Sonntag, 22. Oktober 2017

Voll 90er

Wie schon auf Instagram genörgelt verkündet, schmissen wir uns gestern in ein 90er Outfit um einer entsprechenden Mottoparty beizuwohnen. Große Lust hatte ich nicht gerade, das Wetter rief nach einem Abend auf der Couch. Aber da die Einladende selber auch immer dabei ist und ein wirklich nettes Ding, überwand ich mich.

Als Outfit mussten bei mir eine Haremshose aus dem Sommer und mein Laufshirt in Neon-Pink herhalten. Gar nicht mal so schlecht sah das dann aus, dazu ein hoher Pferdeschwanz und ein pinkes Haarband, das ich nach einer Stunde wegen Kopfweh entfernen musste.Der Liebste sah übrigens mit seiner verkehrt herum aufgesetzten Base Cap und Achselshirt aus wie Aaron Carter. 



Eingeladen hatte die Freundin eines Freundes aus unserer Aachen-Truppe. Während er nur 2 Jahre jünger ist als der Gruppenmedian, snd es bei ihr 5 Jahre. Das merkt man absolut nicht, wenn wir uns "unter uns" treffen. Aber gestern war sie nun mal Gastgeberin, und da sie noch in einer WG wohnt, fühlten wir uns ein wenig in alte Zeiten zurück versetzt.

Als wir die Wohnung betraten (Klassiker-WG-Wohnung mit einem Flur, drei Zimmern, Küche und einem Bad), schlug uns bereits ein unfassbarer Geruch nach Glühwein, Menschen und ...urks entgegen. Kein Fenster war geöffnet, trotz ca. 40 Personen auf nicht gerade viel Raum, und die Scheiben waren bereits beschlagen. Das Bier lag, wie es sich gehört, in der Badewanne, die Kalkulation hat nicht ganz gepasst, wurde aber durch Schnaps-Gast-Getränke ausgeglichen, für die Nicht-Alkoholiker, die mit 25 Jahren anscheinend noch seltener erwartet werden gab es ... Leitungswasser.

Nun denn. Richtig witzig war dann aber, dass wir "alten" uns zwischen diesen ganzen jungen Medizinstudenten dann dadurch absetzten, dass wir das Zimmer mit Stereoanlage (STEREOANLAGE!) vereinnahmten, eine Bravo Hits nach der nächsten einwarfen und als einzige richtig abgingen. Wir schwelgten in Erinnerungen über den persönlichen Favorite unter den Backstreet Boys, über den Tic Tac Toe Skandal, und wunderten uns ein wenig, wieso der Rest der Gäste im Nebenzimmer Konkurrenzmusik einchaltete. Bis uns dann einfiel: Wenn die wie die Gastgeberin 1992 geboren waren, ist es kein wunder, dass sie einen Großteil der Musik nicht kannten (ausgenommen natürlich das, was auch auf normalen Parties zu später Stunde mal gespielt wird, z.B. Backstreet Boys).

Vielleicht ging es später noch richtig ab, das mag sein, aber als um 1 Uhr dann ein 55m langer Schachtel-Kranz abgegangen werden musste, sahen wir unsere Zeit zum Gehen gekommen. Ich kenne nur aus meiner Praktikumszeit bei Dräger den norddeutschen Brauch, dass zum 30. Geburtstag gekehrt werden muss oder Klingen geputzt werden müssen. Eine 25-jährige als alte Schachtel zu bezeichnen, wenn noch nicht verheiratet, ist heute natürlich geradezu hanebüchen, aber beruht natürlich auf anderen Zeiten. 

Heute also Sporteln, Chillen, Brotbacken, Kochen. 

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