Montag, 22. Januar 2018

Mondays

Den Montag vor genau einer Woche möchte ich mir kaum in Erinnerung rufen. Ein Montag wie aus dem Bilderbuch - oder dem Horrorfilm. 
Mein Tweet, den ich gesendet hatte, als ich dann schon im Büro war, klang einigermaßen fröhlich, aber der Stress saß mir den Rest der Woche im Nacken.



Kurz zusammengefasst: Die Idee, trotz Knirschen selbstständig Richtung Werkstatt fahren zu wollen, war semi-klug.  Neben zwei neuen Federn und Stoßdämpfern bescherte dies uns einen kaputten Reifen (der war ja auch immerhin schon 6 Wochen alt...) und mir die Ehre, mich auf der Monheimsallee abschleppen lassen zu müssen. Einmal im Scheinwerferlicht des ADAC stehen und dem Berufsverkehr winken - habe ich mir schon immer gewünscht. Dass der Kollege mich einsammelte und mir in weiser Voraussicht sogar die Sitzheizung eingeschaltet hatte, werde ich ihm wohl nie vergessen. Helden des Alltags.

Schwerer als die 900 Euro schmerzte mich mein bis Mittwochabend in der Werkstatt schlafender Ford Fiasko Fiesta. Der heldenhafte Kollege gabelte mich zwar morgens auf, ein anderer brachte mich abends zurück Richtung Aachen. Aber diese ABHÄNGIGKEIT. Wenn ich eins nicht kann, dann geduldig fremder Pläne harren. Dafür stehe ich schon zu lange auf eigenen Beinen (seit 15 Jahren quasi!). Und so war mein Stresslevel die gesamte letzte Woche HOCH!!! Wäre der Liebste zu Hause gewesen, hätte es wohl Stress gegeben. So beschränkte ich mich auf whatsapp als Kommunikationsmittel, um am Telefon nicht rumzuzicken oder rumzuheulen und war dann, als mein Auto wieder da war, und der Liebste aus dem Skiurlaub zurück kam, fast wieder die Ruhe selbst.

Heute dann ein arbeitstechnisch wenig hergebender Montag. Ich hatte mich inhaltlich in das Projekt eines urlaubenden Kollegen eingearbeitet - auf Anweisung unseres Chefs übrigens. UND weil es in unserer Konstellation eine Selbstverständlichkeit ist, dass ich die Vertretung bin, so wie er mich in meiner Abwesenheit vertritt. 
Da der Kunde schon letzte Woche eine Agenda für das diese Woche stattfindende Treffen einforderte, stellte ich ein Grobgerüst an Folien auf, was wir in diesem Treffen präsentieren würden. Das war kein Hexenwerk und erst recht nicht falsch - was man eben so präsentiert nach Abschluss einer Projektphase (und was der Kollege wenn er gewollt hätte, antizipierend auch vor seinem Urlaub schon hätte machen können... aber das nur am Rande...). Dem Kunden hatte ich nur Stichworte zur Agenda geschickt, auch dies in Abstimmung mit dem Team. Heute brachte ich den Kollegen dann auf diesen Stand und wies ihn auf den Entwurf der Folien hin. "Du darfst das alles so nehmen, du darfst das alles über den Haufen schmeißen. Und alles dazwischen darfst du auch machen". Das waren meine Worte bei der Übergabe. Ein gegrummeltes Danke, und ein paar Stunden später ein vorwurfsvolles "Ja - sind natürlich wieder sehr gut deine Folien".
Ich machte dann Feierabend.

Auf dem Weg nach Hause meldete sich dann Schülerin G.: Bettruhe bis zum Geburtstermin wegen vorzeitiger Wehen. Na prima. Sind ja auch nur noch 3 Monate. Zum ersten Mal mit A. allein also den Unterricht bestritten. Ein paar Übungen zu Höflichkeitsformen for Runaways (komischerweise hat die Lehrerin ihnen beigebracht "Würdest du bitte" sei viel höflicher als "Könntest du bitte" - mein doch eigentlich recht gutes Sprachgefühl meldet da wenig Unterschied - was meint ihr dazu?), dann zu Adjektiven und Gegenteilen. Und schließlich kommen wir dann doch noch auf die neuesten Vorkommnisse in Syrien zu sprechen. Afrin ist nicht weit von Aleppo, wo ihre Familie wohnt. 
"Die Menschen sind müde" , sagt A.

Gott sei Dank ist morgen Dienstag. 









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