Dienstag, 11. April 2017

Mittagspausen-Gedanken zur Abendplanung



Wir sind heute bei meiner Syrerin eingeladen. Ich bin so aufgeregt aus den verschiedensten Gründen.  Roza und ich haben uns ja langsam eingegroovt und eine Ebene der Kommunikation gefunden, aber gemeinsam mit ihrem Mann und meinem Liebsten wird das sicherlich noch mal eine ganz andere Atmosphäre. Auch wenn ihr Mann wohl recht gut Deutsch spricht, vermute ich, dass es immer noch Sprachbarrieren geben wird. Zumindest wird man nicht einfach so vor sich hinplappern können während des Essens, wie man es normalerweise machen würde, um die Stimmung zu lockern. Alleine schon die Auswahl der Themen… die aktuelle Situation dieser Tage in Syrien nicht anzusprechen, ist zwar, als würde man den hellblauen Elefanten im Raum ignorieren, aber dennoch weiß ich nicht, ob ich von mir aus das Thema suchen würde. Zu der Komplexität sich hierzu zu äußern, kommt ja auch hier wieder die Schwierigkeit, das gemeinte auch so zu transportieren, dass es richtig verstanden werden kann.

Bleibt das Essen als Gesprächsthema. Womit wir beim nächsten Grund für meine Aufregung wären: Ich weiß absolut überhaupt gar nicht, was es geben wird. Ich habe Angst davor, dass mir ein Teller aus Höflichkeit vollgemacht wird und das Verneinen eines Nachschlags als unhöflich empfunden wird. Ich bin mir sicher, dass Roza sich viel Arbeit machen wird und hoffe auf viele Kleinigkeiten wie Hummus, Weinblätter, etc., an denen ich mich frei bedienen kann.

Immerhin bin ich so weit mittlerweile, dass ich mich trotz dieser sehr präsenten Ängste auch freuen kann. Ich bin neugierig, wie Roza lebt, wie sie sich als Gastgeberin verhält, und auf ihren Mann. Nebenbei bin ich froh, dass  ich – im Gegensatz zu vielen anderen – im Zweifelsfall wirklich mal meine Erfahrungen zum Thema Integration von Flüchtlingen äußern könnte. Im real life hatte ich da bisher allerdings keine Lust zu.

Ich hoffe auf Fußball als erstes Ice-Breaker-Thema zwischen dem Liebsten und Rozas Mann.

Drücken Sie mir die Daumen.




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