Mittwoch, 5. Dezember 2018

WMDEDGT 12/2018


Es ist der 5. Dezember. Frau Brüllen fragt auch in ihrem Lieblingsmonat Dezember, was die Bewohner von BloggingCity am heutigen Tage tun -außer Stiefel füllen.



05:25
Mein Wecker klingelt um 5.25 Uhr. Die letzten beiden Nächte waren aus Gründen der a) Schlaflosigkeit und b) Geburtstagsfeierei des Liebsten sehr, sehr kurz. Wie immer bricht dann bei mir nach der ersten Nacht, in der ich wieder normal schlafe, sprich heute, die Endzeit-Müdigkeit durch. Und das nach 7,5 Stunden Schlaf.



06:00
Nach einer Runde Morgen-Gymnastik mit verstärktem Hüpfanteil für die Knochen (mein persönliches Anti-Osteoporose-Programm) und einer Dusche geht es dann einigermaßen. Ich wecke den Liebsten, der ähnlich gerädert aussieht.



06:30
Ich öffne den Achtsamkeits-Adventskalender, den ich von meiner Freundin geschenkt bekommen habe, und muss an Frau Brüllen denken. 
Mich nervt dieser Hype genau wie so viele andere so sehr, dass die Achtsamkeit vor der Achtsamkeit kaum eine Chance hat. Dennoch versuche ich mich auf die Idee einzulassen, denn wenn ich ehrlich bin hat meine Freundin (sie ist Psychologin und muss es wissen) sehr recht: Ich stehe zur Zeit neben mir. Spüre weder Genuss, noch Freude, ich weine, bevor ich weiß wieso. Habe niemals lange Weile, weil meine Gedanken immerzu rasen, keinen Hunger, weil ein Keks immer in unbedachter Griffweite ist, bin niemals satt, weil mir nach wenigen Bissen der Genuss vergeht und mache meinen Sport ohne das Gefühl der anschließenden Befriedigung.
Da kann ein wenig Besinnung nicht schaden. Gestern musste ich sehr achtsam einen Kaffee trinken - das hat wirklich einen Unterschied gemacht. Statt im Stehen mit einem Podcast zu den neuesten Nachrichten aus Amerika, gab´s den ersten Espresso sitzend. Ohne Musik, ohne Bildschirm. 
Heute wird es schwieriger. Heute muss ich sechs Lächeln verschenken… Puh. Ausgerechnet heute.

07:00
Das mit den sechs Lächeln verlief durchwachsen. 


Es war eine Erfahrung, aber ich muss sagen, ich lächele lieber aus Überzeugung. Auch wenn es ja Studien gibt, die besagen, dass auch ein erzwungenes Lächeln die eigene Laune hebt.  

09:00
Meine Kollegin und ich planen die nächste Woche. Nachdem wir aus Gründen nur noch 5 statt 6 Laboranten haben scheint es, als würden die letzten 2,5 Wochen vor Weihnachten noch einmal richtig spannend.

12:00
Frühe Mittagspause, da ich um 13 Uhr ein weiteres Meeting habe. Ich hasse diese Zeit für Meetings, wenn Schnitzelkoma, bzw. bei mir Brotkoma angesagt ist.

13:00
Was soll ich sagen? Da ich als einzige Teilnehmerin des Meetings heute meine berechtigten Zweifel an dem Vorgehen geäußert habe, wird die Initiatorin der Sache dann wohl morgen bescheid wissen, wer die Kritik noch einmal an anderer Stelle geäußert haben wird. Nämlich ich. Morgen. Eine Etage oder zwei höher. Aber nach einer Migration eines ERP-Systems die zu validierenden Aspekte in einem 1,5h-Meeting auf Zuruf aufzuschreiben, ohne jeden risikobasierten Ansatz, ohne Validierungsplan, ohne Validierungsprinzipien, dann dahinter Namen zu schreiben und zu sagen: Jetzt macht ihr mal und dann hole ich mir am Ende eure Unterschriften ab - das ist so hanebüchen, dass ich jetzt gerade beim Schreiben schon wieder lachen muss. Wir sprechen übrigens von Medizinprodukten, nicht von Kugelschreibern.
Ich werde da relativ wenig unterschreiben, nämlich nüscht! und zur Not werde ich das morgen unserem GF um die Ohren hauen. Das ist sicher besser, als dass mir meine Unterschrift in 1,2,3 Jahren von einem Notified Body um die Ohren gehauen wird.

16:30
Feierabend. Ich bin kurz geneigt, das Abendessen-Date mit dem Liebsten abzusagen. Aber er hatte Geburtstag und wie selten gehen wir aus... also versuche ich eine Stunde zu Hause runterzukommen (nein eigentlich mach ich ein paar private blöde Brief-Versicherungs-etc-Sachen, ehe ich mich um 17:45 auf´s Rad setze.

18:00
Pünktlich wie die Maurer treffen wir uns vor dem Prosecco. Ich bilde mir ein, erkannt zu werden (ich träume davon, einen Stamm-Italiener zu haben, bei dem mich die Inhaber mit Namen begrüßen, aber dafür ist das Prosecco glaube ich zu teuer ;-) ), auch wenn wir das letzte mal vor einem halben Jahr hier waren. Während wir die News des Tages teilen, bekommen wir einen Gruß aus der Küche: Vitello Tonnato. Meine absolute Lieblingsvorspeise beim Italiener. Ich bin schwer begeistert, sonst gibt es eher Bruschetta (ich glaube wir hatten den Vorteil noch die einzigen zu sein, sodass unser Luxus-amuse-gueule keinen Präzedenz-Fall schaffen konnte). Für den liebsten gibt es dann noch ein Tonno-Carpaccio und im Anschluss Lachs und für mich Saltimbocca. Vorzüglich, ich bin mit dem Tag versöhnt - und genieße voller Achtsamkeit ;-).


20:30 
Wieder zu Hause setze ich mich für WMDEDGT an den PC, der Liebste sitzt auf der Couch und dort geht es für mich nun auch hin. 







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