Donnerstag, 17. August 2017

Things that make you go "hmmmm" (3)

Und dann sagt meine Schwester doch tatsächlich "Ich kann Mama ja mal fragen, ob sie dich sehen möchte", und ich bin nur noch so müde, ihr erklären zu wollen:

Ich warte nicht mehr. Nicht auf die Beantwortung von E-Mails, nicht auf Anrufe. Nicht darauf, dass sie vor meiner Tür steht. Nicht einmal jetzt, da uns statt 10.000km nur 100km trennen, gerade eine Zugfahrt, sogar ohne Umsteigen. Ich erwarte nicht mehr, dass sie die Menschen kennt, die ich liebe. Erst recht nicht, dass sie sie mit Respekt statt Neid behandelt. Ich erwarte nicht mehr, dass meine Worte zu verstehen versucht werden statt verdreht zu werden. Denn es hat keine Worte mehr.
Ich erwarte keine Entschuldigungen mehr, schon gar nicht mehr echte. Ich warte nicht auf Liebe, nicht auf Erklärungen, nicht auf Bestätigung, dass ich ok bin. Ich warte nicht mehr auf die Wandlung eines waswärewenn in ein soisses.
Ich erwarte keinen gemeinsamen Frieden, aber auch nicht mehr  
j e d e r z e i t die Eskalation. 


Ich gewöhne mir das Warten einfach ab. Das Warten und Erwarten. Entwöhnung ist Arbeit, das weiß jeder, der vielleicht das Rauchen jemals aufgab, die tägliche Chips-Tüte von seinem Arzt verboten bekam, oder endlich nicht mehr an den Fingernägeln kauen will. Und erst recht, wenn das zu Entwöhnende die Hoffnung ist? Die kann man im Supermarkt nicht einfach meiden. Egal welche Motivation den Antrieb darstellt: Das für so lange Zeit Gewohnte hinterlässt eine Lücke, die gefüllt werden muss. Zwanghaft entzogen von außen aber zu spät bemerkt bleibt viel Platz für ungesunde Coping-Mechanismen.
Aber langsam, bewusst und aktiv bis zu voller Größe aufgedehnt, füllt sich die enstandene Lücke fast wie von allein mit ganz viel Leben.

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