Montag, 3. April 2017

Wunderwerk Deutsch

Es gibt ja dieses recht bekannte Comic, das vor ein paar Jahren rumging und in dem gezeigt wird, wie schmerzhaft die deutsche Sprache für allerwelt Ohren ist. Ausgerechnet am zartesten Geschöpf dieser Erde wird dies nachgewiesen: 

Farfalla

Papillon

Mariposa

Butterfly

Na? Spürt man da nicht geradezu die zarten Flügelchen des ...SCHMETTERLING !!! Bumms. So war es bewiesen und über Facebook und andere Netzwerke in alle Welt verkündet: Die deutsche Sprache ist hässlich, hart und lässt es in den Ohren nachklingeln*. 
Als deutsche Muttersprachlerin kann man diese Einschätzung von außen ja nur glauben. Die Sprache, in der man sein erstes Wort sagt, später Liebesschwüre hört, mit Freundinnen beim Kaffee philosophiert und und und, bleibt nun mal für das Ohr die vertrauteteste, und somit ist die Subjektivität der Einschätzung von Sprachmelodien quasi in die Wiege gelegt. Es wird aber wohl was dran sein, immerhin sind in fremdsprachigen Filmen die Bösen immer deutsch, damit sie auch bloß auf Deutsch wüten können. Auch ein kurzes Googlen ergab, dass Deutsch besonders reich an Konsonantenclustern sei, was ich jetzt erst mal als Bestätigung sehen würde. 

Aber heute, ha! Heute wurde ich daran erinnert, wie schön bildhaft die deutsche Sprache sein kann. In einer Wortschatzübung mit Roza anhand von Bildern kam das Wort Schneebesen vor. Wie verwirrt muss man sein, wenn man als Ausländer das Wort Schnee oder Besen oder schon beides einzeln kennt, und dann aber über das Wort Schneebesen stolpert....
Roza kannte das Wort Schnee, Besen noch nicht. Meine mickerigen Zeichenversuche reichten immerhin aus, um die Kette von Ei, Eischnee über Schnee und Besen zu spannen. Roza verstand und grinste.



Ich denke, dass das im Kopf bleibt. Auch wenn es zugegebenermaßen nicht das deutsche Wort ist, dass man alltäglich braucht, aber immerhin einprägsam. 


* Ich fand gerade noch Luxemburgisch: Päiperlek - das klingt doch noch schlimmer oder?


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