Freitag, 16. März 2018

Geschichten aus dem Supermarkt

Kaum etwas nervt mich so sehr wie das wöchentliche Einkaufen. Ich glaube, hier und da habe ich das schon einmal erwähnt 😇 Da ich keine Lust habe, meinen wertvollen Samstag hierfür zu verwenden, erledige ich es freitags nach der Arbeit. Freitags gehe ich früher (bzw. pünktlich nach 8 Stunden Arbeit) und bin so trotzdem noch einigermaßen zeitig zu Hause.

Der heutige Einkauf startete nicht gut. Während ich über die Gurken gebeugt stand, wurde ich von hinten ohne jede Vorwarnun geschubst. Als ich mich entrüstet umdrehte, entschuldigte sich ein junger Verkäufer - er habe mich nicht gesehen. Nicht gesehen also, Nun gut, ich hatte heute auch nicht mehr die bunte Nagellack-Parlette aufgetragen, da kann man mich ja mal übersehen und mir einen Palettenwagen in den Rücken rammen. 

Ich war dann aber recht schnell besänftigt, denn es gab Gem Squashes. Diese runden Zucchini haben wir in Namibia beinahe jeden Abend ins Feuer geworfen (Aufschneiden, salzen, pfeffern, wieder zusammensetzen, in Alufolie wickeln) und gegessen. Also ich, der Liebste war sie irgendwann seeeehr leid, aber bei mir dauert es, bis ich mir etwas leid gegessen habe. Habe ich einmal ein Lebensmittel lieb gewonnen, kann ich es gerne jeden Tag über Wochen, oder wöchentlich über Jahre essen. Die Squashes wanderten in meinen Einkaufswagen und ich hing den ganzen Einkauf über den Gedanken an diesen wunderbar aufregenden Urlaub im letzten Jahr nach.

Die nächste schöne Überraschung folgte: Es gab Schokomäuse Haselnuss in rauen Mengen. Es gibt die eben nur selten in rauen Mengen. Bis ich sie dann in einem Rutsch weggekauft habe. Ich habe sie lieber in meinem eigenen Schrank lagern als im Supermarktregal, wo sie von jemandem anders entwendet werden könnten 😇.

Auf der Suche nach Grieß für den für morgen geplanten Kuchen musste ich den schubsenden Verkäufer fragen. Ich kaufe zu selten Grieß, als dass ich wüsste, wo der steht. Beim Mehl jedenfalls nicht. Der Verkäufer stellte sich trotz Schubserei als wirklich nett heraus und suchte mit mir alle möglichen Grieß-Lagerorte ab. Irgendwann stießen wir immerhin auf ein Preisschild, das Grieß auswies. Dann kann der Grieß ja auch nicht weit sein, sagten wir uns, und suchten zwischen Backmischungen. Tatsächlich zog der schubsende Verkäufer voller Stolz eine Packung Grieß aus dem Regal - und es rieselte Grieß auf meine Schuhe. Die letzte Packung - zu recht. ich überlegte kurz, ob ich meine Jackentaschen aufmachen und ein bisschen Grieß hineinregnen lassen sollte - das Käsekuchenrezept nämlich verlangt nur nach vier Esslöffel Grieß und für die hätten die Taschen locker gereicht, fürchtete dann aber, dass sich das bei einer vom Regen leicht feuchten Jacke zu einer unglücklichen Mischung formulieren könnte. Nun gut, dann muss der Liebste morgen noch mal los, dachte ich mir. Dem schubsenden Verkäufer tat es aufrichtig Leid, er ging zum Du über und wollte mir statt dessen eine Grießbrei-Mischung andrehen, wies aber auf den durchaus unangemessen hohen Preis hin. Lieber solle ich doch morgen noch mal wiederkommen. Ja das mache ich, sagte ich, und dachte insgeheim, wohl eher der Liebste und nicht ich. Und der schubsende Verkäufer winkte fröhlich und sagte "Ja dann bis morgen!".

Dennoch recht zufrieden, denn immerhin mit Schokomäusen und Gem Suashs, kehrte ich nach Hause zurück und fand beim Einräumen der Lebensmittel: eine unangebrochene Packung Grieß! Alles gut.

Aus Gründen der Nostalgie folgt eine kleine Namibia-Fotoauswahl.











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