Donnerstag, 11. Mai 2017

"Hat se vom Papa!"


- das Nicht-still-sitzen-Können, ehe dies oder das * erledigt ist
- nächtliches Grübeln**
- Überhaupt: SORGEN MACHEN über ungelegte Eier***
- den leider zu schmalen Mund
- Schokolade. Täglich, selbst in meinen dünnsten Zeiten. 
- Ordnungsliebe
- Über-sich-selber-lachen-Können
- Frischluft-Fanatismus, kein Fenster ist sicher. 
- akutes Genervt-Sein von einem Geräusch, z.B. Radio, selbst wenn es zuvor stundenlang dudelte
- Geiz mit mir selber, Freigiebigkeit gegenüber geliebten Menschen

Die Liste ist nicht vollständig. Zum Glück.
Heute wäre dein 71. Geburtstag. Würdest du den heute feiern können: Ich wäre eine halbe Stunde zu früh da. Aber das hätte dir nichts ausgemacht - du wärest mit den Vorbereitungen ja seit mindestens 2 Stunden fertig. 




* das kann sich beziehen auf einfach alles, am meisten fällt es mir auf, wenn es um das Aufräumen des Tischs nach dem Essen geht: Genau wie meinen Vater macht mich der Anblick von schmutzigem Geschirr und Essensresten einfach verrückt. Oder die Tage, an denen ich nichts vorhabe außer einer einzigen Aufgabe: Da stehe ich dann um 8 Uhr morgens im Supermarkt und ärgere mich über noch nicht eingeräumte Regale. Rief man meinen Vater an einem einsamen Wochenende um 10 Uhr samstags an ,hatte er bereits das Einkaufen, Fitness und Waschanlage erledigt.
Ja, auch zu früh zu sein kann im Leben merklich behindern und nerven. Ich nerve bisweilen aber auch andere Leute damit. Zu Einladungen bei Freunden bemühe ich mich aber, zumindest nicht vor der vereinbarten Zeit da zu sein und habe ja auch oft den Liebsten als regulierendes Moment dabei. 

** bei mir funktioniert das Einschlafen nicht, mein Vater dagegen wachte um 3 auf und dann war die Nacht für ihn beendet.

*** In meinem Studium gab es keine Klausur, bei der ich sicherer war, durchgefallen zu sein, als Thermodynamik (Spoiler: Nein. War ne 3.0. Andere auf JEDEN FALL vermasselte Klausuren bestand ich auch mit Zweiern. Im Nachhinein finde ich mich selber anstrengend und sende an dieser Stelle ein Dankeschön an meine Freunde, die mir trotzdem im Studium erhalten geblieben sind) . Nach der Thermoklausur jedenfalls fuhr ich für ein Wochenende zu meinem Vater und berichtete natürlich, heulte mich aus, machte mich weiter verrückt und suchte Trost. Mein Vater bekam an diesem Wochenende Besuch von seiner damaligen "Bekannten" und berichtete wiederum ihr von der Klausur, als er dachte, ich höre ihn nicht. Dabei brachte er seine Sorge darüber zum Ausdruck, dass ja nun mein Studium gefährdet sei, ich die Klausur wiederholen müsse und überhaupt und ach und KATASTROPHE! Also ziemlich genau das, was in meinem eigenen Kopf abging seit der Klausur. Das bestärkte mich so in meiner Sorge, dass ich noch am selben Abend einen Lernplan schrieb für eine Klausur, die in 6 Monaten stattfinden würde. Dass für die meisten meiner Kommilitonen nicht-bestandene Klausuren Standard waren, manche mehrmals in 3. Versuchen antreten mussten, wusste er genauso wie ich, dennoch neigen wir beide dazu, die Relation im Sorgen-Karussel zu verlieren. Sorgen genommen zu kriegen im Sinne von "alles wird gut, das ist nicht schlimm, du bist trotzdem ein guter Mensch", das gehört nicht zum Standard-Reportoire, mit dem meine Eltern mich ausgestattet haben. Entsprechend fehlt es daran noch heute.   

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