Sonntag, 25. November 2018

Geschichten einer Ehe - oder wieso zwei Köche den Brei verderben

Mir wird hier vorgeworfen, immer alleine die Entscheidungen zu treffen, was gekocht wird. Und da ich kein Problem damit habe, z.B. in der Kürbissaison jede Woche einen Kürbis zu verarbeiten (und zu essen!), kam dieses Thema letzte Woche noch einmal auf - uppsi.

Vor ein paar Jahren gab´s da mal die Situation, dass ich T. in einer ebensolchen Diskussion fragte "Was sollen wir denn dann morgen kochen?". Die Antwort war - mit einem Fragezeichen am Ende "Rotkohl...?". Da mussten wir beide sehr lachen und seitdem ist es ein running gag. In meinen schlechteren Zeiten wäre Rotkohl als Hauptmahlzeit für mich ok gewesen - er aber hätte vermutlich etwas schief geguckt, wenn ich dem Vorschlag so nachgekommen wäre. Mir ist es wichtig, dass ich am Wochenende etwas koche, was wir mindestens einen Abend dann noch in der Woche essen können, und was man vielleicht in der Woche nicht schafft zuzubereiten, da zu viel Schnibbelei etc. Außerdem plane ich beim Einkaufen schon die folgenden Essen, in denen ich wenn möglich die übrig bleibenden Rohstoffe sinnvoll weiter verwerten kann. Jeden Tag neu einzukaufen ist aus meiner Erfahrung (im Studium ohne Auto habe ich auf dem Weg von der Uni einfach immer die 4-5 Sachen gekauft, die ich für´s Abendessen brauchte, das waren trotzdem pro Tag dann immer 10 Euro) viel, viel teurer, als einmal im Voraus die Woche zu planen. Und ausgehend von einem Gericht mit dem Wissen, welche Zutaten dort wohl übrig bleiben, fällt es mir auch leichter, Ideen für die anderen Abende zu finden. Da steckt also ein System hinter, und Freitagmittag finalisiere ich in der Mittagspause den Einkaufszettel. Da macht es mich rasend, wenn T. dann Samstag einfällt, dass er Sonntag gerne dies oder jenes gegessen hätte. Solche Vorschläge werden dann also erst Teil der nächsten Woche, und so gab es heute und nicht letzte Woche Sonntag Chili con Carne.

Zunächst lief alles super, T. schnibbelte Zwiebeln, Knoblauch und Paprika, während ich ein Brot buk. Er bot dann an, alles anzubraten und dann köcheln zu lassen. Abschmecken sollte ich dann später. Das Köcheln überbrückten wir, indem wir die zweite Hälfte von "Phantastische Tierwesen..." guckten. Dann ging ich wieder runter und ... fand das Chili im Topf angebrannt vor. T. hatte Stufe 2 von 5 unterschätzt. Also kippte ich um in einen anderen Topf. Dem Geschmack war da noch kein Abbruch getan. Trotzdem ärgerte sich T. Mit der Konsistenz war er einverstanden, ich dagegen fand es VIEL zu fest. Ich will da mit Brot drin dippen können. So aber war es eher eine krümelige Substanz. Die Diskussion haben wir ähnlich auch bei Pastasaucen. Und dann sah ich im Kühlschrank, dass T. meine Bitte, zwei Paprika und nicht nur eine zu verwenden, nicht berücksichtigt hatte. Hah, dachte ich, das kann ich auch- verlängerte mit etwas Brühe und dachte, wird er schon nicht merken. Beim Abschmecken (Zimt passt übrigens wider Erwarten echt gut) war ich dann sehr zufrieden und rief T., dass es Essen gebe. 
Als er dann die Kelle in den Topf versenkte, sah ich selber, dass das mit der Brühe nicht so unauffällig war, wie ich gedacht hatte. "Du hast das ja DOCH noch verlängert" - Leugnen zwecklos. Mir ging dann aber die anhaltende Meckerei doch sehr auf die Nerven, sodass ich den Topf nahm, noch mal auf den Herd knallte und vorschlug, dann eben zwei Stunden später zu essen, wenn alles wieder eimgekocht sei. Wollte er dann aber auch nicht, und einigermaßen einträchtig aßen wir unser Chili. Als T. Nachschlag wollte, bemerkten wir dann, dass das Chili immer noch auf dem Herd stand. 

Angebrannt.