Donnerstag, 1. Juni 2017

Wieder da!

Es ist richtig lange her, dass ich einen Kater hatte, aber genau so fühle ich mich. Seitdem ich gestern Morgen wie immer auf dieser Reise gegen 5:30h in unserem Dachzelt aufgewacht bin, habe ich nicht mehr geschlafen. Auf Grund des späten Heimflugs gestern Abend hatten wir uns natürlich gewünscht, etwas länger schlafen zu können, aber dass das ausgerechnet auf dem städtischen Campingplatz in Windhoek gelingen würde, war von vornherein nicht abzusehen. Das Urban Camp war dennoch die richtige Wahl. Sicheres und gemütliches Camping mit Hippie-Atmosphäre, auch wenn es natürlich in keiner Weise an alle vorangegangenen Camping-Orte herankommen konnte. Stadt halt. Somit starteten wir gegen 7:00h gestern Morgen unser Auto-Aufräum-Programm. Obwohl wir beide wirklich ordentliche und sorgfältige und auch wirklich saubere Menschen sind, sah das Auto aus wie S**. Sand, überall Sand. Kekskrümel, Gräser, die ich auf allen Wanderungen mit meinen Schuhen einsammelte und nachfolgend verteilte (Was die Ausbreitung von parasitären Pflanzen nach Europa angeht: Ich war´s nicht -habe sowohl Wander- als auch Turnschuhe zu Grunde gelaufen und in Afrika verabschiedet), in der Kühlbox ausgelaufene Grillsaucen, natürlich behelfsmäßig gereinigt, aber nun ja. Jedenfalls war es uns beiden ohne Absprache peinlich das Auto so abzugeben, obwohl die Endreinigung natürlich durch uns bezahlt ist. Somit wurschtelten wir bis ca. 10 Uhr am Auto rum, pröfften Schlafsäcke, Daunenjacken etc. in Vakuumtüten, schmierten Brote, spülten, duschten, etc. Dann latschten wir noch einmal in die Windhoeker Innenstadt, tranken Cappu und Milkshake, versuchten möglichst viel Zeit totzuschlagen und waren trotzdem um 13 Uhr wieder am Campingplatz. Weitere zwei Stunden verbrachten wir Kindle-lesenderweise, dabei die letzten zwei Liter Cola Zero auf ex, ehe wir um 15 Uhr zum Autoverleih aufbrachen. Als wir schließlich dort waren, die Schlüssel überreichten und uns anguckten, konnte ich kaum fassen, dass wirklich alles so glatt gegangen war. Kein Platten (Durschnitt ist wohl ein Platten pro Woche, da man beinah ausschließlich auf Sand- und Schotterpisten fährt), keine defekte Elektronik (gerne wohl am Kühlschrank) und Himmel sei Dank kein Unfall oder ähnliches. Die Unversicherbarkeit des Großteils möglicher Unfallszenarien hatte mir immense Bauchweh bereitet und erst nach einigen Tagen konnte ich beim Autofahren auch mal an was anderes denken, als daran, was gerade unter Umständen passieren könnte. 
Auch so gab es auf der gesamten Reise keine Situation, in der ich mich wirklich unwohl gefühlt hätte. Auf dem Parkplatz eines Supermarktes hingen mir ein bisschen zu viele junge Männer rum, sodass ich im Auto blieb, während T. ein paar Sachen besorgte und das wichtigste - Wasser - vergaß. Genervt sprang dann ich in den Supermarkt und kehrte mit meinen zwei Kanistern a 5 Liter zurück zum Auto und schaute dabei anscheinend so grimmig drein, dass keiner der Männer mich nötigte, Hilfe anzunehmen. Es gab keine Magen-Darm-Probleme, obwohl wir überall das Wasser zum Zähneputzen, Kaffeekochen, Gemüsewaschen, etc. nutzten. Ich hatte genau einmal Kopfschmerzen am Ankunftstag. Wir benötigten kein Pflaster aus meiner diesmal wirklich sorgfältig gepackten Reiseapotheke. Wir trafen (leider) auch keine wilden Tiere zu Fuß an, auch wenn wir auf dem Gelände einer Farm abends vom Farmhaus zu unserem Campingplatz zurückgingen und am nächsten Morgen von den Inhabern hörten, dass es einige Leoparden und Geparden gebe. Wehmutstopfen bei T.: Auch im Etosha sahen wir weder Löwen, noch Geparden oder Leoparden.
Jetzt guck ich noch 6 Wochen, dass ich kein Fieber kriege, da mich im Etosha, wo es in begrenztem Maße Malaria gibt, trotz Anti-Brumm ein Mücken-Mistvieh gestochen hat, und dann können wir uns wirklich nicht beklagen.

Morgen gehe ich spontan eigentlich wusste ich die ganze Zeit, dass ich das tun würde arbeiten und hoffe, dass mein Plan aufgeht, niemand mich erwartet und ich mich einfach nur den ganzen Tag den Drei Millionen E-Mails der vergangenen 3 Wochen widmen kann, um dann beruhigt ins lange Wochenende zu starten.

Gute Nacht!
 
Spitzkoppe

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