Dienstag, 27. Februar 2018

Ich wollte eigentlich nichts dazu schreiben, aber....

Der Satz: Eigentlich wollte ich ja gar nichts dazu sagen/schreiben, aber ... deutet in der Regel auf ein Thema hin, dass einem in Wahrheit ganz schön am Herzen liegt. Ja, so ist es auch hier. Erst wollte ich nichts dazu schreiben, weil heutzutage doch jeder wirklich genug über Essstörungen weiß. Dann wollte ich nicht schreiben, weil keiner genug über Essstörungen weiß, und man quasi nicht weiß, wo anfangen mit der Aufklärung. Dann wollte ich nicht schreiben, weil ich immer noch vor der Verurteilung Angst habe - "Hä, DIE? Die sieht doch voll normal aus" und normal so ziemlich der Endgegner ist, wenn man über viele Jahre verinnerlicht hat, dass die Essstörung das einzige sei, das einen besonders macht. Und jetzt will ich schreiben, weil Sarah ebenfalls geschrieben hat, und mit der Parallelität zu ihren Gefühlen wieder einmal klar wird, dass diese Krankheit niemals ganz still sein wird. Und dass sie erst recht nicht als überstanden abgehandelt werden darf, wenn die Waage ein gewisses Gewicht zeigt.

Die Eating Disorder Awareness Week der Organisation Beat findet statt vom 26. Februar  bis 4. März 2018. In Deutschland finden Betroffene und Angehörige Hilfe bei der BZGA oder bei anad.  Die Plattform Hungrig-Online schließt leider bald ihr Angebot.

Samstag, 17. Februar 2018

Ahnen-Recherche

Ich hab eine neue Obsession und die heißt "Ahnen-Recherche", Forschung würd ich es jetzt nicht unbedingt nennen -ich reise nicht durch Deutschland, um in alten staubigen Archiven zu wühlen, nicht einmal alte Fotoalben konnte ich bisher zu Rate ziehen (noch nicht). Aber innerhalb kürzester Zeit habe ich zumindest für einen Ast meiner Familie so viele Namen zusammenbekommen, dass es jeden Abend, wenn ich nach der Arbeit ein wenig rumsuchte, ein Erfolgserlebnis war. 

Woher dieses plötzliche Interesse. Ja ich weiß auch nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich ab Juni einen anderen Namen tragen werde, und ein unsäglicher Artikel auf Zeit.de mir diesbezüglich ein schlechtes Gewissen einreden wollte. Ne, so nicht, Frollein: Wer die Entscheidung des Verfassungsgerichts von 1991 anführt "Der Geburtsname eines Menschen ist Ausdruck der Individualität und Identität", muss auch zulassen, dass eine Namensänderung gleichermaßen Ausdruck ebenjener Identität sein kann. Vielleicht die bewusste Abspaltung einer Familiengeschichte, die Bekenntnis zu einem sozialen System, in dem man mittlerweile weit mehr verankert ist als in dem, das den Mädchennamen trägt. So.

Jedenfalls habe ich zunächst mit meiner einzig lebenden Oma angefangen, der Mutter meiner Mutter. Wir waren erst kürzlich zu ihrem 90. Geburtstag, ein paar Tage darauf rief ich sie an, um zu fragen, wie sie den Tag fand, und ein bisschen Anfangs-Stoff für die Recherche zu haben. Meine Oma, die eigentlich so ein großartiges Gedächtnis hat, war aber ein wenig überfordert.Ich musste so lachen, weil sie, als ich, um ihr auf die Sprünge zu helfen, riet, sich ins Gedächtnis zu rufen, wie sie ihre Omas und Opas genannt habe, antwortete "Na, ´Oma und Opa´, liebes Eviken, wie denn sonst?" Recht hat sie. Viel weiter kam ich in dem Ast nicht, bei ihren Eltern war schon Schluss, obwohl ich da Orte, Namen, Daten und Beruf zur Verfügung habe. Ein paar Nachkommen ihrer Schwester meinte ich gefunden zu haben, aber rückwärts ging nichts. 

Weiter ging´s väterlicherseits. Zum Glück habe ich drei Onkel, die an Stelle meines verstorbenen Vaters mir auf die Sprünge helfen konnten. Mit dem Mädchennamen und Geburtsort meiner Oma kam ich auf familysearch.org schon echt weit - viele Verbindungen taten sich auf, aber keine konnte ich mit 100%iger Sicherheit bestätigen.Und dann ging das plötzlich sehr schnell. In der Post hatte ich von meinem Onkel aus Heidelberg eine Chronik, die der Bruder meiner Oma 1988 geschrieben hatte. Damit konnte ich viele meiner Funde bestätigen. Viel aufregender war es aber, dass diese Chronik sehr ansprechend geschrieben war und viele kleine Anekdoten der Familie beinhaltete. Auch die traurigen. Diese Chronik reicht bis zu den Großeltern meiner Großmutter. Darüber hinaus konnte ich noch 5 (!) weitere Generationen rückwärtig hinzufügen und bin jetzt irgendwo bei 1600. Ich finde das wirklich unfassbar spannend und kann nur jedem raten, so viel Wissen zur Familiengeschichte festzuhalten, wie möglich ist.

In der Zwischenzeit hatte es da meinen Onkel auch gepackt. Er wühlt in alten Fotoalben und sendet mir stündlich neue abfotografierte Fotos. Mein Papa, der jetzt  sah als Baby übrigens  aus wie mein Neffe, der gestern 6 Jahre alt wurde.

Die Geschichte meines Großvaters väterlicherseits ist der nächste Ast. Ich bin da auf einer Spur, die mich gestern bis 1 Uhr nachts wach hielt. Ich sag´s ja: Obsession....

Montag, 5. Februar 2018

WMDEDGT 2/18

Der 5., und damit der WMDEDGT im Februar fällt auf einen Montag, das kann ja heiter werden. Viele weitere Montage findet ihr bei Frau Brüllen

5:45
Als wir gestern nach dem Besuch bei Freunden und dem Kaffeeklatsch zum Geburtstag meiner Oma endlich wieder in Aachen waren, brauchte ich wie ich es von mir gewöhnt bin, noch einige Zeit um runterzukommen. Meine Oma wird irgendwie immer cooler muss ich sagen, und es hat sich gelohnt, ihr die Freude zu machen, dass wir dabei waren.

Entsprechend spät war ich aber im Bett und entsprechend müde bin ich beim Aufstehen. Snoozen ist trotzdem so gar nicht mein Ding und so heißt es: Wasser ins Gesicht, Kontaktlinsen rein, Yoga, Duschen. 

7:00
Auf dem Auto liegt ein wenig Puderschnee und es ist wirklich richtig kalt. Dabei dachte ich bei den milden Temperaturen im Januar wirklich, dass der Winter nicht noch einmal Anlauf nehmen würde. Auf der Arbeit angekommen, lege ich eine kleine Rutschpartie ein beim Aussteigen. Der Streudienst kommt nämlich zeitgleich mit mir erst an. Nach einem kurzen Besuch in der Werkstatt, da der zwei Wochen wegen Grippe abwesende Kollege wieder da ist, ist dann auch mein Computer hochgefahren. Nein, eigentlich konnte ich in der Zeit sogar noch die Spülmaschine ausräumen. Aber die IT sei dran, so heißt es. 

8:00
Mein Postfach läuft über in Sachen Förderprojektantrag. Ich bin kurz davor zu schreiben: Bitte lasst es mich einfach machen, ihr lest drüber und korrigiert und fertig. Das wäre effizienter als dieses Hin-und-Her-Geschicke und mein Vorschlag, doch bitte sinnvolle Topics in den Betreff zu schreiben statt "per E-Mail senden Draft final_final_korrigiert_totalfinal" wurde auch noch nicht verinnerlicht. Dann besinne ich mich aber darauf, dass wir hier nur der Partner sind, und T. über Förderprojekte an seinem eigenen Institut sagt, dass das Institut komplett den Förderantrag alleine macht, und die Industrie-Partner damit nicht belastet werden. 

12:00
Ich mache Feierabend, da ich einen Termin im Brautmodenladen habe. Als ich zu Hause das Auto los werden will, merke ich, dass Teilzeit sich nicht lohnen würde - die gewonnene Zeit ginge für das Parkplatz-Suchen druff;-)
Nach einen Toast mache ich mich mit Schuhen bewaffnet auf den Weg in die Stadt. 
Unterwegs treffe ich eine ehemalige Hiwine von mir, die in der alten Firma eine Zeitlang für mich gearbeitet hat. Mit Baby. Ihr Baby. Aha aha. Keine Zeit zum Grübeln, ich muss noch Printen kaufen. Das Urlaubsbekanntschaft-Pärchen heiratet am Wochenende und ich möchte zumindest einen kleinen Gruß aus Aachen schicken. 
Zum Brautkleid-Testen habe ich meine Freundin dabei. Nach dem Spontan-Kauf, der so richtig eva war, geht´s jetzt um Schuhe, Accessoires und Änderungen. Meine Freundin ist auch zufrieden mit dem Kleid und ich bin ein bisschen relaxter*. Würde nicht einfach JEDER immerzu nach dem Brautkleid fragen, alt, jung, Kollegen, Freunde, Familie, wäre ich vielleicht ein kleines bisschen entspannter. Können die Leute nicht mal nach dem Essen fragen? Oder nach dem DJ? Phew... Jedenfalls: Abgesteckt sieht das ganze schon viel besser aus. Schuhe passen zum Kleid, der angedachte Gürtel muss vielleicht doch nicht. Umso besser.
Mich gruselt es vor mir selber, dass ich immer noch diese kleine fiese Euphorie spüre, als die Verkäuferin sagt "Ja meine Tochter meinte schon, sie seien eine ganz ganz Dünne". Dass ich mich darüber immer noch freuen kann. Und bei solchen Kommentaren frage ich mich immer, wieso ich mit 10 Kilo weniger nicht viel, viel mehr zu hören bekommen habe.

16:00
Nach getaner Arbeit trinken meine Freundin und ich noch einen Kaffee.

18:00
Auf dem Heimweg merke ich, wie nervig es ist, nicht mit dem Fahrrad gefahren zu sein. Ich hatte jedoch so viel Krempel für die Anprobe dabei, dass ich lieber aufs Rad verzichtet habe. Außerdem wird mein Arm von der Tasche lang. Zu Hause habe ich dann auf jeden Fall schon Hunger und mache mir noch eine Portion Bolo von Samstag. Dabei schreibe ich diesen Artikel. Kurze Zeit später kommt der Liebste und kriegt ebenfalls einen Teller Nudeln. 

20:00
Kurz nachdem wir uns auf die Couch gesetzt haben, ruft die Schwiegermutter an. Nichts mit Fernsehen also, daher gehe ich wieder runter und dödele noch ein wenig am Laptop.  

21:30
Juhu, mega früh im Bett. Mehr Zeit zum Lesen. Die zum Teil wirklich absurde Geschichte aus "Die Zweisamkeit der Einzelgänger" kann nur autobiographisch sein, auch ohne die Namensgleichheit von Protagonist und Autor hätte ich das geahnt - das kann sich keiner ausdenken. Absolute Empfehlung.



* Ach ja, vorher gab´s noch einen kleinen Schocker. Die Verkäuferin fand mein Kleid nicht. Gekauft hatte ich es bei ihrer Tochter und diese hatte mir offenbar die falsche Lagernummer in den Kaufvertrag geschrieben. So warteten wir 15 Minuten, während das komplette Lager nach meinem Kleid abgesucht wurde. Ich sag mal so: Der Hinweis auf die Farbe des Kleids brachte hier wenig. Irgendwann hatte sie es dann..... So was muss auch immer mir passieren. Als wäre ich nicht schon aufgeregt genug gewesen.

Sonntag, 4. Februar 2018

Settimana - aber subito KW05/2018

Das letzte Wochenende stand ganz im Zeichen der besten Freunde. den Samstag verbrachten wir mit den Kölner/Eifeler Freunden in Köln. Der neue Job eines Freundes war der Anlass, dass er und seine Freundin uns alle zu sich nach Hause einluden. Seit einem halben Jahr gehören zu dieser Runde auch zwei Babies, und so muss man jetzt in einer kleinen Kölner Altbauwohnung doch vermehrt aufpassen, wo man hintritt.😋 T. hatte außerdem Probleme, die beiden pastellig gekleideten Mädchen auseinander zu halten, der Altersunterschied von 2 Monaten macht sich nämlich durch die kräftige Statur der jüngeren nicht gerade bemerkbar. Das schaffte er aber ganz gut zu überspielen. 
Während natürlich der FC im Hintergrund lief, unterhielten wir uns wie immer sehr nett und hatten viel Spaß. Das Essen war fürstlich, und nachdem einer der Jungs seinen Teller mit winzig klein geschnittenem Möhrensalat sowie Brokkoli-Salat im Langhaar-Teppich versenkt hatte, habe ich jetzt wieder ein Argument mehr, wieso ich Teppiche unhygienisch und unpraktisch sowieso finde. 

Sonntags waren wir dann bei anderen Freunden eingeladen. Zu sechst hatten wir ein Exit-Spiel auf der Liste, eine Art Escape Room für Zuhause. Meine Erwartungen waren wirklich nicht besonders hoch, aber ich kann nur sagen: Selten vergingen 60 Minuten schneller und amüsanter. Ich selber habe noch keinen echten Escape Room gemacht, aber die anderen sagten, dass es vom Feeling tatsächlich nahe dran käme. Es bilden sich automatisch kleine Rätsel-Gemeinschaften, während man selber ein Rätsel löst, sind andere einem anderen auf der Spur. Super gemacht. Und auch wenn man das Spiel natürlich nur einmal spielen kann und nicht weitergeben kann (z.T. wird das Material zerschnitten) eine absolut empfehlenswerte Investition von 10 Euro. 

Im Lauf der Woche hatte ich wegen eines Projekts dann viel Kontakt zu einem Uni-Institut. Das war insofern nett, als auf der anderen Seite richtig normale Leute sitzen. Gleichzeitig aber auch etwas nervig, da schon ein Mangel an Organisiertheit zu verspüren ist. Muss aber nicht unbedingt was mit der Uni zu tun haben. Aber ein schickes Gebäude haben sie da oben am Campus...

Freitagabend direkt zwei Premieren: Zum ersten Mal in einer Comedyshow und zum ersten Mal in einem Backstagebereich*. Das hat erstaunlich viel Spaß gemacht. Auch, weil hier wieder die besten Freunde dabei waren. 
Gestern wurde dann kurz Verschnaufpause eingelegt
Heute werde ich die jüngste Person meines Umfelds, das 4 Wochen alte Baby meiner Freundin, und im Anschluss die älteste Person, meine heute 90 Jahre alt werdende Oma, sehen.







* Na gut, außer damals als ich 12 Jahre alt war und meine Tanzgruppe zusammen mit Blümchen aufgetreten ist vielleicht. Ich glaube, da gab es backstage relativ viele Süßigkeiten und Cola.