Samstag, 30. Dezember 2017

2017

Gefühlt blogge ich schon ewig, aber es ist nicht einmal ein Jahr her, dass ich mit dem Entschluss, endlich in Sachen Flüchtlingshilfe aktiv zu werden, den letzten Impuls hatte, diesen Blog zu starten. Und? Fazit? 

Bereichernd. Sowohl das Schreiben an sich, als insbesondere das Kommunizieren mit Lesern auf Twitter. Die Aachen-Community hat es mir wirklich angetan. Was für nette Menschen diese meine Lieblingsstadt doch zu bieten hat. 

Auch so habe ich Anfang des Jahres schon die Weichen gelegt, dass das Jahr anders wird. Genau vor einem Jahr, nämlich zwischen Weihnachten und Silvester, schrieb ich die E-Mail, die mich dann im Januar zur Ehrenamtlerin für Stützunterricht für Flüchtlinge werden lassen würde. Was für eine fabelhafte Entscheidung. Nicht nur, dass ich mich wunderbare Menschen kennengelernt habe durch dieses Engagement, nein, natürlich macht es auch etwas mit dem Selbstbewusstsein. Ich habe das Gefühl, dass ich persönlich durch mein Tun im Leben anderer Menschen etwas verbessern kann. Nach vielen Jahren, in denen ich mich bloß als Belastung fühlte (ein Teufelskreis übrigens: Schlechtes Gewissen erzeugt mehr Belastung für den Partner erzeugt mehr schlechtes Gewissen) ein Lämpchen, das ich mir in schlechten Zeiten immer wieder anknipsen kann. Ich habe nicht vor, damit aufzuhören!

Eine fantastische und aufregende Reise haben wir gemacht. Nach Namibia. Für mich eine rieeeeesige Herausforderung, für dene Liebsten die Erfüllung eines Traums, den ich ihm gerne ermöglichte. Nach ein paar Tagen hatte ich mich eingegroovt und konnte die unglaubliche Landschaft und die Zweisamkeit dann auch genießen. 







Weitere Reisen führten uns an die Mosel und nach Meran, wo wir uns zu Rad bzw. zu Fuß austobten.
 
Dieses Jahr ist seit vielen Jahren eines gewesen, in dem ich kein einziges Mal auf einer Waage gestanden habe. Auch so habe ich mir die ein oder andere Freiheit erkämpft. Und Kämpfen ist hier das richtige Wort. Ich habe das ein oder andere Mal wieder auswärts geschlafen, an so vielen Feiern, Grillabenden und spontanen Beisammenseins von Freunden teilgenommen, wie lange nicht mehr. Auch Gastgeber waren wir wieder häufiger - und es macht mir wieder Spaß. Nicht zuletzt weil ich eine neue Freundin gewonnen habe, mit der ich mich so unfassbar wohl fühle, dass ich für sie auch das mini bisschen an Spontanität, über das ich verfüge, zum Vorschein bringen mag. Aus jeder Etappe meines Lebens habe ich eine oder zwei sehr gute Freundinnen. Meine Kindergarten-Freundin, zwei Freundinnen aus der Schule (kennen gelernt haben wir uns mit der Wahl von Altgriechisch), eine sehr gute Uni-Freundin, die leider nun in den USA lebt - und jetzt auch eine Freundin aus dem After-Uni-Life. Das ist so fantastisch. Sie ist fester Bestandteil des engsten Freundeskreis und für mich oft der notwendige Schubs, um an den gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen. Und uns verbindet so viel, wie wir in zahllosen Cafe-Dates herausgefunden haben. Danke!

Das Jahr war abwechslungsreich und gut. Doch. Und 2018 wird noch viel aufregender.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Was gut war an Weihnachten 2017


Weihnachten geschafft, und auch der 28. Dezember, der Todestag meines Papas, fast vorbei. Zeit und Muse für ein Review der letzten Tage. Nächstes Jahr werde ich erneut vor der Überlegung stehen, ob ich den gesamten Weihnachts-Familien-Zirkus wieder mitmache. Darum ist es vielleicht ganz sinnvoll, hier aufzuschreiben, was gut war an der Entscheidung, bei allem dabei zu sein. Meckern ist ja immer einfacher.

Also:
Was gut war an Weihnachten 2017

  • Die Freude des Liebsten, als ich meine Teilnahme an Weihnachten 2017 von dem ursprünglich geplanten Heiligabend mit Schwiegermutter und Bruder  (wir wollten sogar eigtl. noch nach Hause fahren) ausweitete auf drei Tage inkl. zwei Familientreffen und zwei Übernachtungen. 
  • Der gut gelungene Tannenbaum aus Blätterteig
  • Mein Geschenk: Eine Ultraschall-Zahnbürste. Juhuu, ich hatte nie zuvor so glatte Zähne!
  • T.s und mein obligatorisches Weihnachtsfoto, auf dem ich mich deutlich netter finde als vor zwei Jahren
  • Das Geschenk für die Schwiegermutter, ein elektrischer Milchaufschäumer, war offenbar passend.
  • T.s Bruder und ich haben T. und seine Mutter bei Tabu so richtig abgezogen.
  • Am ersten Weihnachtstag bei Ankunft im Sauerland die Oma des Liebsten für ihre beinahe 90 Jahre wieder munter und fidel vorzufinden. Und sie hat sich wirklich gefreut, dass ich entgegen der ursprünglichen Planung dabei war. Wer sonst hätte all die Plätzchen essen sollen? 
  • Auch mit T.s Vater, seiner Frau, der Tante und den Cousine war es dort einigermaßen angenehm. Alle hatten sich etwas mehr zu erzählen als in den Jahren zuvor. 
  • Dass T. mir zwischendurch zuflüsterte, wie nett und unterhaltsam er mich findet.
  • Dass wir uns ohne weitere Diskussion zwischendurch für einen Spaziergang davon machen konnten. 
  • Dass am zweiten Weihnachtstag bei der Familie mütterlicherseits der Liebste, ohne dass ich es wusste, noch einmal mit dem von mir gedichteten Doktorlied begrüßt wurde. (Wegen Schnee hatten die Tanten und Onkel nicht zur Feier kommen können.)
  • Zwischendurch ein Bild der neugeborenen gesunden Tochter meiner Freundin zu erhalten.
  • Mit meiner Lieblings(schwieger)tante über die Hochzeit zu quatschen. 
  • Den muffigen Opa mal etwas weniger muffig zu erleben.
  • Ohne Diskussion um 17 Uhr den Abgang machen zu können und dann mit einem guten Gefühl zu Hause anzukommen 





Donnerstag, 21. Dezember 2017

Things that make you go "hmmmm" (6)

Für manche Situationen braucht man einfach längen, um diese zu erfassen: Morgens um 5.15 Uhr den Kellerraum betreten, und den eigenen Kellerverschlag anders als erwartet vorzufinden, gehört dazu. 
Ein Fahrrad lehnte an der Tür unseres Verschlags - um das Fahrrad als das des Liebsten zu erkennen, benötigte ich schon ein paar Sekunden. Ansätze für Szenarien, die dies möglicherweise beschreiben könnten, zogen mir sehr kurz durch den Kopf: Hat er vergessen, es in den Verschlag zu fahren? Hatte er den Verschlag-Schlüssel vergessen? Pure Absicht wegen Faulheit? Das kann doch nicht sein, und dann zog mein Hirn den Schluss: Einbruch. Der sich beim Blick auf den aufgebogenen Riegel (Schloss intakt) bestätigte. Kurzes Herzklopfen und Fahrräder zählen. Das ist nicht so schwer seit dem letzten Einbruch. Seins, Meins. Alle da. Das ist doch verrückt. Alle Helme da, sogar noch die Schoner, die der Liebste gar nicht mehr nutzt, seitdem das Mountainbike perdu ist. 
Nachdem ich das gecheckt hatte, raste ich nach oben, weckte den Liebsten mit der schönen Nachricht des erneuten Einbruchs, beruhigte ihn aber direkt: Alles noch da.

Nach dem zweiten Einrbuch vor 2 Wochen, bei dem das nach dem ersten Einbruch wieder beschaffte Mountainbike des Liebsten erneut gestohlen wurde (und zwar auch hier NUR das), ist dann jetzt wohl spätestens klar: Das Bike war der einzige Grund für den Dieb, ein Risiko einzugehen. Seit dem letzten Einbruch steht mein Rad tagsüber alleine in der Kammer, da der Liebste mit seinem "Stadtrad" zur Arbeit fährt. Gestern aber war der Liebste ausnahmsweise einmal nicht mit dem Rad unterwegs wegen Dienstreise. Wie nah liegt hier die Vermutung, dass der Dieb regellmäßig vorbeischaute, ob das tolle Rad vielleicht wirklich noch einmal wiederbeschafft worden ist? Gestern dann hatte er vermeintlich Erfolg, denn es standen plötzlich wieder zwei Räder in der Kammer. Nicht mit absoluter Sicherheit identifizierbar wahrscheinlich- aber Grund genug, noch mal kurz einzusteigen. Dann stellte er beim Heraustragen wohl fest: Mist, das ist ja gar nicht das Goldstück - und ließ es zurück. Muss man nicht verstehen - denn Risikoaversion hin oder her - er war immerhin schon eingestiegen und hatte ein Fahrrad in der Hand

Aber ich will mich gewiss nicht beschweren - immerhin dieses mal NUR ein aufgebrochener Keller ohne Diebstahl. Irgendwann freut man sich ja über die kleinen Dinge. 
Die Ideen in der Mittagspause waren natürlich vielfältig. Den großen Fahrradkarton vom letzten Kauf mit einer roten Schleife zu versehen, "Für T. von E. 💗" drauf zu schreiben, im Keller zu verstauen und das Spektakel dann mit einer Kamera zu beobachten - das reizt mich ja schon ein wenig.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Settimana - aber subito KW50/2017

Settimana aber subito heute schon am Donnerstag. Ich hab noch ein bisschen Zeit, ehe es zum Weihnachts-Mädchen-Plätzchen-Abend geht...

Der Crash-Kurs Thermodynamik am Wochenende hat sich bezahlt gemacht. Ich muss sagen, wenn man selber nicht darin geprüft wird, ist es eigentlich ganz interessant, und wer weiß wozu es gut ist, dass ich jetzt theoretisch wieder Clausius-Rankine und Carnot-Prozesse aufmalen könnte (naja wenn ich etwas länger drüber nachdenke, kenne ich die Antwort: Für nichts!)... Jedenfals war der Beisitzende Prüfer, der als Thermo-Prof im Anschluss an den Vortrag eben seine Thermo-Fragen an den Mann (den Liebsten) bringen wollte, so begeistert, dass er nach der Prüfung sagte, er hätte ihn ja auch gerne Maschinenbau studieren sehen. Als ich daraufhin aus dem Nähkästchen plauderte, dass die Entscheidung für Energietechnik und gegen Maschinenbau damals nur gefallen war, weil hier vor Aufnahme des Studiums KEIN Praktikum zu absolvieren war, guckte der Doktorvater ein bisschen schief, aber da war die Prüfung ja schon gelaufen und mit Bravour bestanden 😋

Die Prüfung war dann sehr sehr schnell vergessen, denn für den Liebsten jagte bald ein Ereignis das nächste: Kuchen und Sekt mit Familie und Profs, Empfang durch 40 Kollegen vor dem Dekanat, kurze Rede des Doktorvaters, 40 mal Umarmungen und Glückwünsche, den Doktorwagen bewundern, ein Bier öffnen, das von mir gedichtete und von allen gemeinsam gesungene Lied anhören, Bier, in den Doktorwagen, mit dem Dokorwagen zum Markt gezogen werden, mehr Bier, drei Runden um den Karlsbrunnen unter erschwerten Bedingungen (=Weihnachtsmarkt), sodass mir die Kollegen, die den Wagen ziehen mussten (immer die beiden jüngsten Doktoranden) echt leid taten, dann tat der Liebste mir Leid, denn jetzt hieß es, auf den Karlsbrunnen zu klettern, um Kaiser Karl zu danken und eine kleine Rede zu schwingen (mehr Bier). Ich konnte ihn gerade noch überreden, die feinen Lederschühchen zu tauschen, andernfalls wäre das für die Schuhe und ggf. auch für ihn nicht gut ausgegangen. Wie vielen Gästen wir in den letzten 5 Jahren beim Stadtbummel von diesem Brauch erzählt haben. Und nun ist der Tag tatsächlich schon vorbei.

Danach dann durchatmen, Rede geschafft. Glühwein. Und dann ans Institut. 
Die Kollegen verzogen sich noch einmal für ein pseudomäßiges halbes Stündchen an die Arbeit, während wir ein bisschen Buffet vorbereiteten und ich dem Liebsten mein Geschenk* überreichte. 
Dann trödelten langsam wieder die Kollegen ein, um den Leberkäs zu stürmen und einige gute Freunde aus Köln und Umgebung kamen hinzu.


Der Tag war ein voller Erfolg, nicht nur für den Herrn Doktor, sondern auch für seine Gäste. 

Der Dienstag war dann der kleine Montag. Spät im Bett, früh aufstehen, dunkel, kalt. Keine so gute Mischung. Und die 5  Minuten Philipps Hue "Energie tanken"-Lichtdusche brachte da auch nichts. Insgesamt nervt mich das Wetter im Moment so sehr - ich kann mich nicht erinnern, dass es mich jemals so angekotzt hat. Der Liebste hat im Rahmen seiner Diss eine gewisse Zuneigung zu Wetterstatistiken gewonnen und berichtete mir gestern, dass es im Dezember bisher genau eine Sonnenstunde in Aachen gegeben hat. Noch Fragen? Außerdem ist es so kalt, dass jetzt doch wieder meine Finger trotz Handschuhen absterben. Ich hatte erst gedacht, das hätte ich mit den seit letztem Winter gewonnenen (haha!!) Kilos hinter mir. 

Gestern Morgen zauberte ich dann dem Putzmann im Fitnessstudio mit einer Tüte selbstgebackener Plätzchen ein Lächeln ins Gesicht. Der hat sich so gefreut. Auch so ist er ein fröhlicher Mensch - insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass seine Schicht um 22 Uhr abends beginnt, und ich ihn um 5.30h morgens treffe. In der Zeit putzt er, passt auf, dass keiner Unfug treibt und bewahrt sich offenbar die gute Laune.

Ich bin nicht so der Mädelsabend-Mensch. Heute Abend rappel ich mich aber auf, weil meine liebste Aachenerin einlädt. Es gibt Plätzchen, Tee und "Tatsächlich Liebe". Bisher war der Titel dieses Films bei mir im Kopf einfach als irgendein Hollywood-Romantische-Komödien-Standard abgespeichert. Ich glaube nicht, dass ich den Film schon mal gesehen habe. Und jetzt lese ich plötzlich die ganze Zeit auf twitter, dass es DER Weihnachtsfilm sei ?!? Ich lass mich überraschen.


*richtig wahrgenommen hat er das glaube ich erst gestern, zwei Tage nach Übergabe- jedenfalls schrieb er mir da von der Arbeit "Boah Schatz, das ist ja sooo schön geworden!!!"

Sonntag, 10. Dezember 2017

Mehr als nur Plätzchen

Es war gestern Morgen, nachdem ich im Fitnessstudio war, gefrühstückt, die Sachen für das Plätzchenbacken bereit gestellt hatte und dann noch ein paar Minütchen Zeit hatte, bis meine beiden Mädels kommen würden, um das erste mal (also sie, nicht ich) deutsche Weihnachtsplätzchen mit mir zu backen. Da überkam mich plötzlich eine gewisse Vorweihnachtlichkeit. Ich freute mich über die bis dato nur wegen "Das macht man eben so" aufgestellte Minimal-Deko und machte die Lichterkette auf der Fensterbank an. Alexa rief ich zu, Weihnachtsmusik abzuspielen, und das tat sie. Und ich tanzte ein bisschen zu Last Christmas. Und ich freute mich. Auf den Tag. Und darüber, dass so vieles besser ist als vor vielen Jahren. 

Zwei Winter habe ich jetzt mit dem Plätzchenbacken ausgesetzt. Irgendwie waren mir die Regeln, wie ich das über unzählbare Jahre gehandhabt hatte, noch zu präsent. Widerstand gegen Plätzchen war und ist bei mir sinnlos - ich liebe Plätzchen einfach so sehr. Und daher wollte ich unbedingt ganz normal wie jede andere Frau gemütlich und schön Plätzchen backen zu Weihnachten, dabei Teig und warme Plätzchen naschen, ein paar behalten, ein paar verschenken. Um das einmal im Jahr genießen zu können, verzichtete ich dann aber - anders als jede andere Frau - auf jegliche weitere Nahrungsaufnahme, und überschlug die beim Backen und Naschen aufgenommene Energiemenge so großzügig, dass ich das auch noch logisch fand. In meiner damaligen Wahrnehmung hatte ich mindestens 100g Teig roh genascht, im Anschluss 200g Plätzchen gegessen. Aus heutiger Sicht weiß ich, dass nur ein Bruchteil davon der Realität entsprochen haben kann.
Ja. Ich und die Süßigkeiten. Krasse Hassliebe. Dass mein Körper - gegen allen Widerstand diesen Süß-Instinkt beibehalten hat, hat mir - wie meine Ernährungsberaterin mal sagte - das Leben gerettet. Aus der minimalen Menge an Nahrung die maximale Energie zu ziehen heißt: Zucker und Fett. Ziemlich genau die Definition, was Plätzchen sind (In Wahrheit sind sie natürlich viel mehr als das 😊) In den Wintermonaten hielt ich mich über Stunden mit einem Spekulatius über Wasser. Dann wieder ein Kaffee. Nach der Mittagspause ein neuer Spekulatius. Dann war auch schon Feierabend. Zu Hause ein bisschen energieleeres Gemüse und ab ins Bett. 
Seit der Aufnahme eines "normaleren Ernährungsverhaltens" (Achtung: ich packe hier einen sehr anstrengenden, tränenreichen und herausfordernden Prozess in zwei Wörter) war ich mit der Plätzchensache auf Kriegsfuß. Plätzchenbacken, obwohl man vorher gefrühstückt hat? Vielleicht sogar danach noch etwas zu Abend essen? No way.

Dieses Jahr aber würde es gehen, wusste ich, ohne dass ich in das altbekannte Verhalten fallen würde. Vor ein paar Tagen lud ich also meine beiden Schülerinnen zum Backen ein. Beide sagten zu und ich kaufte alles ein. Als sie dann nacheinander bei mir eintrudelten, begaben wir uns gleich an die Arbeit. Sehr praktisch, beim Backen und Rezepte-Lesen gibt es viele Wörter zu wiederholen und neu zu lernen. Beide können jetzt unfallfrei Vanillekipferl aussprechen und backen. A. hat eindeutig mehr Talent, die langen Rollen zu rollen, G. dagegen bewies Kreativität, um beim Schwarzweiß-Gebäck die übrig gebliebenen Teigreste zu verarbeiten. Ein grandioser Nachmittag war das. Wir hatten sehr viel Spaß beim Backen. Und: es ist einfach sehr normal, wenn drei Frauen gemeinsam in der Küche stehen und arbeiten. Gemeinsam tranken wir im Anschluss Kaffee und aßen die ersten Plätzchen. Beide waren so begeistert von den Vanillekipferln. Ihre Eltern in Pakistan und Syrien bekamen Thumbs-Up-Fotos geschickt, nach dem Rezept wird vielleicht bald auch in Aleppo gebacken. Und beide freuten sich, den Ehemännern später die Plätzchen unter die Nase halten zu können. 


Als ich abends alleine war, war ich so unfassbar zufrieden mit dem Tag, wie ich es lange nicht erlebt habe. Und dankbar: für neue Menschen in meinem Leben, neue Erfahrungen und für mehr Gesundheit.

Dann kam der Liebste, der sich zum Lernen ins Institut verzogen hatte, heim. Wir aßen noch das Essen, das G. extra für uns gekocht  und als Gastgeschenk mitgebracht hatte. G. schrieb mir kurze Zeit später "Das war ein schöner Tag. ich bin glücklich für diesen Tag".

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Der Gast hat immer Recht.

Heute haben wir endlich das Geburtstagsessen des Liebsten nachgeholt. Da im Prosecco im Dezember offenbar nicht gut Pasta essen ist wegen wochenlang im Voraus ausgebuchter Tische, entschieden wir uns nun für das Pippin. Da waren wir schon einmal zufrieden und die Internet-Menükarte machte Vorfreude. Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen Tipps auf Twitter am Sonntag, um uns zu helfen, dass uner feines Abendessen doch noch stattfinden könnte. Leider haben in Aachen wohl sonntags wirklich die allermeisten Restaurants abseits der Ponte Ruhetag. Ein weiterer Faktor ist bei mir immer noch, dass ich nach wie vor ungerne essen gehe, ohne die Speisekarte vorab online einsehen zu können (oder eben die Speisekarte von früheren Besuchen zu kennen). Da die meisten etwas besseren Restaurants natürlich mit Tagesaktualität und Fangfrische (naja.. ) kokettieren, gibt es im Internet wenn es hoch kommt, ein Beispiel-Menü. Damit kann ich nichts anfangen. Dann schieß ich mich auf etwas ein, was ich gerne essen würde, und vor Ort gibt es das dann doch nicht. Nicht gut. Gar nicht gut. Spontane Entscheidungen zu treffen insb. was das Essen angeht, ist nicht gerade meine Stärke.
Aber zurück zum Pippin. Neben der Qualität und Freundlichkeit gefällt mir aus genannten Gründen, dass man im Internet die aktuelle Monatskarte bis ins Detail inkl. aller Beilagen (ich find Beilagen MEGA wichtig!!) einsehen kann. Wechselnde Küche, die man aber im Voraus einsehen kann. Perfekt. Ich hatte mich also schon längst für das Fischgericht entschieden, als wir heute das Restaurant betraten - nicht nur, aber auch wegen des Fenchels als Beilage, wie soll es anders sein... Selbst der Liebste hatte sich schon etwas ausgesucht (kein Wunder - Wild und erst recht mit Printen gibt es bei uns zu Hause eben einfach nie...). So warfen wir nur noch einen höflichen Blick in die Speisekarte, und ich schloss mich problemlos der Idee an, noch eine Vorspeise zu teilen. Die war auch schon sehr lecker udn dann warteten wir gespannt auf die Hauptspeise. 
Als die dann vor mir auf dem Tisch stand, sah das alles sehr sehr gut aus, aber etwas entscheidendes fehlte. Statt des Paprika-Fenchel-Gemüses lag da ein Paprika-Gemüse in der Mitte meines Tellers. Ja, schön gegrillt und so, aber wenn ich mich auf Fenchel freue und stattdessen nur Paprika bekomme, die ich übrigens bauch-technisch nur unter späterem Protest des selbigen essen kann, kann mir das die Laune verhageln. Ich mümmelte ein paar Minuten vor mich hin (Fisch sehr sehr gut!) und beschloss dann doch nachzufragen. (Das ist ja mal ein Vorteil am Erwachsensein - ich habe mit so etwas gar kein Problem mehr. Mehr als eine Absage wird´s ja nicht geben!) Die äußerst freundliche Kellnerin sprach ich also an mit den Worten "Sag mal, weißt du wo der Fenchel verloren gegangen ist? Ich hatte mich so auf ihn gefreut!" an. Daraufhin warf sie einen verstohlenen Blick auf meinen Teller, fragte, ob da etwa keiner bei sei, was ich verneinte, und dann bot sie an, zusätzlichen Fenchel zu bringen. Fand ich super, denn eigtl. war ich davon ausgegangen, dass man heute Morgen im Gemüseladen einfach keinen Fenchel bekommen hatte, was dann auch völlig ok gewesen wäre. So kam sie aber ein paar Minuten später mit einem Schälchen zurück. In diesem lag .... gelbe Paprika. Also zumindest genau das, was auch schon - gemischt mit roter Paprika - auf meinem Teller lag. Es dämmerte mir langsam, was ihr verstohlener Blick auf meinen Teller zu bedeuten gehabt haben könnte. War das auf meinem Teller vielleicht doch nicht nur rote und gelbe Paprika....? Der Liebste bekam schon einen kleinen Lachkrampf, und schnell testeten wir die vermeintlich gelbe Paprika. Keine Paprika. Fenchel. Nur eben gelb eingefärbt vom Safran und genau so geschnitten wie die rote Paprika. Zum Glück war die Kellnerin schon wieder entschwunden, sonst wäre das jetzt echt peinlich gewesen. Wäre sie noch einmal an unseren Tisch gekommen, hätte ich ihr eingestanden, dass ich mich geirrt hatte, wirklich. 
Das war auf jeden Fall ein klassischer Fall von "Keine Diskussion. Der Gast hat immer Recht. Egal was für einen Scheiß er erzählt".

Irgendwie sehr professionell, finde ich.

Dienstag, 5. Dezember 2017

WMDEDGT 12/17

Dieser letzte WMDEDGT in diesem Jahr, beginnt wie ein ganz normaler Alltags-Dienstag. Aber seien Sie gespannt: Er endet NICHT wie ein ganz normaler Alltags-Dienstag! 
Danke an Frau Brüllen, die dieses Jahr mit dieser Aktion wieder sehr viele schöne Alltags-Geschichten hervorgezaubert hat..


05:25

Ich bin wach. Noch 20 Minuten bis Weckerklingeln. Jetzt nicht einschlafen, lieber das warme gemütliche Bett genieeee....schnarch.

05:45


Weckerklingeln. Und ich fühle mich deutlich elender als vor 20 Minuten. Wieso ist das immer so?!
Unglaublich, dass jetzt genau die Zeit da ist, von der der Liebste vor 5 Jahren mal sagte: Ich glaub vor der Doktorprüfung nimmt man sich immer frei, um zu lernen. Theoretisch kann jeder der prüfenden Profs nämlich eine Frage aus seinem jeweiligen Fachgebiet stellen. Fies.
Dementsprechend bleibt der Liebste heute wie gestern zu Hause und lernt und lernt und lernt.

06:00


Da ich zum Geburtstag des Liebsten ihm am Sonntag eine Freude  machen wollte, indem ich ausnahmsweise im Bett liegen blieb, habe ich diese Sporteinheit von Sonntag auf Montag verlegt, sodass ich heute nur Yoga mache statt Fitnessstudio-Laufband-Laufen.

06:45

Aufbruch zur Arbeit. Es ist kalt. Es ist dunkel. Es ist nass. Noch 16 Tage bis die Tage wieder länger werden. Ich zähle das wirklich rückwärts. Zu wissen, dass es wieder aufwärts geht, hat bei mir wirklich einen großen psychologischen Effekt.

10:00 


Besuch von einem Dienstleister. Die Aufgabe, die wir für ihn haben, nervt mich jetzt schon, weil sie einfach nur lästige Pflicht ist und enorm viel Input von uns verlangen wird. Und Geld kostet. Und das Projektende verzögern wird. Umso mehr freue ich mich, dass der Ansprechpartner mal ausgesprochen sympathisch und verständig ist. Und gleichzeitig Kompetenz ausstrahlt. Juhu!

12:00 


Mittagspause. Danach beschäftige ich mich ein wenig mit unserer Laborantin. Sie hatte am Freitag ihren ersten Tag, ist blutjung, aber strahlt trotzdem eine gewisse Selbstsicherheit aus. Und Eigeninitiative hat sie in den drei Tagen auch schon bewiesen. Gefällt mir. 

16:00


Früher Feierabend. Ein Abstecher, um ein paar Brötchen zu holen. Dann geht es nach Hause und um....

18:00 


brechen wir auf zu den TOTEN HOSEN. Unser Vorweihnachtsgeschenk an uns. 

19:00


Wir parken in den Köln Arkaden. Der Ausgang des Parkhauses führt uns dann noch einmal quer durch die Arkaden. Und ich bin völlig erschlagen. Blinki Blinki überall, Weihachtsbäume. Und Menschen. So viele Menschen (haha sagt die, die sich auf dem Weg auf ein Konzert mit 20.000 Menschen befindet). Ich meide derartige Shopping-Zentren, wo es nur geht. Mir wird immer so schwindelig von den ganzen Lichtern und den vielen Eindrücken.  Wenn ich ehrlich bin, meide ich Shopping außerhalb der dank Online-Kauf möglichen Home-Zone sowieso, aber das ist eine andere Geschichte. Irgendwann finden wir den Ausgang und laufen die knapp zwei Kilometer zur Arena. Dort finden wir bald unsere Sitzplätze. Ja. Sitzplätze. Es ist das erste Konzert, bei dem wir uns für´s Sitzen entschieden haben. Aber Toten Hosen und Stehplätze? Nee... da habe ich einfach zu viel Schiss in der pogenden Masse unterzugehen. Schon bei kleineren Rockkonzerten ist mir das unheimlich, und selbst wenn man sich von dem heftig pogenden Kreis versucht fernzuhalten - den ein oder anderen Ellbogen kriegt man immer in die Rippen - und bei meiner Größe eben in die Fresse! Ne du!

20:00

Vorbands sind ja so ne Sache... Keiner hat so richtig Lust auf sie, aber man bemüht sich redlich um Höflichkeit, weil offensichtlich die Lieblingsband, für die man ja Karten gekauft hat, irgendwas an dieser Vorband findet. Wir mussten heute echt grinsen... die Frontfrau von Baboon Show aus Schweden war einfach das absolute Rumpelstilzchen. Bei allem Punk, den sie da ablieferte  wirkte sie einfach ...niedlich. Respekt gilt aber der Tatsache, dass sie das ganze Gehopse auf High Heels ablegte.

21:00

Nach weiterer Wartezeit nach der Vorband stürmen endlich die Hosen auf die Bühne. Die nächsten 2,5 Stunden vergehen wie im Flug, genau die richtige Mischung aus alten und neuen Hits, nicht zu viel Gerede, nicht zu wenig. Mein Popo berührt den Sitz kein einziges Mal mehr - und so hält es die ganze Arena. Dass wir trotzdem nicht unten in der Menge stehen, war die richtige Entscheidung. Da wird geschubst (hoffentlich hat da keiner ein Trinkpäckchen im Rucksack). Nach der Zugabe gucken wir uns glücklich an, und gerade als der Liebste sagt "schade, dass sie Liebeslied nicht gespielt haben", setzen sie dazu als zweite Zugabe an. Perfekt!
Ich habe genau ein Foto gemacht mit meiner schlechten Handy-Kamera. Aber das ist nicht so schlimm. Die beiden Mädchen vor uns sollten mit ihren Aufnahmen, vornehmlich im Selfie-Format (Bild und Video) genug Material haben, um Instagram ausführlichst damit zu versorgen. Ob sie wohl auch was vom Konzert mitbekommen haben?