Montag, 16. Juli 2018

Unaufgeklärt.

Nach außen mag es vielleicht nicht so ausgesehen haben, aber zeitweise haben wir auf dem Junggesellinnenabschied am Wochenende wirklich ernsthafte Gespräche geführt. Auf meinem eigenen JGA war das übrigens auch so. Ich vermute, dass es einem sehr leicht fällt, zu den anderen sehr guten Freundinnen der eigenen sehr guten Freundin eine Beziehung aufzubauen, denn man ist schon irgendwie "kalibriert" durch die Auswahl der Braut. Obwohl es hier wie dort sehr unterschiedliche Frauen waren, findet man doch schnell Themen, die alle bewegen und bei denen zumindest ich immer daran interessiert bin, fremde Meinungen zu hören. 

Das Gespräch, das ich am Samstag hörte, entspann sich aus einem Ratespiel und führte dazu, dass eine der Anwesenden, Psychotherapeutin, ein wenig aus ihrem Beruf erzählte. Irgendwie kam das Gespräch dann auf Zwänge, und die können absurder ja nicht sein - für Außenstehende wohlbemerkt. Der so bekannte Waschzwang ist da ja noch das harmloseste. Ich glaube, ich kann mir zumindest ein bisschen vorstellen, wie ein Zwang sich anfühlt und wie mühsam es sein muss, ihn zu besiegen. 
Als dann eine der Anwesenden, die ebenfalls eine recht gute Freundin von mir ist, auf die Schilderung eines besonders umfassenden Zwangverhaltens fragte, ob die Patientin denn besonders dumm gewesen sei, war ich umso entsetzter. Diese Assoziation lag mir bis dato so fern!!! Ich dachte, dass zumindest in meinem Umfeld, und natürlich auch bei dieser Freundin, die eine sehr kluge, gebildete, liebenswürdige und emphatische Person ist, ein bisschen mehr Aufklärung herrsche. Naiv von mir, aber auch nicht zum ersten Mal, dass ich so was erlebe.
Vielleicht hilfts ja, dass die Psychotherapeutin zurückgeben konnte, die Patientin sei überdurchschnittlich intelligent. 


Auch auf einem Junggesellinnenabschied muss noch aufgeklärt werden... ;-)
 

Donnerstag, 5. Juli 2018

WMDEDGT 7/2018

Heute ist der 5. Tag des Monats Juli und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag so machen. Mein erster #WMDEDGT als Frau F. statt Frau N. Aber sonst ganz die alte. Und auch der Alltag ist wieder eingekehrt. Ab und zu schauen wir aber verliebt auf den Ehering des jeweils anderen und beinahe täglich gucken wir Fotos an.

05:30
Da der Liebste seit Montag einen neuen Job hat, hat sich unsere Morgenroutine noch nicht so richtig eingespielt. Statt einfach weiterzuschlafen, wenn ich aufstehe, fragt er immer ganz nervös: Wie viel Uhr ist´s denn? und er steht auf, ohne dass ich noch mal wecken kommen muss. Gutes Zeichen. 

06:30
Eine Stunde später sitze ich auf dem Rad, denn ich bin immer noch begeisterter #mdrza-Fahrer. Drei von vier mal bisher diese Woche, gute Quote, finde ich. Für mich, für die Natur und für den Geldbeutel. Das mit der Entspannung ist so eine Sache: Die ersten 3km sind sehr angenehm, da ländlich. die letzten 6km eher....naja. Dazu kommt dann ein steiler Berg, wegen dem ich grundsätzlich in Spaghetti-Top fahre. Auf diese Weise schwitze ich kein bisschen, und im Büro reicht dann Haare richten und Sportshorts tauschen gegen Rock (finde ich zumindest - vorsichtshalber lege ich dann noch mal Deo nach). An einer Ampel höre ich heute "Schönes Fahrrad", guck mich um und sehe eine Frau auf wirklich exakt dem gleichen - sogar die Griffe! Witzig. Wir wünschen uns gute Fahrt und düsen weiter.

06:55
Angekommen schenke ich meinem Arbeitgeber 5 Minuten. Ich war wohl schnell. Dafür verwickelt mich aber eine Produktionsmitarbeiterin mit sizilianischem Gemüt in ihre Story aus Scheidung, Hausverkauf und neuem Mercedes. Ich mag sie unheimlich, Blatt vorm Mund ist nicht ihr Ding. Muss mich dann aber nach 10 Minuten mal loseisen. Und darin bin ich nicht so gut. Komme mir dann immer plump vor, wenn ich versuche einen abschließenden Satz zu finden und meine Körperhaltung auf "Gehen" deutet. 

07:30 
Bis auf ein Meeting wartet heute eine fürchterliche PQ auf mich. Angefangen bei Einführung der klinischen Muster in die Produktion, niemals fertiggestellt (vor meiner Zeit, möchte ich da kurz betonen) und jetzt stehen wir da, müssen die fertig kriegen und gleichzeitig mehrere Spec-Änderungen und eine Line Extension einbeziehen. Bis ich mein "Pack-An" gefunden habe, vergeht eine Weile. Dann aber mach ich mich an die Datenanalyse, was davon der nettere Teil ist (für mich). 

09:00
Wochenplanungsmeeting wie jeden Donnerstag. Und langsam merkt man die Urlaubszeit, es wird eng.

13:00
Nach der Mittagspause geht es weiter mit der PQ. 

16:30
Feierabend. Spontan beschließe ich, endlich mal bei Kaya Dips zu kaufen. Kaum stehe ich da und gucke, werden mir alle Dips zum Probieren angeboten - da sag ich ja nicht Nein. Und danach könnte ich eigentlich gehen, ohne was zu kaufen, so satt bin ich - aber gut, das gehört sich nicht ;-) Und der Liebste will auch was zu Essen haben. Auf jeden Fall super freundliche Bedienung.
 

17:30
Das Heimgeradel verläuft unspektakulär. Meine gelben Karten bin ich mittlerweile größtenteils los geworden, auch weil ein paar Kollegen (inkl. CEO) gehört hatten, dass ich die habe und ein paar abhaben wollten. Wer die nun verteilt, ist ja auch egal. Hauptsache sie sorgen für etwas mehr Respekt. 
A propos Respekt gegenüber Fahrradfahrern. Ich warte noch auf die Rückmeldung der Versicherung desjenigen, der mein Fahrrad angefahren hat, Unfallflucht begangen hat, und "leider" dabei beobachtet wurde. 

Aufmerksamer Zeuge.… https://t.co/iDvFJVMXIq

Mal sehen, was das noch gibt.  Mit Name, Kennzeichen und Versicherung dürfte da ja hoffentlich noch was bei rum kommen außer einer 8 im Vorderreifen. 

20:00
Als wir beide dann gegessen haben (natürlich hatte ich doch wieder Hunger) setzen wir uns das erste Mal diese Woche gemeinsam auf die Couch und gucken eine Folge Fargo. Die dritte Staffel ist wirklich sehr anders als die ersten beiden ....