Freitag, 12. Januar 2018

Settimana - aber subito KW02/2018

Der letzte Ferientag, der Sonntag, ist für mich immer sehr hart. Klar, auch ich schlafe lieber ein, zwei Stunden länger, statt morgens um 5 zum Sport zu eilen und dann zur Arbeit. Auch bereitet mir nicht jeder Bestandteil meiner Arbeit Spaß, an manchen Tagen sehne ich den Feierabend herbei. Oft genug macht mir mein Tun aber auch riesigen Spaß und so ist das im Großen und Ganzen alles völlig in Ordnung so. 
Wirklich schlimm aber ist für mich, dass ich mir auch in dieser Beziehung wieder so viele Gedanken mache, was alles auf mich zukommen könnte, dass ich mir schon drei Tage vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn anfange, diesen herbeizusehnen. Dazu kommt, dass ich dieses Erzählen nach dem Urlaub/nach Feiertagen nicht mag. Nach Urlauben bin ich damit überfordert, meine Gefühle und Eindrücke in eine angemessene Menge an Wörtern zu fassen. Wenn man zu wenig erzählt, "war der Urlaub wohl ein Flop", erzählt man zu viel und verstrickt sich in einer zu langen Geschichte, wird das Gegenüber nervös. 
Nach Feiertagen habe ich wenig Lust auf das ewige Wiederholen "Nein, meine Mutter ist über Weihnachten NICHT nach Deutschland gekommen", "Nein, ich werde sie nicht stattdessen in Thailand besuchen", "Nein, auch meine Geschwister habe ich nicht gesehen". Die ungläubigen Gesichter kenne ich schon, weiter zu fragen traut sich dann keiner und ich werde mit dem Gefühl zurückgelassen, dass ich irgendwie zu bemitleiden bin. Und das, wo ich mit T. eine Familie gewonnen habe, die so viel kompensiert.
Neben diesen allgemeinen Gedanken kam dann hinzu, dass mein Kollege, der die erste Januarwoche gearbeitet hatte, dann aber mit meinem Arbeitsbeginn in Urlaub gehen würde, mir schon geschrieben hatte, dass er mir leider sehr viel Mist habe auf den Schreibtisch legen müssen, weil in der ersten Woche so wenig Leute da waren, und daher so wenig Möglichkeit zur Abwicklung von Sachen. 
Spitzen Voraussetzungen für den Montag. Aber es hilft ja nichts. 
Also kaum angekommen, packte ich nicht mal meine Tasche aus, ehe ich die ersten Feuerwehraufgaben in die Hand nahm. Die seit den Feiertagen erstmals an diesem Tag wieder besetzte Werkstatt bekam von mir einen Haufen Arbeit (aber auch eine Umarmung - da arbeiten die nettesten Menschen der Firma). Dann lief ich von hier nach da, holte Updates, Unterschriften etc. und dan war auch schon Mittag. Mit den Büro-Jungs kam es dann zum ersten Mal zum News-Austausch. Das ging dann auch ganz gut, in so ner Gruppe ist das ja meistens weniger anstrengend. Einer der Kollegen erinnerte sich sogar, dass in die Zeit der Todestag meines Papa fiel, und fand ein paar nette Worte. 
Wieder voll im Alltag angekommen. Ja ich bin ein Alltagsmensch.
Auch meine Deutsch-Schülerinnen traf ich dann nach Feierabend endlich wieder. Ich hatte sie schon ein wenig vermisst. G. hatte eine Präsentation über Pakistan vorbereitet. Das hat sie super gemacht, sowohl die Gestaltung als auch den Vortrag. Die Bilder, die sie aus ihrer Heimat gezeigt hat (Malakand) erinnerten mich an Yellowstone. Hätte das jemand gedacht? Wohl kaum. Gleichzeitig ist es sehr bedrückend und merkwürdig, dass sie von Orten und Städten spricht, die man sonst nur aus der Tagesschau kennt - und zwar nicht in einem positiven Zusammenhang.


Montagabend ärgerte ich mich vor dem Fernseher dann noch über das Thema bei Hart aber Fair. Meiner Meinung nach ist es nicht nötig, dieses Format auch noch für das Thema "Dicksein, Abnehmen, bla" heranzuziehen. Selbst wenn ich voreingenommen bin, auch fachlich war die Diskussion einfach ziellos und geradezu RTL-like. Allein dass es offenbar nötig ist, dass Plasberg geradezu reißerisch die später noch zu zeigenden Curvy-Model-Bilder anpreist! Ansatzweise Diskussionsbearf liefertn dann die paar Minuten, wo es um Datenschutz und Solidarprinzip geht. Das Vorgeplapper und die zuvor gezeigten Normalo-Fälle, um die es bei den Überlegungen von Krankenkassen nun wirklich nicht geht, hätte es da wohl kaum gebraucht. 
Auch so ist für mich diese Zeit anstrengend. Ungefragt erzählen mir Menschen von ihren guten Vorsätzen, die sich ausschließlich um Essen und Sport zu drehen scheinen. Behaltet das doch bitte für euch, ich möchte das wirklich nicht wissen.


Der Rest der Woche verlief einigermaßen arbeitsreich und ereignislos. So schnell geht das, dass man wieder im Laufrädchen ist.

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