Mittwoch, 31. Mai 2017

Sonntag 14.Mai: Ankunft und Daan Viljoen

Die letzten Stunden vor dem Heimflug rumzukriegen, fällt mir immer sehr schwer. Mit den Gedanken bin ich schon zu Hause und bei allem, was es da nach der Ankunft zu tun gibt. Wenn ich doch schon etwas davon erledigen könnte..... In unseren USA-Urlauben haben wir immer fleißig Reisebericht geschrieben, und zwar täglich. Das haben wir in Namibia nicht geschafft, ich glaube auch nicht, dass ich es vollständig nachholen werde. Dennoch vertreibe ich mir mal die Zeit mit der Beschreibung unseres Ankunftstages. Ein paar Fotos reiche ich sicherlich noch nach.
 
Wir hatten es uns so schön ausgemalt, den Nachtflug von knapp 10 Stunden einfach schlafend zu überstehen. Leider ging diese Planung nicht auf und bis auf wenige Minuten Halbschlaf war das nicht drin. Hinter uns sitzende russische Brüder, die offenbar vorher dem Wodka zugesprochen hatten, trugen akustisch und olfaktorisch dazu bei, dass der Flug maximal nervig und lang war.
Einzig die Tatsache, dass wir beide die letzten Portionen Chicken ergatterten, ließ mich schmunzeln. Die Brüder mussten somit mit Pasta vorlieb nehmen und erhielten dann noch auf die Frage nach delicious Namibian Wine eine als Rüffel ausgesprochene Erwiderung der Stewardess, dass Namibia keinen Wein habe. Inklusive Augenverdrehen.
Mit viel Lesen bzw. Glotzen beim Liebsten kamen wir irgendwie durch die Nacht und endlich wurde der Landeanflug angesagt.
Als wir ausstiegen war es noch stockdunkel. Der Flughafen Windhoek ein winziges Gebäude. Das Schlangestehen bei den Einreiseformalitäten führte immerhin dazu, dass wir dann nicht mehr auf die Koffer warten mussten sondern sie sofort vom Band angeln konnten. Mal wieder ohne Kofferverlust. Toi Toi Toi. Fieber hatten wir offenbar nicht, denn die Wärmebildkamera dürften wir passieren. Ich schätze, es handelt sich immer noch um eine Maßnahme wegen Ebola. Auch die importierte Schokolade kam durch und so waren einige meiner Sorgen schon mal aus dem Weg geräumt.
Der Mensch vom Mietwagenverleih wartete schon auf uns, und nachdem wir Geld gezogen hatten, ging es gemeinsam mit zwei weiteren Pärchen in ähnlichem alter los, um das Auto in Empfang zu nehmen.
Das ganze dauerte auf Grund einer Visa Card Limitierung recht lange, sodass es, als der Mitarbeiter uns endlich das Auto erklären könnte, schon längst hell und warm war.
Unser Bush-Camper wirkte auf den ersten Blick schon etwas abgegriffen und nicht mehr niegelnagelneu. Aber gut. Das Ding soll vor allem praktisch sein und außerdem hatten unsere eigenen Schlafsäcke und Kissen ja tatsächlich noch in den Koffer gepasst, sodass wir nicht darauf angewiesen waren, diese zu leihen, was ich echt ekelig gefunden hätte.
Gegen 9 Uhr ging es dann los und der Liebste fuhr zum ersten mal Linksverkehr sowie überhaupt so ein Gefährt.
Entsprechend ruppig waren die ersten zwei Kilometer bis zum Supermarkt, den wir uns bereits im Voraus ausgesucht hatten auf Grund der guten Sicherheit des Parkplatz. Außerdem handelte es sich um einen Spar, was erst mal heißen sollte, dass mal alles bekommt, was man so für mehrere Tage Selbstverpflegung benötigen würde.
Unsere vorbereitete Liste bewährte sich hier. Auch wenn es extrem lang dauerte, alles zu finden, vermissten wir in den nächsten Tagen kaum etwas. Wie geplant sorgten wir dafür, dass wir jeden Abend ordentlich Fleisch haben würden sowie eine Beilage wie Gem Squash, Mais oder Butternut Kürbis. Die Preise waren eher höher als in Deutschland, was auf die hohe Importrate aus Südafrika zurückzuführen sein dürfte. Beinahe jedes Produkt stammt dorther.
An der Kasse machten wir dann den Anfängerfehler, uns komplett von zwei Mitarbeitern helfen zu lassen mit dem Einpacken. Dann fuhren die beiden uns den Einkaufswagen noch zum Auto , was ich als sehr unangenehm empfand. Ohne jeden Plan eines angemessenen Trinkgelds gaben wir 50 Rand (in Namibia bezahlt man entweder mit Namibia Dollar oder Rand, beides selber Kurs) und den beiden war anzusehen, dass das deutlich mehr als gewöhnlich war.
Schließlich saßen wir wirklich im Auto und konnten uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel machen, dem ca. eine Stunde entfernten Daan Viljoen Park. Kurz vor der Ankunft liefen uns Paviane über die Straße. bald darauf waren auf einer Wiese Zebras zu entdecken. Noch gar nicht richtig angekommen in diesem Afrika hatten wir natürlich weder Fernglas noch Kamera zur Hand. glücklicherweise sollten noch genügend Gelegenheiten auf uns warten.
Im ersten Camp hatten wir direkt das Glück, dass jede Campingstätte mit einem eigenen Duschhaus und Toilette ausgestattet war. Für mich sind die sanitären Anlagen immer der kritische Punkt beim Camping und somit hatten wir im Voraus soweit es ging hierauf geachtet. In Namibia ist das auch durchaus eher die Regel.
Wir richteten uns soweit es ging im Camper ein (in Wahrheit hat sich die eigentliche Ordnung und Gewissheit, wo was ist, erst so nach 5 Tagen eingespielt) und im Gegensatz zum Liebsten sprang ich sogar in den eiskalten Pool.
Für mich kam dann eine erste kleine Krise: Während wir das Essen zubereiteten, wurde es plötzlich und sofort dunkel. Und kalt. Innerhalb von einer Stunde switchte ich von Bikini auf lange Hose, Pulli, Fleece und hätte ih sie gefunden, hätte ich auch noch eine Mütze angezogen. Dazu kamen dann noch Mücken, ein nicht gut werdendes Steak und rohe Kartoffeln. Insgesamt also ein eher als mau zu bezeichnender erster Abend, aber auch unserer Müdigkeit geschuldet. Um 20 Uhr lagen wir im Camper. Wir fanden es durchaus gemütlich, da oben zu liegen. In der ersten Nacht gut zu schlafen, wäre wohl zu viel verlangt gewesen. Der Affe, der es sich auf unserem Duschhaus nebenan bequem gemacht hatte und höllisch schnarchte, machte es nicht besser.
Entsprechend gerädert starteten wir in den nächsten Tag.
So richtig hat uns Afrika noch nicht !


Unser Bushcamper

Unser Dusch- und Toilettenhaus in Daan Viljoen

Straussenbesuch beim Abendessen und Frühstück

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