eines Folgetermins immer höflich fragt "Passt Ihnen das?". 
Wir wissen beide, dass mir das passen muss, aber er gibt mit dieser Frage ein kleines bisschen Würde zurück.

Sonntag, 24. Februar 2019

Nächtliche Kochtherapie

Also doch schreiben...und kochen. Ich habe nie verstanden, warum manche Menschen mitten in der Nacht anfangen zu kochen oder backen. Gerade erscheint es mir aber sehr, sehr sinnvoll. Schlafen kann ich eh nicht - und wenn ich morgen Abend demenstprechend platt von der Arbeit nach Hause komme, werde ich nur noch Nudelwasser aufsetzen müssen. 
Ich sollte eigentlich müde sein. Ein langer Tag mit 40km Fahrradfahren liegt hinter mir. Aber im Bett fangen meine Beine an zu zappeln, sie sind genauso unruhig wie mein Kopf. 
Also beschäftige ich wenigstens noch meine Hände - mit Zwiebel- und Paprikaschneiden - und sehe das als Meditation. Wäre ich sehr, sehr unvernünftig, würde ich jetzt von der Paprika-Erbsen-Tomatensauce kosten und damit auch noch meinen Magen aufwecken.

 

Samstag, 23. Februar 2019

Korrelation

Wenn Reden keine Last wegnimmt,
im Schweigen nur der Kummer zunimmt,
ob Schreiben dann wohl etwas bringt? 

Mehr als anderes bin ich gewohnt, 
dass Fleiß am Ende wird belohnt.
Mit Tüchtigkeit und Strebsamkeit, 
kaum ein Ziel war je zu weit. 

Nun fehlt diese Korrelation,
Fleiß und Einsatz sind nichts wert. 
Ich weiß nicht, was noch zu tun.
Doch Nichtstun scheint auch so verkehrt. 
 


 

 
 

Donnerstag, 21. Februar 2019

Wandern auf La Palma (4): Pico Bejenado

Heute wird endlich wieder richtig gewandert. Auf den Pico Bejenado.
Wir sind nach wie vor begeistert von dieser vielseitigen Insel. Die Farbkontraste aus schwarzem Gestein und Stränden, blauem Himmel, weißen Wellen und sehr viel Grün sind einfach unglaublich. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon einmal im Urlaub Wikipedia-Artikel über Geologie gelesen hätte - hier aber stößt man gewollt oder ungewollt an vielen Stellen auf den vulkanischen Ursprung dieser Insel. Die Caldera de Taburiente, den zu einer Seite offenen Krater, der das Zentrum der Insel bestimmt, möchten wir heute noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. Nur wenig Phantasie ist nötig, um sich anhand einer topographischen Karte vorzustellen, wie der Vulkan kollabiert und sich ins Meer ergossen haben muss. Der Pico Bejenado liegt an einer Kante dieses Kraters und verspricht mal wieder Aussicht!



Doch dafür muss man mal wieder rauf! Da der heutige Gipfel aber niedriger liegt als der Startpunkt an Tag 2, gibt es heute keine Einschränkungen mit der Atmung. Der Aufstieg geht uns also recht leicht von der Hand bzw. den Füßen. Heute ist es allerdings so viel wärmer als die Tage zuvor, dass wir uns recht bald ausziehen und der arme T. in seinem Rucksack unsere Jacken spazierenträgt. Ich habe aus taktischen Gründen einen kleinen Rucksack - in den passt nur das Proviant - hah!




Auf hübsch gewundenen Serpentinen, aber eben auch in der knallen Sonne, erreichen wir schließlich den Gipfel. Ein, zwei weitere Paare sitzen hier zufrieden und ruhig, essen ihren Lunch und genießen die Aussicht. 





So tun es auch wir bis ....eine Gruppe an Pavianen Wanderern den Gipfel erreicht: Sie verteilen sich überall, werfen sich Trinkflaschen über unsere Köpfe hinzu, brüllen herum und verbreiten eine furchtbare Unruhe. Bald haben wir keine Freude mehr am Berggipfel und machen uns auf den Rückweg. Dieser beginnt recht steil, was für mich immer sehr anstrengend ist (auch ohne Berg habe ich ein sehr, sehr schlechtes Gleichgewicht). Meine Laune sinkt etwas, aber gerade zur rechten Zeit kommen wir wieder auf einen flacheren Weg ohne größere Stolpersteine. Wir legen noch eine kurze Rast ein (mit Ruhe!) und gehen dann gemütlich die letzten Kilometer bis zum Auto. 


 

Nach dem Abendessen same procedure: Ein kurzer Verdauungsspaziergang am Strand. Hier beobachten wir den merkwürdigen Flug eines Inselhüpfers. Bei den Sturmboen heute kann er offenbar nicht landen, dreht ab zurück nach Teneriffa, um dann erneut nach La Palma umzukehren und schließlich zu landen. Letzteres Manöver beobachten wir nur noch auf der Flugzeug-Verfolgungs-App.

Mittwoch, 20. Februar 2019

Wandern auf La Palma (3): Von Cancajos nach Santa Cruz und retour

Heute machen wir fast so was wie einen Pausentag. Also fast, denn am Ende des Tages haben wir doch wieder 12km auf dem Ticker. 

Zunächst aber gammeln wir etwas länger als sonst im Bett, lesen noch und sind entsprechend spät beim Frühstück. Heute bleibt das Auto stehen, denn zu Fuß möchten wir die Hauptstadt der Insel besuchen, die nur 5km entfernt liegt. 

Eine Strandpromenade gibt es nicht. Zunächst führen viele Treppenstufen entlang von zwei wirklich schönen Buchten. 
 
Dann wird´s ein bisschen mau. Wir laufen im Abstand von nur wenigen Metern erst an einer Militäranlage (für Militär sieht die aber noch sehr freundlich aus mit getünchten Wänden und hübschen Torbögen) vorbei, dann an einem Kraftwerk, in dem Diesel verbrannt wird und aus dem entsprechend hübscher schwarzer Rauch austritt. Der beruflich belastete T. schüttelt den Kopf über so viel ungenutztes Potenzial an Wind- und Sonnenenergie, das diese Insel böte. Immerhin liegt heute im Hafen kein Kreuzfahrtschiff, was für zusätzlich schlechte Luft sorgen würde. Der Hafen ist ebenfalls keinen zweiten Blick wert, und wir sind doch recht froh, als wir die Innenstadt von Santa Cruz erreichen. 

Die Einkaufsstraße ist recht unspektakulär. Nach 15 Minuten sind wir einmal durch und fürchten, dass es das schon gewesen ist. Entgegen der Erwartung haben wir auch keinen schönen Spezialitätenladen gesehen, um lecker Schinken oder Süßes zu kaufen. Wir sind etwas enttäuscht. Zum Glück sehen wir noch ein Hinweisschild, das uns um die Ecke führt:  Hier präsentieren sich uns die klassischen Balkonhäuser von La Palma (it´s a thing! - wussten wir vorher nur nicht!) und freuen uns über den hübschen Anblick. 

 


 

Dann ist es Zeit für einen guten Kaffee! Dank Tripadvisor weiß ich sogar, wo wir den kriegen - und ich bin sehr sehr happy über einen sehr sehr guten sehr sehr günstigen Cappuccino (auch wenn ich immer noch denke, dass sich der Kellner bei einem Tee, einem Cappuccino und einem Brötchen mit Serrano für 6 Euro verrechnet haben mag).



Neben uns sitzen zwei Spanierinnen, der Kleidung nach in der Mittagspause vom Bürojob. Sie wissen diesen schönen Ort (ein nach oben offener Hinterhof) offenbar nicht zu schätzen, auch nicht den guten Kaffee und die feinen Happen. Stattdessen sitzen sie sich gegenüber und starren ohne Unterbrechung auf ihre Smartphones. Kein einziges Wort wird gewechselt. Wir dagegen kosten unsere Pause aus. Der Heimweg zur Unterkunft ist unspektakulär- auch fehlt in allen Eistruhen, an denen wir vorbei kommen, das Eis, das der Liebste gerne äße. Wieder "zu Hause" genießen wir die heute etwas längere Nachmittagsstunde vor dem Abendessen.

Montag, 18. Februar 2019

Wandern auf La Palma (2): Pico de la Nieve

Wie das so ist nach der ersten Wandertour, sind unsere Beine schwer, als sie uns zum Frühstück tragen. Nach der Stärkung sieht die Fitness aber schon wieder anders aus und wir brechen auf. Heute fahren wir ein Stückchen in den Norden, denn wir wollen den Pico de la Nieve besteigen und dieser Route folgen:

Schon bei der Fahrt zum Wanderparkplatz knackt es ordentlich in den Ohren. Als wir aufbrechen, wird T. noch ein wenig neidisch:  neben uns steigt aus einem Kleinbus eine Gruppe von Jungs, die sich dann auf ihre Mountainbikes schwingen. Wir haben dagegen nur unsere Beine und stapfen los.
Schon nach wenigen hundert Metern merke ich, dass etwas anders ist. Ich kenne ja die Geräusche, die mein Körper normalerweise so von sich gibt, wenn ich einen Berg hinauf laufe. Hier macht sich aber die Höhe von knapp 2000m bemerkbar in Form einer deutlich höheren Atemfrequenz - ganz fremde Geräuschkulisse, die ich da veranstalte. Nach einer Stunde etwa hat sich das aber beruhigt, und es läuft sich hier richtig schön. Vor allem schön effizient im Vergleich zum gestrigen Vulkanaschen-Drama.

A propos Drama: Heute hat T. dann auch die Kamera eingepackt und bleibt immer wieder stehen für Fotos. Leider ist es heute deutlich diesiger als gestern. 


 

Als wir nach ca. 2 Stunden auf dem Gipfel sind, gibt es wie immer Brotzeit...




... und das obligatorische Gipfelfoto. "Leicht" windig ist´s hier, wie man an meinem Zopf sehen kann. Nach der Pause wandeln wir noch eine Weile auf einem Grat zu einem Extra-Aussichtspunkt, bevor es an den Abstieg geht. Hierbei streifen wir noch einen kleineren Gipfel, auf dem Petroglyphen zu sehen sind. Wir sehen - nichts! Aber die Infotafel klärt auch über Vandalismus auf, vielleicht hat man die Felsbrocken einfach zu spät eingezäumt.

Der Abstieg ist länger als der Aufstieg und zieht sich am Ende etwas. Wir genießen aber immer wieder die Ruhe und die Ausblicke. 


Nach der Ruhestunde mit Eckstein-Rätsel lassen wir es uns beim Abendessen gut gehen. Danach trotzen wir der Müdigkeit und gehen noch kurz zum Strand. Diese schwarzen Buchten haben es mir angetan. So fremd sehen sie aus - und gleichzeitig ist das Zusammenspiel von Meer und Sand sehr vertraut.

Sonntag, 17. Februar 2019

Wandern auf La Palma (1): Ankunft und Volcan de Martin

Untertitel: Pink auf La Palma (irgendwie habe ich so gut wie keine andersfarbigen Sportoberteile!)


Als es im Dezember nicht mehr so gut ging mit der Dunkelheit, dem Wetter und überhaupt, beschlossen wir, weise vorausschauend wie wir sind, im Februar noch mal in die Sonne zu fliegen. Im besten Fall würden wir dann heimkehren und den Frühling vorfinden. Und wie uns Düsseldorf gestern Abend bei der Heimkehr begrüßte, scheint dieser Plan ziemlich gut aufgegangen zu sein. Aber auch sonst ein überaus gelungener Urlaub, in dem ich insbesondere in Anbetracht der umgebenden Umstände erstaunlich gut entspannen konnte Wie immer bricht nun mal wieder der Alltag über mir herein, aber bevor es morgen dann wirklich wieder los geht, schreibe ich ein paar Urlaubserinnerungen nieder, die vielleicht für den ein oder anderen, der Anregung für einen Wanderurlaub wünscht, einmal hilfreich sein können.

La Palma war neu für mich. Mit meinen Eltern gab es Strandurlaube auf Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Keine dieser Inseln ist mir als besonders schön in Erinnerung geblieben. Ja, es gibt schöne Strände. Aber auch eben Bettenburgen, Menschenmassen, Wüste. Viel raus gekommen sind wir damals sowieso nicht , meinen Eltern gefiel die Strandliegerei (heute werde ich nach 45 Minuten am Strand kribbelig) und als Kinder war Robinson Club toll, egal in welchem Land.

Seitdem haben sich die Urlaube gewandelt. Meine Eltern waren NIE wandern. Das habe ich erst durch meinen Mann gelernt. Und somit werden unsere Urlaubsziele weitestgehend nach Wanderqualität ausgewählt.
La Palma kann es da für eine Mittelstreckenentfernung mit allem aufnehmen. Mir war überhaupt nicht bewusst, wie unterschiedlich die kanarischen Inseln sind, und war beim Buchen noch nicht ganz überzeugt, obwohl man überall liest, es sei das Wanderziel schlechthin. Im Flieger saßen dann auch tatsächlich viele rüstige Gerade-So-Rentnerpaare in Wanderschuhen - das ließ schon einmal hoffen. Das Wetter ebenfalls, 20 Grad, Sonne. Leichte Brise. Bessere Wanderbedingungen kann man sich nicht wünschen. Im Vergleich zu den anderen Kanarischen Inseln ist La Palma eher gemütlich. Sobald wir unser Mietauto hatten, Fiat 500, düsten wir los. Die Straßen zu 90% Serpentinen, die ganze Insel ist ein einziges Auf und Ab. Zum Glück dafür aber wenig Verkehr. Schon bald knackt es in den Ohren und bereits auf dem Weg zu unserer Appartmentanlage befanden wir uns zwischenzeitlich auf Höhe von ein paar Schönwetterwolken. Was für eine Aussicht. Nach einem kurzen Zwischenstop für Wasser - und Cola, es gibt die hier ohne Zucker UND ohne Koffein, ich lass es diesen Urlaub so richtig krachen ;-) - erreichten wir unsere Anlage. Ein frisch renoviertes Appartment inmitten eines wunderschönen Gartens. Wir fühlten uns sogleich sehr wohl. Dazu trug auch das Aioli beim Abendessen bei, das für mich Spanien auf der Zunge bedeutet wie für andere Sangria (die sah auch gut aus, aber wir bleiben diesen Urlaub ohne Ausnahme ohne Alkohol). Beim Essen schlagen wir dagegen ordentlich zu und genießen frischen Fisch, Salatbuffet und Patatas Bravas mit Mojo. So lässt es sich leben. Aber wir sind ja nicht zum Spaß hier, morgen wird gewandert. Mit Mühe und Not halten wir uns bis 21.30 Uhr wach. 

Wir haben gut geschlafen. Aber nach dem Frühstück (minimales Manko: Kaffee verbesserungswürdig) gähnt der schwarze Hund. Wie so häufig 2-3 Stunden nach dem Aufstehen. Saß der also doch im Flugzeug, eigentlich sollte er daheim bleiben. Jetzt heißt es los marschieren, sonst wird das nicht besser. Heutiges Ziel: Ein Vulkan im Süden der Insel, der auch Teil der Vulkanroute ist. Vor dem Urlaub schieben wir immer eine Anzahl an GPX-Tracks von Outdooractive auf unser Garmin. Dann haben wir vor Ort nicht den Stress zu überlegen, ob wir mit dem Handy wohl Empfang haben, ob wir eine Karte benötigen oder überhaupt: Was machen wir denn heute? Daher kennen wir Anzahl an Kilometern und Höhenmetern, die uns machbar erscheinen, die uns machbar erscheinen.


Weniger machbar sind die letzten zwei Autokilometer bis zum Wanderparkplatz, das rum
pelt ganz schön. Schließlich haben wir es aber geschafft, füllen Wasser um und ziehen los. Sofort müssen wir Fotos machen, wir sind nämlich genau auf Höhe der wenigen Wolken und der Übergang von Meer und Himmel ist geradezu traumhaft. Am Horizont
sehen wir den Teide von Teneriffa aus den Wolken ragen. T. hat seit langer Zeit endlich einmal wieder die Möglichkeit tolle Fotos zu machen, kramt in seinem Rucksack und entdeckt, dass er zwar alle Objektive dabei hat, die Kamera jedoch im Appartment liegt. Er flucht wie Rumpelstilzchen, da hilft von meiner Seite nur schweigen und warten, bis er sich beruhigt hat. Heute also nur Handyfotos.
Links die Spitze des Teide auf Teneriffa. Rechts La Gomera.
Vulkangeröll
Ja, wir merken direkt, dass wir auf einen Vulkan steigen. Betonung auf 'auf'. Die Steigung ist ordentlich, hätte vielleicht auch langsamer los gehen können am ersten Tag. Der Stein wird immer schwärzer und vulkanischer, die Steine die rum liegen, sind extrem leicht und man muss sich hüten, größere Brocken als adequate Trittflächen anzusehen. Alles bröselt weg. Immerhin würde sich der schwarze Hund hier landschaftlich schön einfügen, und ich schlage ihm vor, einfach hier zu bleiben. Er knurrt.

Die zweite Hälfte des Aufstiegs bis zum Gipfel ist so richtig ätzend. Der bröselige Stein verwandelt sich in Sand. Nun wandern wir gefühlt also eine extrem steile Düne hinauf. Zwei Schritt vor, ein Schritt zurück. Wenn es doof läuft auch mal ein Schritt vor und zwei Schritte zurück. Negativ-Wandern sozusagen. Wir brauchen sehr sehr lange für wenige Meter. Ausgerechnet heute haben wir die Route von hinten aufgezogen, weil es für mich für gewöhnlich angenehmer ist, das steilere Stück hinauf zu wandern. Beim Abstieg fühle ich mich oft unsicher. Heute war das aber genau der falsche Ansatz: Ein Wanderer kommt uns entgegen und zeigt uns, dass es hier durchaus angebrachter gewesen wäre, das steile Stück hinunter zu laufen: Mühelos fliegt er den Berg in riesigen Schritten herab.


Endlich sind wir oben angelangt. Was für eine Aussicht. Wir packen unser Proviant aus. Die ersehnte Pause hätten wir sicher noch ewig ausdehnen können, wenn nicht der Wind hier oben ordentlich wehen würde. Wir müssen alle Jacken anziehen, die wir dabei haben, und frieren dennoch. Also laufen wir bald weiter.


 

Ein Stück laufen wir am riesigen Krater vorbei (ja, mal wieder in pink), ehe es dann wieder durch die Vulkanasche abwärts geht. Den bewältigen wir wortwörtlich in Rieeesenschritten! Man läuft und rutscht und fliegt geradezu. Herrlich.

 
Zurück am Auto kippen wir den Sand aus unseren Schuhen und fahren zurück in unsere Unterkunft. Vor dem Abendessen gönnen wir uns eine Cola auf dem Balkon und legen die Füße hoch. 

Mittwoch, 6. Februar 2019

Teamwork. Oder?

Arbeitet man in einem Dreierteam liegt es nahe, dass man, wenn einer Urlaub hat, immer noch zu zweit ist. Logisch, erst recht, da keiner auf die Schulferien angewiesen ist und entsprechend flexibel ist.
Nun aber ist der eine Kollege schon seit Oktober erkrankt. Und in vier Monaten kommt es dann nun doch mal vor, dass einer der verbleibenden zwei Urlaub nehmen möchte. Solch eine Woche ist diese Woche. Ich bin zum ersten mal in dreieinhalb Jahren länger als mal hier und da einen Tag "alleine". 

Normalerweise habe ich ja vor viel zu vielen Dingen Angst, und normalerweise wäre das auch hier der Fall. Mein Sorgen-Konto ist zur Zeit aber prall gefüllt, und da müssen Prioritäten gesetzt werden. Nicht auch noch diese Angst bitte! Um ehrlich zu sein, habe ich nicht einmal schlechter geschlafen als sonst in einer Nacht von Sonntag auf Montag.

Letzte Woche kam noch eine kurzfristige Sache rein, von der ich wusste, dass sie mich diese Woche auf Trab halten würde. Und genau so ist es zwar eingetreten, hält sich jedoch netterweise genau an das richtige Maß, sodass ich mit der kurzfristigen Umsetzung zwar herausgefordert, aber nicht überfordert bin. 
Irgendwann gegen Mittag fragte ich mich heute, wieso alles und alle ein bisschen weniger gehetzt wirkten, obwohl ich deutlich mehr zu tun hatte. Da ist zum einen meine Kollegin. Sie steht regelmäßig mit vor Panik aufgerissenen Augen um 7:02 Uhr neben meinem Schreibtisch "Eva, gaaanz schlimm. Wir haben ne E-Mail von x,y,z und der will....". Diese Ami-Kunden. Die schreiben einfach, wenn man schläft. Frechheit. Zu dem Zeitpunkt ist mein PC oft noch nicht einmal hochgefahren, und ich muss mir also ihre Interpretation der Dinge anhören, ehe ich mir selber ein Bild machen kann. Wenn ich dann selbst die entsprechende Mail gelesen habe, erscheint in der Regel alles lösbar, aber ich bin um 7:30 Uhr bereits genervt. 
Das fällt diese Woche einfach weg. Und es ist eine rieeesige Erleichterung. 

Was mich aber wirklich sehr erstaunt ist die Auswirkung auf die Kommunikation: Ich bin die einzige Ansprechpartnerin für die Laboranten. Ich habe alle im Blick und weiß, wer was macht. Kein Laborant muss genervt die Augen verdrehen ("Das habe ich doch schon S. erzählt") und erhält auch keine widersprüchlichen Ansagen. Selten konnte ich so entspannt mit den Laboranten agieren, wie in dieser Woche. Und das, obwohl diese Woche eher zu den arbeitsintensiveren gehört.

Jetzt muss ich nur noch überlegen, was ich mit diesen Erkenntnissen mache. In der nächsten Bewerbung vielleicht nicht mehr "Teamplayer" unterbringen?


 

Dienstag, 5. Februar 2019

WMDEDGT 2/2019

Frau Brüllen ruft auf zum fröhlichen Tagebuchbloggen. Hätte ich gewusst, dass die Verlinkung jetzt mit Bild erfolgt, hätte ich einen dramaturgisch anderen Faden gewählt, der zu einem ansprechenderem Bild als dem der Sauerkraut-Lasagne geführt hätte. Schönere Teaser-Bilder und wie immer sehr interessante Beiträge finden Sie bei Frau Brüllen.


04:00
Ich bin wach. Noch oder wieder? Ich weiß es nicht. Mir ist im Moment auch ziemlich egal, ob ich gut oder schlecht schlafe. Einen Zusammenhang dazu, ob es ein guter oder schlechter Tag wird, konnte ich bisher nicht erkennen. Im Halbschlaf lese ich eine whatsapp-Nachricht meiner Mutter, deren größte Sorge offenbar ist, dass sie heute mal nicht Golf spielen kann, sondern los muss, um ihr Thailand-Visum zu verlängern. ´Deine Sorgen will ich´…aber das behalte ich für mich. Meine Sorgen waren nie gut aufgehoben bei ihr. Ich drehe mich noch einmal um, ohne einzuschlafen.

04:45
Der Wecker klingelt und ich spule mein Programm ab: Zähneputzen, Haare kämmen, Kontaktlinsen, Gesicht waschen, Sportklamotten an und Deo. Zuletzt die Sportschuhe und schon nach 15 Minuten sitze ich auf dem Rad. Im Fitnessstudio nur die bekannten fünf bis sechs Gesichter. Am besten gelaunt ist wie immer die nette Putzhilfe. Er hält den Laden nachts beisammen, und mich würde nicht wundern, wenn er mehr über die Mitglieder wüsste als alle Trainer zusammen. Jeder einzelne wird ehrlich gefragt, wie es ihm gehe. Und spricht man ihn auf etwas an, das man sich aus einem vorherigen Gespräch gemerkt hat, erhält man ein strahlendes Lächeln. Ich wüsste so gerne, wie lange er schon in Deutschland ist. Und ob er Familie hier hat oder nur in Afrika, aber irgendwie traue ich mich das nicht zu fragen.

 
05:30
Ich bin fertig auf dem Laufband. Gehört habe ich den neuesten „The Moth“ podcast. Wie immer sehr unterschiedliche und eindrückliche Menschen, die dort erzählen.


06:00
Wieder zu Hause und fertig geduscht, muss heute mein Mann zehn Minuten früher als sonst aufstehen. Statt zur Arbeitsstelle fährt er direkt zur Messe und muss einen früheren Zug kriegen. Kurz vor 7 verlassen wir das Haus. Weil er Anzug trägt und das auf dem Rad ungünstig ist, fahre ich ihn zum Bahnhof. Anders als auf dem Weg zum Fitnessstudio merke ich jetzt erst, wie kalt und windig es ist. Wenn ich direkt aus dem Bett aufs Fahrrad plumpse, trage ich wohl noch eine Menge Bettwärme mit mir rum.

07:00
Im Büro angekommen, trinke ich einen Schluck Wasser und muss dann direkt zu den Laboranten. Der gestern so schön klingende Plan für heute ist buchstäblich ins Wasser gefallen: Im Reinraum, den wir für die Entwicklung nutzen, ist der Dampfbefeuchter ausgefallen und dies bedeutet, dass wir die notwendige Luftfeuchte heute nicht eingestellt bekommen. Also muss ein Plan B her und wie so oft wird alles dadurch beliebig kompliziert. Ärgerlich!

08:00
Am Schreibtisch zurück habe ich jetzt auch Hunger und esse mein Toast, checke und beantworte E-Mails und starte mit meiner heutigen To-Do-Liste. Mein kranker Kollege ist immer noch krank, meine Kollegin hat Urlaub. Daher bin ich mit dem Laboranten-Team alleine und entsprechend unruhig ist der Vormittag.


12:00
Mittagspause. Selbst gebackenes Brot mit Hummus und Schinken, wie immer. Das Büro ist verwaist und ich genieße die Stille. Ich lese ein wenig bei „Go Readly“ und whatsappe mit meiner Freundin.

14:00
Nach einer Weile Schreibtischarbeit ein Abstimmungemeeting mit einer Kollegin. Ein Testplan für die nächsten Wochen muss her und dann mit dem Kunden abgestimmt werden. Es ist nicht trivial und so richtig zufrieden bin ich noch nicht. 

15:00
Beim Kaffeeholen in der Küche erzählt mir ein Kollege, er mache jetzt seine Seife selbst?! Jedem der anderen 150 Mitarbeiter meiner Firma hätte ich das zugetraut, aber nicht ihm. Sachen gibt´s. 

15:30
Fräulein ReadOn
teilt meinen Link und ich werde rot.


16:30
Feierabend. Wie schön, dass es noch hell ist. Der Tag war vollgepackt, aber eher mit nervigen kleinen Themen, sodass ich gestresst aber nicht zufrieden ausgelaugt nach Hause fahre. Außerdem denke ich darüber nach, ob ich meine Sache als Führungskraft gut mache. Normalerweise kann ich mich gut damit rechtfertigen, dass es als Dreierteam nicht einfach ist, ein Team zu führen. Diese Woche aber bin ich alleine und muss mich damit auseinandersetzen, was mein ganz eigener Stil ist, und ob dieser angemessen ist.

17:15
Der Liebste weilt heute lange auf Messe. Es gibt also keinen Grund, nicht schon zu essen. Früher gegessen, früher verdaut, weniger Bauchweh beim Einschlafen. Ganz einfach. Zum Glück habe ich noch Sauerkrautlasagne übrig. Uschi hatte mich gebeten, meine Abwandlung hier zu posten, aber ich darf irgendwie nicht kommentieren. Daher hier meine Eingaben dazu:

Da ich das erste Mal Sauerkraut verarbeitet habe, habe ich mich ein wenig auf mein klassisches Lasagne-Rezept gestützt. Knobi, Rinderhack, Zwiebeln anbraten, würzen wie Uschi. Sauerkraut dazu, 300ml Brühe, köcheln lassen. Parallel Bechamelsauce mit viel Parmesan anfertigen. Hack-Kraut-Masse abwechselnd mit Nudeln und Bechamel schichten.
18:45
Offensichtlich wird es noch später als gedacht bei meinem Mann, denn erst jetzt steigt er in den Zug, wie er schreibt. Ich sortiere ein bisschen meinen Kleiderschrank, dann lese ich die ersten WMDEDGT-Beiträge bei Frau Brüllen. 


19:00
Ich hänge immer noch richtungslos im Internet, obwohl ich weiß, dass aktiveres Feierabendprogramm deutlich erholsamer wäre. Also nun: Klappe zu, noch ein paar Boxsackübungen und dann mit dem Kindle auf die Couch.







Montag, 4. Februar 2019

Über die Hoffnung

Die Hoffnung stirbt vielleicht zuletzt. Gut für die Hoffnung. Aber richtig grausam ist die Situation, wenn man als Schutzmaßnahme gegenüber dem Umfeld betont, die Hoffnung schon längst aufgegeben zu haben, während im Inneren noch immer ein winziges Flämmchen glimmt. Dann ist selbst das Recht, sich Trost zu holen, wenn das Erwartete wirklich eintritt, verwirkt. 

Freitag, 1. Februar 2019

Meine Anna heißt Laura

Meine Anna heißt Laura. Und so oft ich sie in den letzten 8 Jahren gegooglet habe, so sicher bin ich, dass sie mich nicht sucht, weder im Internet noch sonst wo. Daher bleibe ich bei ihrem echten Namen.

Bei einer der mutigsten* Aktionen meines Lebens lernte ich Laura kennen: Ich fuhr mit 15 das erste mal alleine in den Urlaub, mit einer RUF-Jugendreise ging es nach Lido di Ostia. So richtig alleine. Alleine alleine. Ich hatte keine Schulfreundin dabei, wie die meisten anderen der Mitreisenden, die in Zweier- oder Dreier-Grüppchen reisten. Nein, ich kannte niemanden. Schon der Gedanke, dass ich es damals völlig ok fand, 20 Stunden mit wildfremden anderen Jugendlichen in einem Bus zu sitzen UND im Anschluss zwei Wochen Urlaub mit ihnen zu verbringen, lässt mich im Nachhinein den Kopf schütteln. Aber es war genial. Das Appartment (eher ein Trailer, der nach jeder Dusche komplett unter Wasser stand, knöchelhoch) bestand aus mir, einem Zwillingspärchen und deren Freundin. Die drei Mädels waren ein Jahr älter als ich, ein bisschen Öko, spielten Bass und Gitarre und sangen gemeinsam in einer Rock-Band. Ich war im Himmel. Wir verstanden uns auf Anhieb, ihre Coolness färbte auf mich ab und unsere Veranda war der Treffpunkt für die "Älteren". Wir waren gerade einen Ticken zu alt für diese Reise, sodass wir so manches albern und kindisch fanden: z.B. dass es "Schnibbelspaß" hieß, wenn man Küchendienst hatte, die Kennenlernspiele, der Disco-Abend. Wir machten mit, kicherten aus wirklichem Spaß und auch aus Freude daran, noch mal kindisch sein zu "müssen", weil wir ja mitmachen mussten! Eine gute Ausrede, wenn man eigentlich cool sein muss.

Unter den Leuten, die auf unserer Veranda abhingen, wo meine drei Zimmerfreundinnen Musik machten und sangen, war Laura. Eher still zunächst und nicht ganz so auffällig wie die ganz coolen, aber ehe ich mich versah, waren wir ein Herz und eine Seele. Sie war alles. Cool, authentisch, intelligent, hübsch und so lieb. Und mochte mich. Der Urlaub verging wie im Flug und der Abschied zurück in Deutschland war so traurig, zum ersten Mal hatte ich seit langer Zeit das Gefühl, eine Freundin für´s Leben gefunden zu haben. 

Zu meinem großen Glück wohnte auch Laura in NRW, und wir konnten uns regelmäßig treffen und unser Versprechen, für immer Freundinnen zu bleiben, bewahren. Wir trafen uns auf dem Kölner Ringfest, bei mir zu Hause für ein Wochenende, ich war auf ihrem Geburtstag und nach dem Abi verbrachte ich drei herrliche Tage bei ihr und ihren Eltern. Drei Tage voller Sonne, faulen Stunden in der Hängematte und Schwimmen im Pool. Das Studium begann. Ich ging nach Aachen - sie war eher unentschlossen und begann doch, genau wie meine Kindergartenfreundin (meine Trauzeugin) in Bonn Jura zu studieren. Ich verkuppelte die beiden und war einfach nur unfassbar glücklich, dass zwei der wichtigsten Freundinnen in meinem Leben sich gerne mochten. Sie kochten zusammen, lernten zusammen, gingen zusammen zum Sport und besuchten mich zusammen. Herrlich - eine Dreiecks-Freundschaft ohne Eifersucht. Auch ich lernte neue Freundinnen kennen im Studium und freute mich für die beiden, dass sie einander als Gefährtinnen gewählt hatten in diesem neuen Lebensabschnitt. 

Mein Studium lief gut - notentechnisch und auch so. Was ich heraushörte, war, dass Laura hier und da ein paar Probleme hatte und zumindest glaubte, unserer gemeinsamen Freundin im direkten Vergleich, der nicht ausblieb, wenn man zusammen das gleiche studierte, hinterherzuhinken. Ob es wirklich so war, weiß ich bis heute nicht. Irgendwann, vielleicht nach zwei Semestern hörte ich immer weniger. Auch meine Freundin sah Laura immer seltener in der Uni, und auch so zog sie sich zurück. Irgendwann kam keine Reaktion mehr - egal welcher Art wir den Kontakt aufzunehmen versuchten. Ok, sie braucht ne Pause, dachten wir uns. Wir sind ihre Freundinnen, vielleicht ist sie etwas genervt, dass es bei uns so rund läuft und bei ihr nicht? Wir suchten die Schuld bei uns, gingen gemeinsam sämtliche Situationen durch, fanden aber nichts, was sie uns hätte übel nehmen können. Irgendwann hörten wir auf sie weiter zu bedrängen.

Zur Uni erschien sie nicht mehr. Und irgendwann blieb nur noch googlen. Sie hatte zu Lehramt gewechselt, und ich freute mich, dass sie offenbar etwas gefunden hatte, das ihr mehr Freude bereitete als Jura. Ich konnte sie mir hervorragend als Lehrerin vorstellen und bin mir sicher, dass sie heute eine grandiose und geliebte Lehrerin ist. Alle Jahre wieder überkam es mich und ich schrieb eine Nachricht ins Leere. Auf StudiVZ, Facebook. Sogar eine E-Mail-Adresse fand ich einmal, von dem Institut, an dem sie mittlerweile als Hiwine arbeitete. Einmal rief ich ihre Mutter an, als ich ihre Stimme hörte, verließ mich aber der Mut und ich legte auf. Ich kam mir schrecklich vor, wie eine Stalkerin. Und trotz der Schuldgefühle, die sie in mir verursachte, ohne dass ich sie genauer fassen konnte, waren und sind meine Arme immer für sie geöffnet geblieben. 

Vor zwei Jahren ungefähr schrieb sie mir. Völlig aus dem Nichts. Ich las die Nachricht auf der Arbeit und hatte Herzklopfen, sodass ich mich mit meinem Handy aufs Klo setzen musste. Sie vermisste mich. Für mich war sofort alles wieder gut. Sie schlug ein Treffen vor, wollte nach Aachen kommen.  

Und dann sagte sie ab. Natürlich. Die Begründung war so hanebüchen, dass ich denke, dass sie wahr war. Jeder weitere Versuch meinerseits, den Faden wieder aufzunehmen, ging ins Leere.

Seit diesem kurzen Intermezzo habe ich ihre Nummer in whatsapp. Ihr Profilbild zeigt sie als Braut - wir haben offenbar im gleichen Jahr geheiratet und in ihrem Brautstrauß erkenne ich Eukalyptus, wie in meinem.

* Ich weiß, für viele Menschen kein großes Ding. Für mich damals ein sehr großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit. 

Donnerstag, 31. Januar 2019

Im Rädchen

Die gefühlt längsten zwanzig Minuten hatte dieser Tag heute für mich, als ich mein Auto aus einem Eispanzer befreite, dabei fast den linken Ringfinger wegen Abfrieren verlor (immer der Ringfinger!) und dann über die Beifahrertür ins Auto kletterte, weil die Fahrertür zugefroren war.

Warm wurde mir dann aber doch noch: Die erste Telko mit USA um 9 Uhr (da will uns mal wieder jemand nach einer kleinen Feasibility überzeugen, dass wir dann doch jetzt auch in Serie liefern können, hihi, und vergisst dabei, dass wir über Medizinprodukte sprechen, nicht über Büroklammern. Und dass erste Muster quasi Hand-Manufaktur bedeuten - die Preise will man nicht einmal für ein Medizinprodukt bezahlen. Die Umrechnung der Zeitlinie war dann aber einfach: Ein Monat in Kunden-Rechnung entspricht realistischerweise einem Jahr! Aber wichtig war´s wohl: 23 Uhr auf Kundenseite - selten so froh gewesen, dass es kein Video-Call war.

Im Anschluss ein Brainstorming zu einem anderen Thema, dann Auswertung von Testergebnissen und Diskussion weiteres Vorgehen (wieder anderes Projekt), eine Minute zu spät im nächsten Meeting (das sagt alles!!) und einlassen auf wieder ein neues Thema. Die Besprechung wurde gehalten von einer geschätzten Kollegin und ich musste ein bisschen grinsen, als sie in die Meeting Minutes "A toque" schrieb (=ad hoc). Keiner reagierte, also weise ich sie mal ohne Publikum darauf hin.
12:30 dann Mittagessen, das heißt Hunger seit 30 Minuten kurz vor Bauchweh. Nächstes Meeting mit noch vollem Mund betreten, dann Telko mit einem anderen Ami-Kunden. 

Kurz vor Feierabend noch ein Anruf vom CEO, ob ich denn jetzt wieder knuffiger (wtf?) unterwegs sei. Damit war die Pause vom Gedankenkarussel, die dieser abwechslungsreiche Tag gebracht hatte, passe, und ich hoffe, meine Antwort klang dennoch einigermaßen okayish.
 


Freitag, 25. Januar 2019

Luft raus und Luft nach oben

Die Luft ist wieder mal raus, nachdem ich mich viele Wochen mit der Babyparty meiner Schwester beschäftigt und mich auf diese sehr gefreut habe. 

Somit startete ich heulend mit schlechter Laune in die Arbeitswoche - und eine merkliche Verbesserung konnte ich nicht beobachten. Neben viel business as usual gab´s diese Woche eine Massage nach der Arbeit. Besser hätte ich die genießen können, wenn ich nicht befürchtet hätte, angesichts des Schneefalls danach nicht mehr nach Hause zu kommen. Die Sorge war zwar unbegründet, aber Spaß habe ich nicht dabei, im Schnee Auto zu fahren.


Gestern fasste ich mir ein Herz und investierte zwei Stunden, um kurz darstellen zu können, dass wir in einem Bereich massive Lücken haben, die es spätestens bis zum nächsten Audit zu füllen gibt. Ich frage mich zwar, warum so was anscheinend nur mir über die Bettdecke läuft und nicht den eigentlichen Verantwortlichen, die im Audit entsprechend dastehen werden - aber gut. Mit meiner Übersicht überfiel ich dann meinen Chef. Und meine in zwei Stunden zusammengezimmerte Übersicht war "genau so, wie er das schon immer haben wollte". Fragt sich, warum das entsprechende Team das dann nicht mal als Ansage bekommen hat, aber da liegt so viel im Argen, so genau will ich das vielleicht gar nicht wissen. Ich bin froh, wenn das Thema zumindest für den Bereich meiner Produkte endlich vernünftig aufgestellt wird. Im Team selbst habe ich es über die Jahre zu oft angesprochen, ohne dass irgendwas passiert wäre. Und immer muss erst dies oder jenes passieren, oder die andere Abteilung ist schuld, weil.... oder die Verantwortlichkeit sei noch nicht geklärt worden. Ehrlicherweise wird das Chaos sogar immer größer, weil einfach keine Struktur da ist, die darstellt: Das haben wir, das fehlt, das müssen wir tun. Die Grundlage dafür habe ich gestern geschaffen und als ich den Raum verließ hatte ich den Auftrag, das noch zu Ende zu bringen, damit mein Chef das Thema mit Hilfe meiner Vorarbeit adressieren könnte. Das habe ich gerne gemacht (selten komme ich in letzter Zeit einem Flow so nah wie vor einer Excel-Tabelle).

Dieses Beispiel ist aber auch ein guter Hinweis darauf, was passieren wird, wenn in meiner Ebene tatsächlich monetär gebundene Zielvereinbarungen eingeführt werden. Die Unternehmensstruktur gibt es nicht her, dass ich als Produktentwicklung nicht nach links und rechts schaue. Wenn mein Gehalt davon abhängt, ob ein Entwicklungsprojekt den nächsten Milestone erreicht, überlege ich mir sicher zwei mal, ob ich anderweitig auf Missstände aufmerksam mache und Zeit investiere, sie zu beheben oder - wie zur Zeit oft - feuerwehrmäßig QM-Themen übernehme. Besser wird das so nicht. Meiner Meinung nach muss erst Struktur her, dann Ziele und dann Zielvereinbarungen. 

Wie gesagt: Die Woche hat noch Luft nach oben. Zwei Tage hat sie noch!

Sonntag, 20. Januar 2019

Überraschung!

Als die Wohnzimmertür gestern aufging, und sieben Frauen im Chor "Überraschung - Babypartyyy" riefen, hatten meine Schwester und ich etwas gemeinsam: Wir waren beide sprachlos. Sie, weil sie bei einem kurzen Zwischenstop während eines Stadtbummels von ihrem Mann ins Wohnzimmer geschickt wurde, um die Heizung auszustellen, und da dann fremde Menschen in ihrem bunt geschmückten Wohnzimmer standen, das sie doch erst eine Stunde zuvor an einem ganz normalen Samstag in einem aufgeräumten Zustand hinterlassen hatte. Und ich, weil ich nicht gedacht hätte, dass dieser ganze Plan wirklich glatt laufen würde. 

Im November kam mir, als ich einmal wieder die Fotos meines grandiosen Junggesellinnenabschied ansah, die Idee, meiner Schwester eine Überraschung zu bereiten. Geheiratet hatten sie Anfang letzten Jahres heimlich zu zweit, ein Junggesellinnenabschied war also nicht möglich gewesen. Und trotz aller Differenzen (und nerviger gemeinsamer Schwächen) war mir klar: Wenn jemand meiner Schwester einen solchen Tag bereiten soll, dann muss ich das sein. Es gibt nicht viele Menschen, die meiner Schwester nahe stehen oder denen meine Schwester sich nahe fühlt, und die Freundschaften beruhen in erster Linie auf der Aktivität ihres Mannes, die dann oft für sie mit reicht. Dennoch gibt es Menschen in ihrem und unserem Leben, die ihr wichtig sind, und bei denen ich mir sicher war, dass sie ihr einen schönen Tag bereiten würden. So besprach ich die Idee mit ihrem Mann und gemeinsam kamen wir zu dem Schluss "Manchmal muss sie einfach zu ihrem Glück gezwungen werden!" und damit hatte ich das "go!".

Die Terminsuche verlief erstaunlich easy und die bunt gemischte Gruppe war im Whatsapp-Chat wunderbar kooperativ. So bastelte ich über Weihnachten die Windeltorte, kaufte allerhand Deko (gar nicht so einfach geschlechtsneutrales Material zu finden!), gestaltete ein Gästebuch-Bild und dann war plotzlich schon Januar. Mit meinem Schwager besprach ich, dass er seinen Schlüssel am Freitag in die Praxis meines Bruders bringen würde, damit seine Frau (ebenfalls schwanger) und ich in die Wohnung kämen. Als mein Bruder mir am Freitag dann ein Foto des Schlüssels mit dem Kommentar "Der Adler ist im Nest" schickte, musste ich sehr lachen und war erleichtert. Ich hatte aber meinem Schwager auch im 12-Stunden-Takt Erinnerungen per whatsapp geschrieben - safety first. Schlafen konnte ich trotzdem nicht, und so war ich sehr froh, dass mein Mann mich begleitete, und das Auto fuhr. Er hatte dem Sohn meines Bruders versprochen, den gaaaanzen Tag mit ihm Fußball zu spielen, und das Wetter würde das ja sogar zulassen. 

Nach einem schnellen Kaffee bei meinem Bruder kam das OK meines Schwagers: Die Luft ist rein. Schnell hatte das Vorbereitungsteam die Wohnung in Besitz genommen und innerhalb von 30 Minuten war alles vorbereitet. 






Bis auf so Fragen "Stand die Küchentür auf, als wir kamen?" und "Reicht es, dass die Autos in der Nebenstraße stehen?", lief alles glatt. Und dann konnten wir tatsächlich nur noch im Wohnzimmer warten. Warten ist nicht meine leichteste Übung, und mir wurde ein wenig schlecht, als ich dann den Schlüssel im Schloss hörte. Meine Schwester ist kein ganz einfacher Mensch und ich erwartete eine erst einmal schüchtern-verhaltene Reaktion. War das vielleicht alles doch nicht so eine gute Idee? Aber zu spät. Da stand sie nun plötzlich in der Tür, und wir riefen  "Überraschung!!". Ihr kamen die Tränen, mehr als ich mir jemals erwartet hätte. Mir dann auch, und ich wusste: War doch kein Fehler. Die Zeit verging rasend schnell mit Essen, Kuchen essen, Bodies bemalen, noch mehr essen, Fotos raten und quatschen. 

Letzte Nacht schlief ich sehr, sehr gut.
(Und freue mich, dass ich heute lauter Küsschen und Herzchen von meiner Schwester per whatsapp bekomme - passiert auch nicht so oft!)



 

Sonntag, 13. Januar 2019

Sonntagmorgen

Es könnte 6, 8 oder 10 Uhr sein - heute bleibt´s wohl dunkel. Eigentlich wäre heute so ein Tag, sich einen Schweinehund anzulegen, und einfach im Bett zu bleiben. Aber wir haben keine Haustiere. Ich stehe auf, erledige eine Katzenwäsche, ziehe mich an und habe angesichts des ans Fenster klatschenden Regens längst entschieden, dass es das Fitnessstudio wird. 

In mir fühlt es sich immer noch an wie November und verzweifelt warte ich noch immer auf den großen Dreh, den der Januar hätte bringen sollen. Aber die schicken neuen Sport-Bustiers über blanken Bäuchen, die glänzenden Schuhe und die mit Trainingsplänen suchend umherlaufenden unbekannten Gesichter im Studio lassen keinen Irrtum zu: Es ist Januar.

Nichts ist lauter als meine Gedanken. Nicht die Stimmen der Mitsportelnden, nicht das Laufband und auch nicht der Podcast auf meinen Ohren. 

Der Sattel ist nass - ich merke, wie gequält mein Gesicht aussehen muss, als ich durch den Regen noch schnell zum Bäcker strampele. Drinnen ist es warm und die Schlange außergewöhnlich kurz. Andere haben einen Schweinehund, und der muss heute wohl Toast oder altes Brot essen. 

Auf dem Weg nach Hause habe ich Gegenwind. Und endlich. Endlich ist etwas lauter als meine Gedanken.

Samstag, 5. Januar 2019

WMDEDGT 1/2019

Auch im Jahre 2019 lässt Frau Brüllen uns vortanzen und erklären, was wir denn alle so den ganzen Tag machen. Für die einen ein ganz normaler Samstag, für die anderen der vorletzte freie Tag, bis es Montag wieder an die Arbeit geht.

00:40
Ich bin noch wach und lese ("Mittagsstunde" von Dörte Hansen. Nach ihrem Debut "Altes Land" bisher sehr sehr schwach- ne, natürlich kein Affiliate Link oder so was). Unerwartet schreibt mir meine Freundin, mit der ich für den Mittag verabredet bin. Bei einem Theaterbesuch ist der Schwiegervater zusammengeklappt, sodass sie ihn erst ins Krankenhaus und dann nach Hause bringen. Um ihn nicht allein zu lassen, werden sie auch bei ihm übernachten, und aller Voraussicht nach unser geplanter Spaziergang ausfallen. Schade, aber mehr als verständlich.

08:00
Eigentlich hatte ich - auch angesichts der in Form eines Spaziergangs geplanten Bewegung - mir für heute vorgenommen, im Bett liegen zu bleiben, zu lesen und keinen Sport zu machen. Naja, auch andere werfen ihre (zugegeben viell. anders gelagerten) Vorsätze im Januar über den Haufen, und so stehe ich dann doch bald auf der Matte, mache erst ein Fitnessblender HIIT Workout und dann noch ein paar Box-Übungen. 


09:00
Danach geht´s mir gleich besser. Der Liebste war in der Zwischenzeit schon einkaufen (!!) und Brötchen holen. Wegen für morgen geplanter Burger war seine Motivation, den Einkauf zu erledigen, größer als sonst, und ich gönne mir in Ruhe eine Dusche und lese noch ein wenig.

10:30
Spätes Frühstück heute. Wir können jetzt bei jedem gemeinsamen Frühstück (sprich nicht nur sonntags, sondern auch samstags) rätseln, denn ich habe dem Liebsten die ersten zwei Bände der Eckstein-Rätselbuchreihe geschenkt. Somit haben wir nun erst einmal 400 Rätsel auf der Kante, ehe wir den nächsten Band kaufen müssen. Dazu natürlich das jeweils einmal pro Woche rauskommene aktuelle Eckstein-Rätsel der Zeit. Herrlich!! Auch angesichts der Tatsache, dass man sich ab und an in die 80er, die Erscheinungsjahre, versetzen muss, um manche Frage zu lösen. 

12:00
Wir krusen rum, lesen, ich sammel schon mal meine Arbeits-Sachen in meiner Tasche zusammen. Meine Freundin schreibt, dass es vielleicht doch noch klappt mit dem Spaziergang, wenn sie bald loskommen. 

13:00
Nein, klappt nicht. Der Schwiegervater pennt noch und sie wollen ihn nicht alleine lassen. Das verstehe ich sehr gut.
Langsam fällt mir jedoch die Decke auf den Kopf, und der Liebste und ich beschließen, in der Mayerschen Reiseführer lesen zu gehen, und im Anschluss einen Kaffee zu trinken. Bestes Stimmungsaufhellprogramm.

15:00
Draußen ist es richtig, richtig fies. Ich weiß nicht genau, wann das passiert ist, aber bei Leni kriegt man seit einigen Wochen regelmäßig keinen Platz mehr, ohne warten zu müssen. Wir haben Glück und sind die zweiten in der Reihe, sodass wir nach 10 Minuten einen Platz ergattern. Ich finde den Kaffee bei Leni wirklich richtig, richtig gut. Deswegen gehe ich sehr gerne dort hin. Der Hype will sich mir dennoch noch nicht ganz offenbaren, insbesondere, da alle Speisen, auch der Kuchen, doch sehr hochpreisig sind, und die Konkurrenz groß. Cappuccino für 2,90€ finde ich in Ordnung, zumal die Qualität gleichbleibend gut ist.
Wir teilen noch einen Blaubeer-Muffin. Ebenfalls sehr lecker. Aber teuer. 

16:00 
Auf dem Heimweg beeilen wir uns wieder, um dem Nieselregen nicht zu lange ausgesetzt zu sein. 

17:30 
Wir haben irgendwie unsere Mittags-Brötchen ausfallen lassen, die nun dran glauben müssen. Dabei lese ich in "Psychologie Heute" - Bestandteil meines Readly-Probeabo für 2 Monate. Darüber hinaus werde ich es sicherlich nicht beziehen. Zu wenige Magazine, die mich interessieren - und im Alltag vermutlich zu wenig Zeit. Für die Weihnachtsferien war es jedoch genau das richtige.
Aber Sie würden sich wundern, für was es alles Zeitschriften gibt. Natürlich für jeden gängigen Frauennamen eine Frauen-Klatsch-Zeitschrift - wo kämen wir dahin, wenn man nicht eine Zeitschrift mit dem eigenen Vornamen zur Auswahl hätte? Kochen, Rezepte, Landleben - im Januar wenig erquickend, wenn einem von jedem Titel schon die neuesten Diät-Ansätze entgegengeschmettert werden. DIESE FUNKTIONIERT JETZT ABER WIRKLICH GANZ IN ECHT!!ELF!!11 Und geradzu niedlich die Zeitschriften für den Hobbyler (gibt es das Wort?): Modelleisenbahn, Basteln, Jagen, Fischen, Motorrad, Häkeln - wohlgemerkt verschiedene Zeitschriften, nicht alle Hobbies in einer. Puppen (ja, Puppen, so Käthe-Kruse-Puppen glubschen vom Titelblatt), Hund, Katze, Maus, Heimkino (Was zur Hölle? Dafür braucht man eine Zeitschrift?), von einem Titel schaut mich Diana an - "sie war schwanger bei ihrem Tod" (nein, ich gehe der These jetzt nicht nach), eine Zeitschrift "Straßenbahn" - so skurril, dass es wieder süß ist, denn vermutlich sind die Leser so was wir Plane-Spotter nur eben für Straßenbahnen, sehr...bodenständig sozusagen! 
Und natürlich Selbsterfüllung, Achtsamkeit und Gedöns. Leider wenig Politik, zum Glück alle Hefte von Spektrum. Insgesamt ca. 99,9% richtig großer Bullshit.

20:00
Wir entscheiden uns für eine Folge Ozark. Mir gefällt es bisher ganz gut, aber man hätte den Blaustich auch weglassen können. Stört mich ungemein. Er ist grundsätzlich vorhanden, dachte ich doch zunächst, er sei angewendet, um verschiedene Zeitebenen auseinander zu halten. 

21:00
Im Gedanken an den bevorstehenden Alltag packt mich nun noch einmal die Putzwut. Der Robbi hat schon vorgearbeitet, während wir heute aus waren, sodass ich jetzt einmal wischen kann, ohne mich vor Haaren, etc im Putzwasser ekeln zu müssen. Das ist sehr, sehr großartig. Überhaupt ist dieser Robbi der beste Kauf des Jahres 2018 - nach unserer Hochzeit natürlich ;-).

22:00
Nun wird noch ein wenig gelesen, und dann folgt noch einmal "ausschlafen", bis der Wecker am Montag wieder klingelt.

Dienstag, 1. Januar 2019

Der erste

Ich mag diese Stimmung nicht am ersten Januar. Und ganz offensichtlich ist es dafür völlig egal, ob ich einen Kater habe oder nicht, ob ich Silvester gefeiert oder gemütlich auf der Couch verbracht habe. Der erste Januar ist trüb. Innen wie außen, denn das Wetter hatte heute wenig Alternativen zu Nebel und Nieselregen zu bieten. Nebel und Nieselregen - eine Alliteration des Grauens. Ob dieses Wetter am Tag nach Silvester auch am Feuerwerk liegt? Ich weiß es nicht, kann mich aber an keinen ersten Januar bei strahlendem Sonnenschein erinnern.




Müde waren wir dann doch heute, denn wider Erwarten haben wir doch bis 12 Uhr durchgehalten mit leckerem Essen, Lesen, Spielen, Lesen, Serie gucken, Spielen, Lesen ....Die Filterblase, die die Böllerei in den letzten Tagen so hübsch geringgeschätzt hat, wohnt anscheinend nicht in Luftweite - jene Luft war nämlich 0:05 Uhr ordentlich verpestet und Gruppen todesmutiger alkoholisierter Mittdreißiger wagten sich sogar auf die vielbefahrene Straße, um den Nachbarn unter Einsatz des eigenen Lebens das schönste und prächtigste Feuerwerk zu präsentieren. Dabei wurde sogar ritterlichst in Kauf genommen, von vorbeifahrenden Autofahrern beleidigt zu werden. 
Heldenhaft, sag ich euch!

Nach diesem Ereignis, aus dem Dachfenster beguckt, entschieden wir, dass es nun angemessen sei, das Bett aufzusuchen. Mein Kreislauf war da aber schon wieder umgesprungen auf "Hallo Wach", immerhin im Alltag 4 Stunden später Aufstehen angesagt, sodass ich las und las und las ... Irgendwann fielen mir dann doch die Augen zu, um heute Morgen um 7 Uhr vom Liebsten geweckt zu werden, der sein alkoholfreies Bier vom Vorabend (PARTY HARD!) wegbringen musste. Einschlafen war nicht mehr, also wieder lesen, lesen, lesen auf beiden Seiten des Bettes, ehe mir die Morgen-Melancholie befahl, das für heute ausgesuchte HIIT Workout zu starten. Danach ging´s dann auch direkt besser, zumal mir nicht langweilig wurde. Für morgen haben sich nämlich erneut Gäste angesagt, sodass ich einen Nachtisch in Form einer Baiser-Sahne-Eisbombe vorbereitete. Das Baiser übrigens selbst gemacht - Aufwand und Kosten sehr gering, in der Bäckerei hätte ich ca. 6 Euro dafür gelassen. Noch schnell die Bolognese für die Lasagne vorbereitet, dann war es schon 12 Uhr. Nach dem Frühstück erfasste mich dann wieder die Melancholie, also wurde geputzt, ehe ich mich mit dem Kindle auf die Couch und unter die neue Decke verzog.

Das Abendessen gestaltete sich aus vielerlei Resten. Engegen der Erwartung ist der Kühlschrank nicht leerer geworden. Stattdessen steht da jetzt zusätzlich die Bolognese für morgen drin, hrmpf.  Ich dachte immer, unser Tiefkühlfach sei das Bottleneck, aber die Eisbombe bekam ich erstaunlich gut unter.

Morgen müssen wir dann tatsächlich noch mal unter Leute. Ich bin schon fast aufgeregt!

Frohes Neues Jahr 2019 Ihnen - Mögen alle Wünsche in Erfüllung gehen!