Freitag, 24. November 2017

Settimana - aber subito KW47/2017

Diese Woche hatte die Kollegin, die nie Urlaub nimmt, Urlaub. Sie nahm diesen Urlaub nicht etwa, weil sie dazu beitragen wollte, ihr Urlaubskonto von 30 aktuellen Urlaubstagen für das beinah vergangene Jahr 2017 sowie 15*30  hypothetischen Urlaubstagen aus den vergangenen 15 Jahren zu senken. Nein. Sie war hierzu aus einer persönlichen Misslage gezwungen, was dazu führte, dass sie die Tage vor ihrem Urlaub noch nervöser als sowieso schon war, die Urlaubs-Übergabe-"Notiz" sich so las, als müsste ich alleine die Firma über die nächsten 3 Jahre gegen die dunklen Mächte verteidigen und dabei sämtliche Abteilungen in Personalunion darstellen. Ich glaube, auch im Falle eines Atomunfalls in Tihange hätte ich unter dem entsprechenden Stichwort eine Anweisung vorgefunden. 
Wenn sie am Montag wiederkommt und um 7.03 Uhr an meinem Schreibtisch steht, werde ich ihr berichten können: Alles easy. Sie wird AUCH feststellen, dass niemand ihr in ihrer Abwesenheit gekündigt hat, weil sie es gewagt hat, Urlaub zu nehmen. Und hoffentlich auch, dass es einem selber und nicht zuletzt den Kollegen gut tut, mal Abstand zu nehmen.

Mit dem Startschuss für den Weihnachtsmarkt heute beginnt für mich wieder die nervige Zeit des Parkplatzsuchens am Feierabend. Wenn es nur das wäre. Leider ist es auch so, dass die wie Lemminge in die Stadt strömenden Menschen aus In- und Ausland nicht gerade die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Noch öfter kommt es erfahrungsgemäß in dieser Zeit vor, dass Verkehrsregeln zu Gunsten des eigenen Glühwein-Dursts oder Bratwurst-Hungers interpretiert werden. Auch was den gemeinen Fußgänger angeht, hat es seine Tücken. Der selbstverständlich im Rundum-Sorglos-Paket eingeplante Besuch bei Lindt führt dazu, dass sich - einmal am Bendplatz aus dem Bus geschüttet, ein kaum enden wollender Strom an Menschen bildet, der zwischen Bendplatz und Lindt pendelt. Viel Geduld sei dem gewünscht, der in diesen Strom gerät, oder gar ihn kreuzen muss.

Ich liebe es ja, wenn Päckchen als Überraschung zu jemandem unterwegs sind. So sendeten wir Anfang der Woche an sehr gute Freunde einen Adventskalender, damit sie - gerade heimgekehrt aus den Flitterwochen - etwas haben, auf das sie sich freuen können. Mir wurde in der Sendungsverfolgung angezeigt, dass das Paket am Mittwoch bei einer Nachbarin abgegeben worden sei und rechnete damit, dass es wohl dann am Donnerstag in den Händen unserer Freunde ankommen würde. Und dann stehen die gestern Abend einfach vor der Tür, mit einem wunderschönen Blumenstrauß und bedanken sich auf diese Weise für den Adventskalender (nein, sie sind dafür nicht von Ddorf nach Aachen gefahren, sie waren wegen eines Familiengeburtstags hier, aber dennoch eine so liebe Geste!). Ab und an wünsche ich mir trotzdem, dass Geschenke einfach angenommen werden, ohne sofort erwidert zu werden. Dieser bemerkenswerte Artikel kam mir daher noch einmal in den Sinn.




Interessant fand ich diese Woche die story über das unsägliche Geschäft mit dem Operieren. Vielleicht vor der nächsten OP-Empfehlung mal in die Statistiken gucken, ob der eigene Wohnort vielleicht prädestiniert ist für genau diese OP? Es ist einfach gruselig. Wie aus gesunden Kranke gemacht werden, aus einer OP werden zwei, um die teurer abrechnen zu können. Und bei allem liegt da ein Patient auf der Liege, hat an alledem das größte Risiko zu tragen, und weiß nicht einmal, dass es vielleicht nicht notwendig wäre. Und da beschweren sich Ärzte noch, dass man sich heutzutage via Internet informiert, um als Patient wenigstens einen Hauch von Mündigkeit aufzuweisen.  Besonders passend: Erst letzte Woche lief im WDR Quarks und Co zum Thema Krankenhauskeime.

Eben fuhr ich noch sehr spontan (!) zum Liebsten ans Institut und hinterließ unter seinen Kollegen ein bisschen Ratlosigkeit mit diesem Rätsel.


Bei mir auf der Arbeit ist es nämlich so: Wenn die politische Mittagspausen-Diskussion zu eskalieren droht, ist es gut, wenn jemand ein Rätsel am Start hat. Ja, das kam diese Woche ein paar mal vor!


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