Sonntag, 30. April 2017

Family Portrait

Die Konstellation des heutigen Familienfrühstücks gab es zuletzt vor 2,5 Jahren. Alle, die da zusammenkommen, sind auf ihre ganz eigene Art und Weise kompliziert, hier Schreibende eingschlossen. 

Einzelne teilen Geschichten miteinander, die zum Teil jahrelange Funkstille zur Folge hatten. Ein anderes Bruderpaar redet nach einem Streit nur noch Belangloses, nachdem sie 40 Jahre Nachbarschaft, Urlaube und Freizeit geteilt haben.

Manche kenne ich mein Leben lang, zu anderen enstand der Kontakt erst, je mehr die Familie aus meiner Sicht auseinanderzubrechen schien. 

Zwei Brüder necken sich liebevoll und lassen vergessen, dass sie 72 und 67 und nicht mehr 12 und 7 Jahre alt sind.  

Einer ist meinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten, verfügt über den identischen Gestus, Humor und Kleidungsstil, und ahnt nicht, dass er damit - obgleich in Kindheit und Jugend nie greifbar - seit dem Tod meines Vaters für mich zum interessantesten Onkel geworden ist. 

Zwei Tanten lästern unabhängig voneinander aber übereinander im Vorhinein in whatsapp, doch streiten sich dann darum, wer der anderen den bequemsten Stuhl überlassen darf.

Mein Vater hatte drei Brüder und so haben meine Schwester und ich drei sehr verschiedene Onkel, von denen jeder auf seien eigene Art und Weise eine kleine Lücke füllt, die Vater und Mutter hinterlassen haben. 

Auf dem Gruppenbild sehen wir erstaunlich normal aus.

Freitag, 28. April 2017

Things that make you go "hmmmm"

Durch gestriges Einkaufen ersparte ich mir heute vermeintlich den Freitags-nach-Feierabend-Stress und ermöglichte mir außerdem, mit dem Radl zur Arbeit zu fahren. Dennoch wollte ich am Freitags-Usus, dass es zum Abendbrot Brötchen gibt, festhalten (Sie wissen ja, Routinen und so) und flitzte dann doch noch eben zum Discounter. Ich weiß, die Selbstbedienungs-Theken liefern mit ihren Backwaren neben ein bisschen Mehl ganz viel Chemie inklusive, aber ich steh total auf die Kürbiskernbrötchen da. Ich habe in meinem Leben schon ungesundere Dinge getan, glauben Sie mir. 

Jedenfalls hatte ich wirklich nur diese eine einzige Brötchentüte in der Hand, als ich mich zur Kasse begab. Ich wählte die kürzere Schlange, an der eine junge Frau gerade am bezahlen war, und hinter der eine Omi mit vollem Einkaufwagen stand. Die Hälte noch nicht einmal aufs Band gelegt. Dass ich da sehr höflich fragte "Entschuldigen Sie bitte, würden Sie mich vielleicht vorlassen? Ich habe nur die Brötchen hier", fand ich da nicht so ungewöhnlich, und erwartete etwas in der Art "Ach, gerne, junge Dame, wissen Sie, ich bin nicht so schnell und ach ..." Ich hätte mich höflich bedankt, hätte meine abgezählten 48 cent der Kassiererin überreicht und wäre von dannen gezogen.
Aber die Omi....sie guckte mich auf meine Bitte an, drehte sich dann wieder um und wühlte in ihrem Wagen, ehe sie sagte "Also, nein, ich muss jetzt....". Was genau sie musste, weiß ich nicht. Vermutlich keinen Bus kriegen, auch nicht die Welt retten und genausowenig sich beeilen. Was sie aber musste war, mit der Kassiererin darüber zu diskutieren, ob sie die Blumen in ihrem Einkaufswagen denn aufs Band legen müsse (ja!), ob sie die Blumen vielleicht doch lieber hier lassen könne, um sie morgen abzuholen, da sie nicht wisse, ob sie in ihren Trolley passten (ja, aber gegen Unterschrift!), seeehr lange überlegen, ob denn nun zwei Zwanzig-Euro-Scheine oder der Fünfzig-Euro-Schein besser geeignet wären, um zu bezahlen (Zwei Zwanziger), dann, nachdem sie und damit auch unvermittelt ich bezahlt hatten, noch den Ausgang versperren und schließlich, als ich mich an ihr vorbeigezwängt hatte, verkünden "Sehen Sie, ich bin doch schon weg".

Donnerstag, 27. April 2017

Angst

Ich hatte und habe viele Ängste. 

Allen voran immer die Angst, nicht gut genug zu sein. Einser-Abi, Einser-Bachelor, Master mit Auszeichung, Wertschätzung auf der Arbeit hin oder her - "da haste dich doch so durchgemogelt, irgendwann fliegst du auf" klingt es ab und zu in meinem Kopf.  Zugegeben, diese Gedankenketten passieren mir nicht mehr alltäglich, nur wenn´s so richtig mit mir durchgeht. Angst vor Kontrollverlust, alles was den Körper betrifft, das Essen. Angst davor, die Selbstdisziplin, die ich mir so sehr als Charaktereigenschaft verinnerlicht habe, zu verlieren, wenn ich nur einmal nicht gehorche.
Aber Platz ist in meinem Kopf auch für andere Ängste: Kaffee mit einer guten Freundin? Was ist, wenn sie mich plötzlich langweilig findet. Autofahren? Musste ich nach langer Abstinenz wieder lernen, ohne mir zuvor alle denkbaren Horrorszenarien auszumalen, von denen "Keinen Parkplatz finden" noch das harmloseste war. Konkrete Ängste um geliebte Menschen, sehr undefinierbare Ängste in Zeiten, in denen es mir gut geht, denn das kann doch nur bedeuten, dass bald etwas Schlimmes passiert? 

Und dann gibt´s immer wieder diese Situationen, in denen ich merke: 

Mut ist nicht das Gegenteil von Angst.

Zu sehen, wie abwesende Personen von anderen diffamiert werden, drumherum eine Gruppe nickender Menschen, die genau wissen, dass das Gesagte unfair ist und eher früher als später dazu beitragen wird, dass keiner mehr dem anderen vertraut. Die betretenen Gesichter des größten Teils, natürlich auch die paar, die die Gelegenheit nutzen, um mitzuhacken, immer die Meinung des Wortführers teilen - das macht was mit mir. 

Dann ruckelt und zuckelt es in mir, ein paar Sekunden bin ich sehr unruhig, kriege einen Tunnelblick und plötzlich sage ich so ruhig, wie es irgend geht, dass ich derartiges Reden über nicht Anwesende nicht schätze. 

24 Stunden dauerte die sich anschließende Angst-Spirale zu den möglichen Konsequenzen. Dies war nicht das erste Mal in dieser Art. Aber irgendwie hatte ich dieses Mal das Gefühl, den Bogen überspannt zu haben. Zwar wird keinem für Widerworte die Zunge abgeschnitten, aber realer ist bekanntlich die Gefahr, selber zum Opfer zu werden. Davor habe ich Angst. Aber noch viel mehr Angst habe ich davor, dass dann keiner für mich eintritt. 







Sonntag, 23. April 2017

Fenchel for president

In Zeiten, in denen jeder und alles Präsident werden kann, muss ich mich hier für die Nominierung des Fenchel einsetzen. Der Fenchel ist meines Erachtens ein unfassbar unterschätztes Gewächs. Kannte ich ihn bis vor ca. 5 Jahren bloß in Form von Tee als Medikation meiner ständigen Bauchweh, gehört er nunmehr neben Zucchini und Aubergine zu den meistverwendeten Gemüsen in meiner Küche. Und ich habe den Kampf aufgenommen, für ihn einzutreten und zu missionieren: Yes, Fenchel can!

Angefangen hat es mit dem Rezept aus meinem hochgeschätzten Lieblings-Kochbuch "Die echte italienische Küche". Dieses Buch hat eine ganz besondere Bedeutung für mich. Mein Vater hat sich anhand dieses Buches, nachdem meine Mutter weg war, das Kochen beigebracht. Das bot sich insofern an, als meine in Italien geborene Tante, seine Schwägerin, dieses Buch in und auswendig kannte und jederzeit bereit war, telefonisch Unterstützung zu erteilen, sollte es irgendwo haken. Erinnern wir uns gemeinsam an meinen Vater, erzählt zuverlässig (mindestens) ein Familienmitglied die Geschichte, da er meine Tante verzweifelt anrief und fragte, wie er denn bitte ohne jegliche Gramm-Angabe ein Bund Petersilie "feinwiegen" solle. Auf vielen Seiten dieses Buches finden sich also die Post-Its und Anmerkungen meines Papa, die von zunehmend mehr Koch- und Back-Veständnis zeugen, und das schließlich in die Bezwingung der Kuppeltorte ("Sahnesteif!!!!!!!!!!!!!"; "200g statt 100g Schokolade für die Glasur") mündete.

Dass meine Schwester, die auch sehr gerne kocht, mir nach seinem Tod dieses Buch überließ, hat mich damals sehr glücklich gemacht, und freut mich noch immer im Alltag.

Das Rezept also, das mir den Fenchel erstmals schmackhaft machte, stammt aus diesem Buch. Auch hier war es meine italienische Tante, die mich auf das Rezept aufmerksam machte. Sie und ihr Mann, der Bruder meines Vaters, sind die besten Köche, die ich kenne, und so probierte ich das Rezept etwas zögerlich aus. Es handelt sich um gratinierten Fenchel. Auf einer Tomatensauce wird der leicht vorgegarte Fenchel gebettet, und dann kommt der Clou: In der Pfanne werden Semmelbrösel angeröstet gemeinsam mit Knoblauch, etwas Zwiebeln und Salz. dann wird Parmesan untergehoben und zuletzt mit Petersilie abgeschmeckt. Diese Mischung wird auf dem Fenchel verteilt, bevor das Ganze noch mal in den Ofen kommt. Nach 20 Minuten ist das Wunder vollbracht und es darf probiert werden. Der Fenchel offenbart gemeinsam mit der knackigen Parmesan-Semmelbrösel-Schicht ein unfassbares Aroma. Die Tomatensauce sorgt für die notwendige Frische. Sie müssen das probieren, wirklich! Die genauen Mengenangaben liefere ich auf Anfrage gerne nach, denn auch ich habe meine Spuren im Kochbuch hinterlassen: "Semmelbrösel- und Parmesan-Menge verdoppeln!!!!!!!"

Heute also bin ich wieder einen Schritt weitergekommen in meiner Mission. Meiner Schwester empfahl ich ein ebenfalls geschätztes Rezept. Bei einem befreundeten Paar hatte ich hiermit schon Erfolg - die beiden kochen das nun alle zwei Wochen, wie ich hörte. Jedenfalls erreichten mich nun nicht nur von meiner Schwester Begeisterungsrufe über das Sonntags-Essen, sondern auch ihr Freund meldete sich eigenständig bei mir, was er nie tut und dann nur aus gutem Grund. Es muss wohl wirklich lecker gewesen sein!

Finocchio for president!

 





Samstag, 22. April 2017

Bekenntnisse einer Duschgel-Horterin

"Nur mal schnell zu dm" ist hier so ein Satz, der dem Liebsten die Haare zu Berge stehen lässt. Denn ich muss gestehen - seit ich die Arbeitsstelle gewechselt habe, und nicht mehr in Mittagspausen-Fußlauf-Nähe einen dm erreiche - ist es nicht besser geworden. Ich horte. Duschgels, Body-Lotion, Shampoo, aber auch unaufregende Artikel wie Zahnpasta und Kontaktlinsen-Flüssigkeit. 
War es damals die ständige Verfügbarkeit ("Oh eine limited edition"), die mich dazu brachte, meinen ganz persönlichen Drogerie-Markt im Badezimmer-Schränkchen einzurichten, ist es jetzt eher der Gedanke "Jetzt bin ich doch schon mal hier, wird ja nicht schlecht, wer weiß, wann ich das nächste Mal in die Stadt komme und einen Rucksack dabei habe".

Das ganze scheint auf einer erblichen Prädisposition zu beruhen. Meine Schwester neigt zum gleichen Verhalten und als sie ihrem Freund kürzlich auch noch das letzte Sechstel des Schränkchens, in dem er ein Deo und ein Duschgel lagerte, streitig machen wollte, endete das in einer ernsteren Unterhaltung. 

Heute war ich nun also in der Stadt, und zusätzlich belagerte mich dann der Gedanke, dass ich ja vielleicht vor dem Urlaub das letzte mal bei dm bin: Also einmal Rundumschlag mit Shampoo, Spülung, Duschgel, Deo, Body-Lotion, Cremchen hier, Düppchen da....Und ich gebe zu: Nichts davon hätte ich kaufen müssen. Alles noch in mindestens zweifacher Ausführung da. Eigentlich wusste ich das, aber... ich hatte eben einen Ruscksack dabei.

Jetzt habe ich die Einkäufe einfach schon mal im Koffer verstaut, denn ins Badezimmerschränkchen passte natürlich nichts mehr  und so muss ich mich nicht rechtfertigen für umherstehendes, nicht mehr in den Schrank passendes Zeug
Nun muss ich mich nach dem Urlaub nur zusammenreißen und mich erinnern, dass TROTZ des Verbrauchs einiger Tübchen im Urlaub, der Schrank noch immer voll ist.




Mittwoch, 19. April 2017

Du gehst, wie du gekommen bist.

Meine Kollegin zeigte mir heute ein Foto vom Baby einer ihrer Freundinnen. Der Bub von geschätzten 5 bis 10 Monaten (ich bin so unfassbar schlecht darin, das Alter von Kindern zu schätzen, neulich hielt ich eine 14-jährige für mindestens 20, aber das ist ein anderes Thema) hatte ein unglaublich grimmiges Gesicht. Noch dazu waren seine beiden speckigen Ärmchen der Kamera entgegen gestreckt, die Hände nicht mehr zu sehen, sodass es aussah, als habe er sich und seine miese Laune selbst und mit voller Absicht im Selfie verewigt. Ein grandioser Schnappschuss - wer auch immer ihn gelandet hat. Ich konnte nicht aufhören, in dieses Gesicht zu starren. Völlig haarfrei, keine Wimpern, keine Augenbrauen, nur auf dem Köpfchen ein zarter hellblonder Flaum, wenn man ganz genau hinschaute.
Und dann rutschte mir einfach heraus "Ein Greis". Das war es, was mich so fasziniert hatte: Dieses Baby hatte so viel von einem alten Mann, dass es geradezu unheimlich wirkte. Und dann noch diese Wut im Gesicht, die man sonst nur bei alten verbitterten Menschen an der Aldi-Kasse sieht. Als haben diesem Baby nur die paar wenigen Monate gereicht, um ihm alle Lust am Leben auf dieser Erde zu nehmen. 

Die Kollegin war nicht gekränkt durch meine Äußerung, sondern stimmte nur zu "Ja, du gehst, wie du gekommen bist. Ohne Haare, ohne Zähne und mit Windeln um die Fott". 






Dienstag, 18. April 2017

Das haben wir uns verdient!

In dem Sinn, den ich meine, hat das Wort "verdienen" laut Duden als weitere Bedeutungen 

einer bestimmten Reaktion, Einschätzung o. Ä. wert, würdig sein; einer Sache aufgrund seines Verhaltens zu Recht teilhaftig werden

Wenn man mit offenen Ohren sein Leben lebt, hört man buchstäblich heraus, in wie vielen Köpfen das Wort "verdienen" mit der Nahrungsaufnahme verknüpft ist. Ich reagiere so empfindlich und getriggert auf derartige Äußerungen, dass ich mittlerweile bereits die Situationen antizipieren kann, in denen jemand in meinem Umfeld etwas derartiges sagen könnte, und mich entsprechend wappne. Nach unserer Wanderung am Sonntag wusste ich genau, dass beim Setzen an den Kuchen-Tisch die Bemerkung "Das haben wir uns jetzt aber verdient" fallen würde. Innerlich war ich diesmal also vorbereitet. Mit dem Kuchen hatte ich längst Frieden geschlossen, ich hatte Hunger und freute mich, ihn mit der Familie zu genießen.
Anders sieht es aus, wenn ich nicht nachverfolgen kann, was andere Menschen zu sich nehmen, wie viel Sport sie machen o.ä. und auf ihre Darstellung vertraue (schöner wäre es, mich ließe das kalt, aber das klappt noch nicht!) Trifft man sich abends für ein gemeinsames Essen, und jemand lässt völlig unbedacht, ohne böse Absicht verlauten "Das habe ich mir jetzt aber verdient, ich hatte ja kein Mittagessen/Frühstück/nichts als ein zuckerfreies Kaugummi heute", so benötige ich alles, wirklich alles an aufbringbarer Willenskraft, um meine Gabel nicht aus dem Fenster zu schleudern. In diesen Situationen blitzt dann sofort mein Mittagessen UND mein Frühstück vor meinen inneren Augen auf, und ich bin gut darin, im Umkehrschluss zu folgern: Dann habe ICH mir das wohl nicht verdient. Meistens schaffe ich es dann langsam aber sicher, mich auf mich selber zu konzentrieren. Ich muss mir dann sehr deutlich vor Augen führen, dass jeder Schritt zurück wieder unendlich viel Zeit und Kraft bedeutet, diesen wieder rückgängig zu machen. 

Fragen Sie nicht, wie das in der Fastenzeit ist...die tägliche Konfrontation mit dem Verzicht der anderen. Ein Spaß, sage ich Ihnen! Am liebsten sind mir da die Leute, die über sich selber lachen können. Ich habe zum Beispiel einen Kollegen, der Süßigkeiten fastet. Aber nur auf dem Sofa. Und nur wenn der Fernseher läuft. 😄 

Was mich auch immer wieder erstaunt und hilft, die Trigger-Situationen zu überstehen, ist, dass ich mittlerweile weiß, dass andere Menschen oft so wenig Gewicht auf das Essen legen, dass sie Mahlzeiten einfach vergessen. Als meine Schwiegermutter vor einigen Monaten abends beim Besuch bei uns verlauten ließ, sie habe den ganzen Tag nichts gegessen, bis auf zwei Kaffee mit Milch, stellte sich am Ende heraus, dass sie (T. hatte den Tag mit ihr verbracht!) nicht nur gefrühstückt hatte, sondern auch mittags ein belegtes Brötchen vom Bäcker gegessen hatte. Die wenigsten Menschen stellen absichtlich Lügen über das Essen in den Raum. Die wenigsten haben einen Grund zu so einem Verhalten. Für sie war das einfach "nichts". 

Gegessen und sofort vergessen. Bis ich das selber auch kann, bleibt nur: Trigger erkannt, Trigger gebannt. Meistens. 💪



Sonntag, 16. April 2017

Stressiger Start in einen schönen Tag

Mit der für heute als miserabel vorhergesagten Wetterlage konnte ich mir eine Wanderung trotz Feiertag und freier Zeit nicht so wirklich vorstellen. Aus diesem und anderen Gründen hatte ich frühzeitig verkündet, dem heutigen Wandern mit des Liebsten Mutter und Bruder fern zu bleiben, und einen gemütlichen Tag mit Fitnessstudio und Rumwurschteln zu Hause zu verbringen. Nach ihrer Wanderung hätte ich die drei dann mit Kuchen empfangen. Diese Planung warf ich dann heute morgen - spontan wie ich eigentlich nicht bin - um, nervte den weitestgehend geduldigen T. mit aufkommenden Stress und viel Hin-und-Her (ja, nein, doch nicht, oder doch, Frühstück hier oder da? Was zieh ich an?) und brachte auf Grund des Zeitmangels dann ihn ans Baiser, während ich duschte und Zeugs zusammensuchte. Das machte er ganz hervorragend, das Baiser. Besser hätte ich es nicht hingekriegt- vermute ich. Denn anders als der T. jetzt habe ich noch keinerlei Erfahrung im Baiser-Geschäft. Und wenn die Baiser-Haube zu dunkel geraten ist, dann ist das allein durch die auf lautlos gestellte Stoppuhr des iPad mich zu verantworten. Das Herausholen aus dem Ofen war dann nämlich mir übertragen worden, als der Liebste unter der Dusche stand. 

Zum gemeinsamen Frühstück kamen wir dann sogar pünktlich, was erstaunlich ist, da ich eine Stunde früher aufgestanden wäre, wenn ich vorher gewusst hätte, dass ich um 10 Uhr hätte dort sein wollen. Aber Stress ist sowas von nicht mein Ding. Da stehe ich mit größtem Vergnügen lieber früher auf. 




Die miese Wettervorhersage lag ziemlich daneben. Wir bekamen auf 13km rund ums Drei-Länder-Eck keinen einzigen Tropfen Regen ab, dafür aber immer wieder ein paar Sonnenstrahlen. Wer hätte das gedacht. Die Sonnenbrillen hatten wir ja müde lächelnd zu Hause gelassen. 





Gegen 16 Uhr kehrten wir dann bei uns ein und machten uns über den Kuchen her. Der war wirklich gut. Sehr fluffy durch das Baiser-Häubchen. Einzig der Krümelteig ist nicht absolut mein Ding. Ich bin einfach ein Fan von Mürbeteig. Aber insgesamt ein Erfolg. 





Es wäre schön, wenn sich Spontanität immer in so schönen Tagen auswirken würde. Dann würde ich das vielleicht öfter mal probieren!

 


 

Samstag, 15. April 2017

Ostersamstag

Achtung, hier folgt einfach nur ein simpler Bericht des heutigen Samstag zwischen den Feiertagen. Für Langeweile wird keine Haftung übernommen!

Nach dem Aufwachen bemerke ich schon, dass sich die auf der naheliegenden Straße vorbeifahrenden Autos für die Uhrzeit 07:00h verdächtig laut anhören. Ich hoffe zunächst, dass vielleicht auf Grund des Ostersamstag die Frequenz der Autos einfach höher ist als sonst und dies den Geräuschpegel erklären würde, werde dann aber beim Blick aus dem Fenster leider enttäuscht: Laute Autos heißen nun mal nasse Straßen, und so ist es auch. Also keine schöne Jogging-Runde, sondern ein Fitness-Studio-Gang. Bei Regen laufe ich auch gelegentlich, aber nicht bei 7 Grad. 

Im Fitnessstudio ist es voller als gewöhnlich, nach meiner Stunde da, geht es ab nach Hause. Während ich dusche, macht der Liebste Frühstück. 

Später besuchen wir den arabischen Supermarkt, den uns Roza und Nihad empfohlen haben. Auch in Urlauben liebe ich es, die fremden Lebensmittel in den Supermärkten zu erkunden. Wir sind seitdem wir in Aachen leben, auf der Suche danach, wie der AKL-Dip in unserem Lieblings-Imbiss wohl zusammengesetzt ist. Nach einiger Recherche dachte ich, dass er auf Tahini (Sesampaste) basieren muss. Daher packen wir Tahini als erstes in unseren Einkaufskorb. Aber auch Kichererbsen, Fladenbrot, Minze, Muhammara und spontan mariniertes Hähnchen aus der Frische-Theke kaufen wir. Eigentlich wollten wir heute Falafel machen, aber so eine arabische Marinade kann nicht schlecht sein. 
Da ist man einmal in einem anderen Stadtteil einkaufen, und ich laufe direkt dem nächtlichen Wächter und Saubermann aus meinem Fitnessstudio in die Arme. Morgens hatten wir uns noch dort gesehen. Er erzählt mir, dass er direkt um die Ecke wohnt. 




Zurück zu Hause steht Kuchenbacken an. Statt des Standard-Generationen-Rezepts für Käsekuchen, versuche ich heute einen, dessen Boden aus Kekskrümeln besteht. Premiere für mich. Die Quark-Creme bedarf keines Backens. Nur für die Baiser-Haube, die ich aber erst morgen mache, kommt der Kuchen zum Schluss noch kurz in den Ofen. Die Masse - mit Zitronenschale und -saft - schmeckt schon mal fantastisch. Der Bruder des Liebsten, der morgen auch zu Gast sein wird, ist ein passionierter Käsekuchen-Vernichter. Ihm mache ich besonders gerne eine Freude, auch wenn ich persönlich Käsekuchen zwar gerne mag, aber nicht als meinen Lieblingskuchen bezeichnen würde (Streuselkuchen!!). 




Der Nachmittag geht so recht schnell um. Zwischendurch beginne ich noch ein neues Buch: Morenga von Uwe Timm. Ich bin da zufällig drüber gestolpert und wann, wenn nicht so kurz vor unserer Namibia-Reise, sollte ich das lesen.

Abends verarbeiten wir die erstandenen Lebensmittel. Es gibt Fattousch, den libanesischen Salat - mit Fladenbrot und Minze versehen. Dazu das Hühnchen in Fladenbrot gerollt und mit Saucenauswahl.Leider kriegen wir trotz Tahini-Sauce keinen Dip hin, der Ähnlichkeit zum Akl-Dip hat. Es schmeckt uns aber trotzdem, besonders glücklich bin ich mit der Variante, das Fladenbrot mit Hummus einzustreichen, bevor Salat und Hähnchen darauf landen.




Jetzt hoffe ich, dass mir das Baiser-Häubchen morgen gelingt. Habe noch nie Baiser zubereitet!














Freitag, 14. April 2017

Es war ein schöner Tag.

Ich weiß gar nicht so recht, wie ich diesen Post beginnen soll. Den ganzen Dienstag war ich ziemlich aufgeregt wegen der bevorstehenden Einladung bei Roza. Insbesondere, wenn ich diejenige bin, die eine Veranstaltung, Verabredung o.ä. geplant hat, verstärkt sich meine Aufregung, weil ich mich dann eben auch noch dafür verantwortlich fühle, dass der liebste T. einen guten Abend hat. Normalerweise ist er die treibende Kraft, die dafür sorgt, dass wir ab und an gemeinsam Freunde treffen, auch wenn ich in letzter Zeit wieder langsam in Fahrt komme. 

Nach der Arbeit stand erst noch Impfen an, wofür ich zuvor noch den Impfstoff kaufen musste. Dann schnell zu Hause Umsteigen vom Auto auf´s Rad, um dann T. beim Arzt zu treffen. Normalerweise reicht mir solch ein "Stress" nach Feierabend schon aus. Stattdessen stand im Anschluss dann die Einladung auf dem Programm (was mir dann auch wieder zeigt, wie groß meine Fortschritte wirklich sind).

Schon auf dem Hinweg mussten wir lachen, weil wir, obwohl wie die Fahrräder schoben und zu Fuß schlenderten, schon 11 Minuten zu früh in der Straße standen, in der Roza und ihr Mann wohnten. So gingen wir noch eine Runde um den Block und - wie soll es sein - klingelten um Punkt 18 Uhr. Ja, peinlich. Aber da ich immer überpünktlich bin, der Liebste immer ein paar wenige Minuten zu spät ist, musste ja dann genau 18 Uhr bei rauskommen. 

Roza und Azad wohnen ganz oben und erwarten uns in der Tür. Und im Moment, in dem wir durch die Tür gehen, fällt alles an Aufregung von uns ab. T. bestätigt mir später, dass er es genauso empfunden hat. Nach dem gegenseitigen Vorstellen ergibt sich sofort ein Gespräch mit Azad. Wir reden über die wirklich geschmackvoll eingerichtete Wohnung, bestaunen einige kreative Details, erkennen Ikea-Lampen, die wir auch haben, und haben keine Schwierigkeit, Themen zu finden. Nachdem ich Roza jetzt einige Monate kenne, und immer wieder erstaunt bin, dass der Unterricht in der Schule doch so wenig Sprechkompetenz (schriftlich deutlich besser) mit sich bringt, ist die Lage bei Azad eine komplett andere. Man merkt, dass er in seiner Arbeit ständig Kundenkontakt hat, und im Laufe des gesamten Abends stolpert er vielleicht über 1,2 Wörter. Kennt aber wirklich alle komplizierten Begriffe aus dem Leben, Arbeitsleben etc, woran man merkt, dass er sich nach seiner Ankunft in Deutschland hier allein durchschlagen und mit "Vermietern", "Nebenkosten" und "Stundenlohn" klar kommen musste. Wahnsinn. Azad redet unbefangen über seinen Weg nach Deutschland. Über das Gefühl, das ihn damals überkam, als er - seit einigen Jahren im Libanon lebend - zum ersten Mal seit Beginn des Kriegs zurück in seine Heimat Syrien kam (und Schwierigkeiten hatte, das Land wieder zu verlassen auf Grund der Tatsache, dass für ihn als jungen Mann verschiedene Gruppierungen Verwendung gehabt hätten...). Endlich klären sich für mich ein paar Zusammenhänge, die mir bislang durch Roza nicht vollständig klar gemacht werden konnten. 
So vergeht sicherlich schon eine Stunde. Roza sagt nur ab und zu etwas, aber fühlt sich offensichtlich trotzdem einigermaßen wohl. Ich denke, sie kann der Unterhaltung folgen, da sie ab und zu Azad ein paar Details auf Kurdisch sagt, die er dann einfließen lässt.

Irgendwann steht Roza auf und fängt an, Essen von der Küche hereinzutragen. Ich folge in die Küche und sehe da erst, was sie alles vorbereitet hat: Es gibt eine große Schüssel Fattoush, Röllchen aus Blätterteig gefüllt mit Hühnchen und Bulgur-Bällchen, die Azad noch gemacht hat, als er von der Arbeit kam. Dazu eine frische Paprika-Joghurt-Sauce und Ayran. 

Als alles auf dem Tisch steht, setzen wir uns und Azad fängt an, uns die Teller vollzuladen. Er ist dabei so schnell, dass ich ihn erst stoppen kann, als mein Teller schon so voll ist, dass ich genau weiß, dass ich die Portion nicht schaffen werde. Aber alles ist unglaublich lecker und frisch, und ich geb mein bestes. Besonders die Minze im Fattousch macht etwas her, die Geschmacksnote ist so eine ganz andere.
Ich mampfe vor mich hin, und der schneller essende Liebste kriegt, sobald er mehr als die Hälfte seiner Portion gegessen hat, genau das gleiche noch einmal nachgeladen - trotz Protest! Später sagt er mir, dass er wirklich gelitten hat, da auch der erste Teller schon dicke gereicht hätte. ich hoffe so sehr, dass Roza und Azad uns wirklich glauben, wie lecker alles ist, wir betonen es mehrmals, auch wenn ich ein wenig auf dem Teller zurücklasse...

Wir helfen beim Abräumen (diesmal gegen den Protest von Roza) und sitzen dann wieder auf der Couch. Azad fragt, ob wir ihr Hochzeits-Video sehen wollen. Au ja ! Azad erzählt dabei ein bisschen von der Hochzeit, wie der Ablauf war, was es zu essen gab, etc. Es scheint alles sehr typisch kurdisch gewesen zu sein mit Catering nur für die Hauptspeise, das in der Regel Hähnchen ist, die Salate und Beilagen werden vom inneren Familienkreis beigesteuert. Die Feier fand in einem Saal statt und außer Essen wurde nur getanzt. Das 4-stündige Video zeigt von der 8 Stunden dauernden Hochzeit demnach auch in erster Linie tanzende Menschen, was aber ganz gut ist, da Azad und Roza uns so ihre Eltern und Geschwister zeigen können. Als ich Rozas Mutter verpasse zu sehen, sagt Azad "Macht nichts, gleich kommt noch eine Runde" 😁 Dem war auch so, und noch eine und ... 
Irgendwann wenden wir uns dem leckeren Kaffee zu (im arabischen Stil), der liebste T natürlich nicht, der kriegt Tee, und lassen die Hochzeit im Hintergrund zur musikalischen Untermalung weiterlaufen.  

Wirklich beeindruckt und zum Nachdenken angeregt hat mich die Natürlichkeit, mit der Azad und Roza ständig Familienmitglieder bei sich zu Besuch haben, manchmal über Tage, manchmal über Wochen. Umgekehrt hat Azad nach seiner Ankunft in Deutschland auch 6 Monate bei einer seiner Schwestern gewohnt. Auch wenn das klischeehaft ist, scheint es einfach normal zu sein in arabischen Ländern. Und wird sicherlich auch noch verstärkt, wenn man sich in einem neuen Land zurecht finden muss und das Glück hat, Familie dort vorzufinden. Wir sind die ersten deutschen Gäste der beiden, und ich hoffe sehr, dass wir ihnen nicht total seltsam vorkamen. Dass wir pünktlich um 18 Uhr klingelnd an der Tür standen, war sicherlich schon die erste Merkwürdigkeit für die beiden. Was sonst noch haben wir gesagt und gemacht, worüber sie grübeln, sich wundern oder lachen, als wir gegangen sind? Für uns war der Abend "normaler" als wir erwartet hätten. Abgesehen von der Sprachbarriere, die mit Roza noch besteht, hätte es auch ein Abend bei deutschen Freunden sein können. Wir haben uns sehr, sehr wohl gefühlt. 
Besonders gut getan hat mir zu sehen, dass Roza so einen liebevollen, offenen und intelligenten Mann an ihrer Seite hat. Mit ihren 22 Jahren kommt sie mir so unfassbar jung vor, da ist es beruhigend zu wissen, dass sie eine Stütze in ihrem Mann hat. 

Seitdem wir aus der Tür gegangen sind, überlege ich übrigens, was wir kochen, wenn wir die beiden einladen.

Als ich im Bett liege, erhalte ich von Roza auf mein nochmaliges Dankeschön per whatsapp die Antwort "Es war ein schöner Tag".





Mittwoch, 12. April 2017

12 von 12 im April

Ich bin es überhaupt nicht gewohnt, bei meinen Handy-Schnappschüssen auf Qualität oder auf Persönlichkeitsrechte anderer Menschen zu achten, daher ist 12 von 12 eine echte Herausforderung für mich. Denn auch wenn ich am Tag ein paar mal in der Gegend rumknipse, heißt das noch lange nicht, dass dabei vorzeigbare Bilder bei rumkommen. Bitte verzeihen Sie mir daher ein 12 von 12, das an Alltäglichkeit nicht zu übertreffen ist (gestern hätte ich mehr zu erzählen gehabt!).
 
Die Nacht war eine ziemliche Katastrophe. Die Tollwut-Impfung hat sich gegen Mitternacht bemerkbar gemacht mit Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Als der Wecker klingelt, merke ich, dass ich anscheinend irgendwann doch noch eingeschlafen bin. Ich bin sehr müde, die 10 Minuten Yoga helfen auch nur bedingt. Zum Wachwerden im Bad daher einer meiner Lieblings-Podcasts.

Diese Kette, die meine Schwester mir überlassen hat, liebe ich über alles. Auf unifarbenen Langarmshirts macht sie echt was her.

Auf dem Weg zur Arbeit lasse ich den gestrigen Abend Revue passieren. Wie froh ich bin, dass ich die Erfahrung machen durfte, bei syrischen Mitbürgern eingeladen zu sein.Ich bin noch so geflasht von der Gastfreundschaft, daher erlaube ich mir ein Foto von gestern



Auf der Arbeit zum Wochenplanungs-Meeting ein Kaffee aus der guten Jura-Maschine, die es nur im Hauptgebäude gibt. 




Mir fällt auf, dass ich im bunten Kaffeeschrank immer zur petrolfarbenen Kaffeetasse greife, seitdem ich im Winter einen Pullover trug, der den absolut identischen Farbton hat. 


Mittagspause. Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Auf diesem Blog wird es noch viele Bilder von Broten mit Frischkäse und Gurke oder Tomate zu sehen geben. 


Nach Feierabend, tanken, ein paar Besorgungen wird zu Hause noch der Wochenputz erledigt. 


Und jetzt richtiger Feierabend. Diese Woche gibt es die ZEIT wegen des Feiertags schon einen Tag früher (digital ja regelmäßig sogar noch mal einen Tag früher, sodass ich sie theoretisch schon gestern hätte lesen können). Jetzt habe ich aber endlich Zeit für die ZEIT und beginne wie immer mit meinem Ritual "Was mein Leben reicher macht". Bei diesen Beiträgen wird mir immer ganz warm ums Herz.



Es hat wieder nicht ganz gereicht. Das hier ist 9 von 12. Seit ein paar Tagen habe ich wieder mehr Lust, Klavier zu spielen, bleibe aber immer bei meinen All-time-favorites. Ich überlege, mir die Klaviernoten von Rammstein zu kaufen, die kürzlich veröffentlicht wurden.











Dienstag, 11. April 2017

Mittagspausen-Gedanken zur Abendplanung



Wir sind heute bei meiner Syrerin eingeladen. Ich bin so aufgeregt aus den verschiedensten Gründen.  Roza und ich haben uns ja langsam eingegroovt und eine Ebene der Kommunikation gefunden, aber gemeinsam mit ihrem Mann und meinem Liebsten wird das sicherlich noch mal eine ganz andere Atmosphäre. Auch wenn ihr Mann wohl recht gut Deutsch spricht, vermute ich, dass es immer noch Sprachbarrieren geben wird. Zumindest wird man nicht einfach so vor sich hinplappern können während des Essens, wie man es normalerweise machen würde, um die Stimmung zu lockern. Alleine schon die Auswahl der Themen… die aktuelle Situation dieser Tage in Syrien nicht anzusprechen, ist zwar, als würde man den hellblauen Elefanten im Raum ignorieren, aber dennoch weiß ich nicht, ob ich von mir aus das Thema suchen würde. Zu der Komplexität sich hierzu zu äußern, kommt ja auch hier wieder die Schwierigkeit, das gemeinte auch so zu transportieren, dass es richtig verstanden werden kann.

Bleibt das Essen als Gesprächsthema. Womit wir beim nächsten Grund für meine Aufregung wären: Ich weiß absolut überhaupt gar nicht, was es geben wird. Ich habe Angst davor, dass mir ein Teller aus Höflichkeit vollgemacht wird und das Verneinen eines Nachschlags als unhöflich empfunden wird. Ich bin mir sicher, dass Roza sich viel Arbeit machen wird und hoffe auf viele Kleinigkeiten wie Hummus, Weinblätter, etc., an denen ich mich frei bedienen kann.

Immerhin bin ich so weit mittlerweile, dass ich mich trotz dieser sehr präsenten Ängste auch freuen kann. Ich bin neugierig, wie Roza lebt, wie sie sich als Gastgeberin verhält, und auf ihren Mann. Nebenbei bin ich froh, dass  ich – im Gegensatz zu vielen anderen – im Zweifelsfall wirklich mal meine Erfahrungen zum Thema Integration von Flüchtlingen äußern könnte. Im real life hatte ich da bisher allerdings keine Lust zu.

Ich hoffe auf Fußball als erstes Ice-Breaker-Thema zwischen dem Liebsten und Rozas Mann.

Drücken Sie mir die Daumen.




Sonntag, 9. April 2017

Extra-Geburtstag

Einmal im Jahr habe ich meinen eigenen kleinen Feiertag. Meistens bleibt er gänzlich unbeachtet, manchmal erinnere ich mich erst im Laufe des Tages, wenn ich das Datum irgendwo geschrieben sehe. Seit sechs (?) Jahren ist das Datum auch der Hochzeitstag meines Bruder, so ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass ich den Tag zumindest in einem kleinen Teil meines Kopfes zur Kenntnis nehme, und wenn es nur "Ah ja, der neunte April" ist. Heute hat aber sogar meine Schwester dran gedacht und mir Grüße gesendet zu meinem "Extra-Geburtstag". Wenn ich so darüber nachdenke ist es wirklich seltsam, dass ich ausgerechnet mit dem Überbleibsel der Herz-OP am 9. April vor nunmehr 26 Jahren nie gehadert habe. Dabei gibt es so gut wie keinen Körperteil, keinen Quadratzentimeter meines Körpers, der nicht im Laufe der Jahre einmal (oder öfter) schon extremer bis exzessiver Analyse auf Normalität unterlegen hätte. 
Aber diese echt nicht allzu kleine Narbe, geschätzte 15cm lang (ich habe nie gemessen!), die aus quasi jedem Shirt nach oben herauslugt, ganz zu schweigen von freizügiger Kleidung oder Bikinis, hat mich nie nie nie gestört. Nicht ein einziges Mal habe ich mir gewünscht, sie wäre nicht da. Ob das daran liegt, dass ich keine Erinnerung an eine Zeit ohne sie habe? Witzigerweise bezieht sich nämlich meine erste zuordbare Erinnerung auf das Spielzimmer im Kinderherzzentrum Bad Oeynhausen, wenige Tage vor der OP zwischen Voruntersuchungen und Blutabnehmen, mit Bauklötzen spielend und mit meinem Walkman Rolf Zuckowskis "Ich schaff das schon" in Endlosschleife hörend. Auch wenn ich vermute, dass mir ein kluger Erwachsener damals dieses Lied zur Hymne gemacht hat, find ich, dass das für ein 3-jähriges Kind schon ziemlich cool ist 😎. Jedenfalls, wenn das meine erste Erinnerung ist, ist das wohl die einzige, in der ich noch keine Narbe hatte, und es ist insofern kein Wunder, dass sie von meinem Gehirn so akzeptiert wurde wie ein Arm oder ein Ohr.
Daher bin ich immer noch etwas überrascht, wenn ich von Menschen, die ich noch nicht lange kenne, auf die Narbe angesprochen werde. Lustig finde ich, dass es eine gewisse Zeit dauert, weil gerade Männer damit ja zugeben müssen, mir auf die Brust gestarrt zu haben. Aber irgendwann gewinnt dann doch die Neugier, was ich übrigens völlig ok finde. 
Auch wenn ich trotz jahrelanger Gewissheit, Medizin studieren zu wollen, dies letztendlich nicht getan habe, aber mit vollem Bewusstsein jetzt in der Medizintechnik gelandet bin:
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich sehr gerne einmal bei einer ähnlichen Herz-Operation live dabei sein - und mir im Anschluss erklären lassen, was sich in den vergangenen über 20 Jahren an der Technik getan hat.
 
 
 

Samstag, 8. April 2017

Brief. Nie gesendet wegen sinnlos

Einmal noch schreiben. Ein letzter Versuch. Nur einmal zu dir durchdringen, etwas bewirken, eine ehrliche Emotion. Dich wütend sehen, verletzt. Zeig offen deinen Neid, dein Bedauern über alles, was du verpasst hast. Egal wie du bist, sei einfach mal ehrlich. Sei wütend über meine Absage, oder traurig. Ich weiß, du denkst, ich will dich bestrafen oder bloßstellen. Eine Tochter, die dich nicht sehen will. Du darfst doch traurig darüber sein, dass hier und jetzt für mich nur meine Liebsten zählen - und meine Gesundheit. Stattdessen strafst du jetzt die andere Tochter, als sei sie allein nicht genug Grund für einen Deutschlandbesuch? Denkst dir Ausreden aus, die nur eines zeigen: Du hast Angst, dass nach allem, was passiert ist, hier keiner mehr mit Luftballons am Flughafen stehen wird.

Ehrlichkeit. Oh ja, zwei, drei Mal...Erinnerst du dich? Wenn du nachts alleine auf dem Wasser saßt, alles schwarz um dich. Du hattest Angst, oder? Meine langen E-Mails, in denen ich dir  Anekdoten aus meinem Leben erzählte, die dich so lange schon nichts mehr angingen, hielten dich in diesen Stunden der Nachtwache über Wasser - buchstäblich. Er verstand deine Angst nicht, ich schon. Deine Antworten erwartete ich voller Hoffnung, da kam etwas durch, von mir an dich und umgekehrt. Wieder im Hafen mit Boden unter dem Füßen, war keine Zeit mehr. Ich schrieb dir zwischen Schlafen, Arbeit, Schlafen. Du fandest keine Zeit zwischen...Aufwachen und Schlafengehen? Nein, was du schon gestern auf deinem Blog für jeden veröffentlicht hast, musst du mir heute nicht mehr als Mail schreiben. Du vergaßt den Namen meiner besten Freundin, wichtige Termine, immer wieder. Reaktionen auf mein Erlebtes blieben die Ausnahme. "Spar dir das", wie gern hätte ich dir das gesagt. Aber ich wusste, das wäre das Ende unserer E-Mails, und wie hätte ich das ausgehalten? 

Ich habe die Kontrolle jetzt wieder, der einzige Weg war, dich vollständig auszusperren. Wie ruhig es ist - ganz ohne dein unkontrollierbares Handeln, ohne dein ständiges Austeilen gegen alle, ohne das ständige Hoffen. Mir tut es Leid für dich. Einer deiner Lieblingssprüche war "Sag niemals nie", - und du hast "immer" gesagt. "Für immer bin ich weg", sagtest du. Du hast verlassen, jetzt bist du verlassen. Ich wollte dich mit offenen Armen empfangen, dir Kraft geben in den zwei Monaten, die du in Deutschland warst. Dabei brauchte ICH doch Kraft, so viel Kraft, und blieb ausgezehrt zurück. Die Kraft ist zurück, an mir zehrt jetzt nur noch das Leben in dem Maße, wie es das darf. Das habe ich nämlich wieder. 

Bist du Thema? Ja, das wirst du bleiben. Aber nur ganz bewusst, mit Vernunft, wie ein Untersuchungsobjekt. Du wirst nicht mehr still und heimlich in meine Gedanken kriechen und mir Fragen unterschieben, die sich eine Tochter nie stellen sollte. 
Mittlerweile macht mir dieses Analysieren beinah Spaß. Ich erkenne deine Muster, selbst aus der Ferne, nur über Ecken erzählt. Akzeptiere zugleich in meinen Reaktionen die Impulse, beim geringsten Anlass über das "Was wäre wenn doch..." nachzugrübeln und das Gefühl von Hoffnung zu hegen. Ich weiß, das geht vorbei. Ich weiß, die Hoffnung bezieht sich auf etwas, das ich längst bei anderen Menschen gefunden habe.

Mittwoch, 5. April 2017

WMDEDGT 4/2017

Meine zweite Teilnahme beim WMDEDGT von Frau Brüllen. Heute in der total langweiligen Arbeitstag-Version. Frau Brüllen hat die Regeln geändert, erst ab 17 Uhr wird heute das Eintragen möglich sein, um ein bisschen Schwung in die Reihenfolge der Eintragenden und das Klickverhalten der Leser zu bringen. Aber auch wenn ich beim letzten Mal sehr weit hinten in der Liste stand, hat sich der Eintrag auf die Klickzahlen ausgewirkt, siehe Bild. Ich sehe gerade schon vor mir, wie erfahrene und langjährige Blogger angesichts der 2-bis 3-stelligen Zahlen vor sich hin grinsen. Aber egal. Ich freue mich über jeden einzelnen, der sich hierher verirrt.


Jetzt aber los mit meinem Tag


05:45
Beim Weckerklingeln merke ich schon, die Bauchschmerzen sind über Nacht nicht verschwunden. Dementsprechend muffelig stehe ich auf. Bauchschmerzen nach Mahlzeiten zu entwickeln, gehört ja zu den Standard-Features meines Körpers. Für gewöhnlich beruhigt sich das spätestens über Nacht. Außer heute. Genervt arbeite ich das Programm ab mit Duschen, Fönen, Anziehen, Liebsten wecken, Kaffee, Frühstück einpacken.


06:45
Sie wissen ja, spontanes Umentscheiden ist nicht so mein Ding. Und vielleicht wird meine Laune  ja auch noch besser, wenn ich mich aufs Rad schwinge. Ich denke sogar an meine Handschuhe, juhu, am Montag haben meine Hände so geschmerzt, als sie im Büro wieder aufgetaut sind.
Tatsächlich bessert sich meine Stimmung schon auf den ersten Metern: Ich sehe erst einen daher hoppelnden Hasen, höre unseren “Haus-Specht” (diesen hören wir ständig: auf dem Balkon, beim Joggen, beim Spazierengehen, etc. nur gesehen haben wir ihn noch nie!), und rieche die Lambertz-Fabrik. Mit allen Sinnen quasi.
Ich denke über ein Gespräch nach, das ich gestern mit einem klugen Menschen geführt habe, und bin immer noch erleichtert, dass diese Person meine Deutung des Verhaltens eines Menschen bestätigt. Es ist so viel einfacher, wenn ich mit meiner Vernunft an so etwas herangehe und Verhaltensweisen so einordnen und von mir abgrenzen kann.


07:00
Erst nach etwa der Hälfte des Weges ins benachbarte Arbeitsstädtchen wird es ungemütlicher, lauter und verkehrsreicher. Dass ich zur linken die Autobahn habe, während rechts nur wenige Meter von mir Kühe grasen, ist ein ganz gutes Symbol für unsere Wohnlage.


07:15
Angekommen. Wie immer die erste im Büro. Ich bin froh, dass die Produktion (und auch die Wawi) um 6:00 Uhr anfängt, und ich somit vermutlich niemals hier ganz alleine sein werde, da hätte ich echt Angst. Meine Arbeitsroutine beginnt: PC starten, Wasser holen, E-Mails checken. Ich bearbeite eine dringende Kunden-Sache. Bis 9 Uhr trudeln tröpfchenweise die Kollegen ein. Bis 10 Uhr schreibe ich einen Report weiter. Gefrühstückt wird auch, mein Bauch findet das nur so mittel. Um 10 Uhr habe ich mit meinen Teamkollegen das Wochenplanungs-Meeting, in dem wir die kurzfristige Planung der Laboranten vornehmen. Das geht heute sehr flott. Dann Kaffee und weiterarbeiten.


12:15
Mittag. Wie immer Brote mit Frischkäse und Gurke (gestern hatte ich ein Vollkornbrötchen, auf diese Abwechslung war ich sehr stolz). Und diesen Beitrag schreiben. 

15:00
Wurschtel, wurschtel, wurschtel. Kaffee. Wurschtel, wurschtel.

17:15
Ich bin zu Hause. Der Rückweg brachte Gegenwind mit sich und auch insgesamt ist meine Laune immer noch nicht übern Berg. Zum Abschluss noch ein sehr unbedachter Kommentar eines Kollegen, wie ihn Männer unter Männer bringen. Manchmal wünsche ich mir: Wenn nur alle Menschen daran denken könnten, wie sie in ihrem sensibelsten Thema (egal was: Sex, Geld, Sport, Körper, Liebe, Krankheit, Ehe, Kinder,...) gerne behandelt werden würden, und dann einfach annehmen könnten, dass jeder Mitmensch, jedes Gegenüber eine solche Schwachstelle hat, die man nicht unbeabsichtigt (von beabsichtigt will ich nicht mal sprechen) angreifen möchte. Das würde so viel bewirken!
Aber ich schweife ab, Frau Brüllen will hier nur fertige WMDEDGT-Beiträge sehen, wenn sie freischaltet, zackizacki.

17:30
Dass ich gestern Abend schon das Gemüse geschnippelt habe, ermöglicht es mir nun, nur noch alles in die Pfanne werfen zu müssen. Warum muss das heutzutage eigentlich "mealprep" heißen? 
Während die Nudeln kochen, staubsauge ich noch, und schreibe das hier weiter.

19:00
Der Liebste ist noch immer nicht da. Eigtl. hatte ich ja gehofft, das würde besser nach Abgabe der Diss. Das scheint noch nicht so richtig der Fall zu sein. Aber gleichzeitig freue ich mich für ihn, dass er viel Verantwortung trägt und spannende Projekte leitet.
Ich lege also noch schnell eine Putz-Runde ein. Normalerweise staubsauge und putze ich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, damit sich der Nervigheits-Grad in Grenzen hält.

19:30
Da isser endlich! Ich habe ihm mal wieder viel zu viele Nudeln aufgetischt. Er hält sich aber tapfer. Derweil führe ich ihm meinen neuen Hut vor, den ich für Namibia gekauft habe. Mein erster Hut. Ich mag ihn. 

20:30
Viel passiert nicht mehr hier. Es läuft wahrscheinlich auf eine Folge House of Cards hinaus... 

Montag, 3. April 2017

Wunderwerk Deutsch

Es gibt ja dieses recht bekannte Comic, das vor ein paar Jahren rumging und in dem gezeigt wird, wie schmerzhaft die deutsche Sprache für allerwelt Ohren ist. Ausgerechnet am zartesten Geschöpf dieser Erde wird dies nachgewiesen: 

Farfalla

Papillon

Mariposa

Butterfly

Na? Spürt man da nicht geradezu die zarten Flügelchen des ...SCHMETTERLING !!! Bumms. So war es bewiesen und über Facebook und andere Netzwerke in alle Welt verkündet: Die deutsche Sprache ist hässlich, hart und lässt es in den Ohren nachklingeln*. 
Als deutsche Muttersprachlerin kann man diese Einschätzung von außen ja nur glauben. Die Sprache, in der man sein erstes Wort sagt, später Liebesschwüre hört, mit Freundinnen beim Kaffee philosophiert und und und, bleibt nun mal für das Ohr die vertrauteteste, und somit ist die Subjektivität der Einschätzung von Sprachmelodien quasi in die Wiege gelegt. Es wird aber wohl was dran sein, immerhin sind in fremdsprachigen Filmen die Bösen immer deutsch, damit sie auch bloß auf Deutsch wüten können. Auch ein kurzes Googlen ergab, dass Deutsch besonders reich an Konsonantenclustern sei, was ich jetzt erst mal als Bestätigung sehen würde. 

Aber heute, ha! Heute wurde ich daran erinnert, wie schön bildhaft die deutsche Sprache sein kann. In einer Wortschatzübung mit Roza anhand von Bildern kam das Wort Schneebesen vor. Wie verwirrt muss man sein, wenn man als Ausländer das Wort Schnee oder Besen oder schon beides einzeln kennt, und dann aber über das Wort Schneebesen stolpert....
Roza kannte das Wort Schnee, Besen noch nicht. Meine mickerigen Zeichenversuche reichten immerhin aus, um die Kette von Ei, Eischnee über Schnee und Besen zu spannen. Roza verstand und grinste.



Ich denke, dass das im Kopf bleibt. Auch wenn es zugegebenermaßen nicht das deutsche Wort ist, dass man alltäglich braucht, aber immerhin einprägsam. 


* Ich fand gerade noch Luxemburgisch: Päiperlek - das klingt doch noch schlimmer oder?


Samstag, 1. April 2017

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück...

Die Idee ist, Herausforderungen so zu selektieren, dass sie nach dem Bestreiten als positiv abgespeichert werden können. Selten habe ich einen besseren Rat bekommen und so versuche ich ihn, so oft es geht, umzusetzen. Auf diese Weise habe ich mir in den vergangenen zwei Jahren die ein oder andere No-Go-Area zurück in mein Leben gezerrt geholt, sei es, Einladungen bei Freunden wieder wahrzunehmen, das Autofahren, etliche Lebensmittel, Restaurantsbesuche, etc.Der resultierende Stress in der jeweiligen heausfordernden Situation ist real, und nicht selten körperlich. Das bedeutet leider auch, dass er auch körperlich ausgehalten werden muss. Das macht nicht wirklich Spaß und ist anstrengend, sodass man gut daran tut, diese Herausforderungen sorgsam zu dosieren.
Das wichtige ist eben, dass die Erfahrung am Ende als erfolgreich durch mich bewertet werden kann. Ist das nicht der Fall, ist das Geleistete nicht nur sinnlos sondern sogar mit negativen Folgen verbunden. Auch ein fremdes "Gut gemacht" wird eher missinterpretiert statt angenommen.
Das Ziel von Anfang an muss also sein, dafür zu sorgen, dass die Aufgabe eben für mich ein Erfolg wird. Das hat nichts mit Selbst-Betuppen zu tun, indem ich mir nur die Aufgaben raussuche, die nur scheinbar Herausforderungen wären, sondern es handelt sich um eine strategische Annäherung an immer größere Aufgaben, denn jede einzelne kostet Kraft und hat somit ihre Zeit und ihren Ort.

Danach bewertet war dieses Wochenende ein Mitteldings, insgesamt und mit ein paar Stunden verschnaufen gestehe ich mir aber zu, dass es wohl immerhin zwei Schritte vorwärts und nur einer zurück waren. 

Der Vorwärtstrend
  • Gäste zu Besuch haben
  • Gäste zu Besuch haben über Nacht
  • Gäste zu Besuch haben mit zuckersüßen Kindern, wohlwissend, dass diese meine Ordnungs- und Sauberkeitsansprüche innerhalb von Sekunden über den Haufen werfen würden
  • Dementsprechend auszuhalten, dass man bei jedem zweiten Schritt am Boden kleben bleibt, dass Playmobil an allen erdenklichen Orten liegt, dass Din A4 Blätter in kleinstmögliche Fitzel gerissen, als Geschenke an alle Anwesenden verteilt werden inkl. Luftzug beim Öffnen des Fensters..., die Küche nicht auf der Stelle nach dem Essen aufzuräumen, sondern mit den Hufen scharrend gemütlich sitzen zu bleiben und und und
  • Mehrere gemeiname Mahlzeiten
  • Wirklich, wirklich Freude zu haben an der netten Gesellschaft 
  
 

 Die Einschränkung

  • Der Plan, den Ausflug in die Stadt mit den Gästen zu nutzen, um spontan wie seit 2 Wochen in meinem Kopf hin und her diskutiert, meine gerne als Abendessen verspeiste Lieblings-Nr. 21 (mit mehr Dip aber ohne Käse) auch mal als Mittagessen zu versuchen, war in der Umsetzung dann erstaunlich schwierig. Die ursprünglich formulierte Challenge "warmes Mittagessen mit Freunden" entpuppte sich dann als "warmes Mittagessen mit Freunden unter Zeitstress im Gehen und Stehen aus der Alufolie", und war somit - auch unter dem allgemein erhöhten Stresspegel des Wochenendes - wirklich zu viel. 
Ach, who cares, abgehakt. Zwei Schritte voran! Mindestens.