Montag, 20. März 2017

Einfacher!

Es ist ja so. Auf einfache Entscheidungen erhält man in den meisten Fällen sehr schnelles Feedback: 

Gehe ich über die Straße, obwohl Rot ist? - Autsch oder nicht autsch. 

Schnibbel ich die Gurke noch aufs Brot, obwohl die eine Ecke schon etwas matschig ist und Schimmel nicht vollständig ausgeschlossen werden kann? - Toilette oder nach wenigen Minuten hat man schon vergessen, dass da evtl. was mit der Gurke nicht gestimmt hat (Hatte die Situation bereits 2-3 mal mit meinem mittäglichen Brot, auf das ich mir immer Gurke schnippel in der Büroküche. Immer gut gegangen bisher. Sollte es mal nicht gut gehen, hoffe ich, dass das Feedback nicht ganz so unvermittelt kommt, sondern gerne erst nach Feierabend!)

Fisch oder Fleisch im Restaurant? - Zufriedenheit und ich esse meinen Teller leer oder Totaler Futterneid und der Teller des Liebsten ist mein Ziel.

Es gibt für mich aber die andere Gruppe von Entscheidungen, die man trifft und gleichzeitig weiß, dass man sich sehr lange damit plagen würde, wie es wäre, hätte man sich anders entschieden. Angeblich unterliegt der Mensch dem Commitment Bias (zufällig erst kürzlich in einem Ted Talk gehört), der dazu führt, dass wir für gewöhnlich zu einer Entscheidung, ist sie erst mal von uns getroffen, umso mehr stehen. Wir müssen uns ja ab diesem Zeitpunkt ein Leben lang dafür auch vor uns selber rechtfertigen. Bei mir wirkt der aber irgendwie nicht so gut.  Vielmehr startet bei mir sofort nach einer Entscheidung der Prozess in meinem Kopf, der die Folgen der eben nicht getroffenen Entscheidung plötzlich als viel schöner, süßer, funkelnder und vernünftiger erscheinen lässt.
Und weil ich das weiß, bin ich eben seeeehr schlecht darin, Entscheidungen zu treffen. 

Und auch wenn ich bei einer kürzlich getroffenen Entscheidung die meiste Zeit schon wusste, dass es die richtige gewesen war, hatte ich mich dennoch schon damit abgefunden, auch hier wieder für seeeeehr lange Zeit immer und immer wieder darüber sinnieren zu müssen, was gewesen wäre, wenn doch ...? Der Prozess wurde heute kurz und knackig mit dem Eingang einer E-Mail beendet, in der so viel kindischer Trotz zum Ausdruck kam, dass ich jetzt umso besser und mit größter Bestimmtheit weiß, dass meine Entscheidung die einzige richtige gewesen ist. Und plötzlich hat mein Kopf wieder sehr viel freie Kapazitäten für andere Entscheidungen. 
Und jetzt...? House of Cards, eine Runde Camel Up oder Lesen? Hmmm....



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen