Mittwoch, 6. Dezember 2017

Der Gast hat immer Recht.

Heute haben wir endlich das Geburtstagsessen des Liebsten nachgeholt. Da im Prosecco im Dezember offenbar nicht gut Pasta essen ist wegen wochenlang im Voraus ausgebuchter Tische, entschieden wir uns nun für das Pippin. Da waren wir schon einmal zufrieden und die Internet-Menükarte machte Vorfreude. Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen Tipps auf Twitter am Sonntag, um uns zu helfen, dass uner feines Abendessen doch noch stattfinden könnte. Leider haben in Aachen wohl sonntags wirklich die allermeisten Restaurants abseits der Ponte Ruhetag. Ein weiterer Faktor ist bei mir immer noch, dass ich nach wie vor ungerne essen gehe, ohne die Speisekarte vorab online einsehen zu können (oder eben die Speisekarte von früheren Besuchen zu kennen). Da die meisten etwas besseren Restaurants natürlich mit Tagesaktualität und Fangfrische (naja.. ) kokettieren, gibt es im Internet wenn es hoch kommt, ein Beispiel-Menü. Damit kann ich nichts anfangen. Dann schieß ich mich auf etwas ein, was ich gerne essen würde, und vor Ort gibt es das dann doch nicht. Nicht gut. Gar nicht gut. Spontane Entscheidungen zu treffen insb. was das Essen angeht, ist nicht gerade meine Stärke.
Aber zurück zum Pippin. Neben der Qualität und Freundlichkeit gefällt mir aus genannten Gründen, dass man im Internet die aktuelle Monatskarte bis ins Detail inkl. aller Beilagen (ich find Beilagen MEGA wichtig!!) einsehen kann. Wechselnde Küche, die man aber im Voraus einsehen kann. Perfekt. Ich hatte mich also schon längst für das Fischgericht entschieden, als wir heute das Restaurant betraten - nicht nur, aber auch wegen des Fenchels als Beilage, wie soll es anders sein... Selbst der Liebste hatte sich schon etwas ausgesucht (kein Wunder - Wild und erst recht mit Printen gibt es bei uns zu Hause eben einfach nie...). So warfen wir nur noch einen höflichen Blick in die Speisekarte, und ich schloss mich problemlos der Idee an, noch eine Vorspeise zu teilen. Die war auch schon sehr lecker udn dann warteten wir gespannt auf die Hauptspeise. 
Als die dann vor mir auf dem Tisch stand, sah das alles sehr sehr gut aus, aber etwas entscheidendes fehlte. Statt des Paprika-Fenchel-Gemüses lag da ein Paprika-Gemüse in der Mitte meines Tellers. Ja, schön gegrillt und so, aber wenn ich mich auf Fenchel freue und stattdessen nur Paprika bekomme, die ich übrigens bauch-technisch nur unter späterem Protest des selbigen essen kann, kann mir das die Laune verhageln. Ich mümmelte ein paar Minuten vor mich hin (Fisch sehr sehr gut!) und beschloss dann doch nachzufragen. (Das ist ja mal ein Vorteil am Erwachsensein - ich habe mit so etwas gar kein Problem mehr. Mehr als eine Absage wird´s ja nicht geben!) Die äußerst freundliche Kellnerin sprach ich also an mit den Worten "Sag mal, weißt du wo der Fenchel verloren gegangen ist? Ich hatte mich so auf ihn gefreut!" an. Daraufhin warf sie einen verstohlenen Blick auf meinen Teller, fragte, ob da etwa keiner bei sei, was ich verneinte, und dann bot sie an, zusätzlichen Fenchel zu bringen. Fand ich super, denn eigtl. war ich davon ausgegangen, dass man heute Morgen im Gemüseladen einfach keinen Fenchel bekommen hatte, was dann auch völlig ok gewesen wäre. So kam sie aber ein paar Minuten später mit einem Schälchen zurück. In diesem lag .... gelbe Paprika. Also zumindest genau das, was auch schon - gemischt mit roter Paprika - auf meinem Teller lag. Es dämmerte mir langsam, was ihr verstohlener Blick auf meinen Teller zu bedeuten gehabt haben könnte. War das auf meinem Teller vielleicht doch nicht nur rote und gelbe Paprika....? Der Liebste bekam schon einen kleinen Lachkrampf, und schnell testeten wir die vermeintlich gelbe Paprika. Keine Paprika. Fenchel. Nur eben gelb eingefärbt vom Safran und genau so geschnitten wie die rote Paprika. Zum Glück war die Kellnerin schon wieder entschwunden, sonst wäre das jetzt echt peinlich gewesen. Wäre sie noch einmal an unseren Tisch gekommen, hätte ich ihr eingestanden, dass ich mich geirrt hatte, wirklich. 
Das war auf jeden Fall ein klassischer Fall von "Keine Diskussion. Der Gast hat immer Recht. Egal was für einen Scheiß er erzählt".

Irgendwie sehr professionell, finde ich.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung https://leisesprechenderweise.blogspot.de/p/datenschutzerklarung.html und in der Datenschutzerklärung von Google https://policies.google.com/privacy