Donnerstag, 22. Juni 2017

Puh...

...ich wette, Sie haben ein aus tiefster Seele herausgestoßenes "Puh" heute schon ein paar mal öfter gehört. Von den Kollegen, in der Schlange beim Bäcker, oder Sie haben sich selber beim "Puh"-Schnaufen zugehört bei den drei Metern zwischen Haustür und Auto? 
Meiner morgendlichen Laufrunde, die bei 23 Grad auch schon an Quälerei grenzte, ist vermutlich zu verdanken, dass mein Kreislauf zumindest im Vormittag noch halbwegs stabil war. Ab 14 Uhr verabschiedete der sich dann wegen Hitzefrei, und meine Laune dachte sich: "Allein bleib ich hier auch nicht" und ging ebenfalls stiften. 
Als ich nach Feierabend dann im Supermarkt stand, nur zwei Minuten nachdem ich noch das Gefühl gehabt hatte, innerlich zu verdampfen und äußerlich zu zerfließen, griff ich nach dem Joghurt, sah die Gänsehaut auf meinen nackten Armen und ertappte mich dabei, wie ich dachte "Puuuh, kalt". Das leichte Frösteln breitete sich dann während des Einkaufs in eine Frier-Attacke aus, wieder draußen dauerte es aber auch nicht soooo lange, also eher so 2 Minuten, bis ich mich zurück zum Joghurt wünschte.
Oh ja, ganz offensichtlich bin ich wirklich eine von denen, denen es heute zu heiß, morgen zu kalt, mal zu schwül, mal zu nass ist. Meine Wohlfühltemperatur liegt irgendwo zwischen 21 und 23 Grad Celcius (wobei zu einer präzisen Spezifikation ja noch die entsprechende Luftfeuchte gehörte, aber das ist ein anderes Thema), und bei zu starker Abweichung hat mein Körper ein paar Special Features. Blaue Füße und weiße Finger bei <15 Grad sind Standard und Sie ahnen nicht, wem ich in Anbetracht dessen schon alles erklären musste, dass ich nicht in der nächsten Sekunde abnippele (einmal sogar dem Anästhesisten, der sich weigern wollte, mich in die Narkose zu überführen und sich erst nach viel gutem Zurede meinerseits bereit erklärte). Ist es dagegen ein paar Grad zu warm, schlägt´s mir echt auf den Kreislauf und den Energiehaushalt (und meine Füße werden hässlich lila/rot).
Trotz alledem habe ich über Jahre mir selber und meinem Umfeld erzählt, wie sehr ich die Wärme liebe, dass es mir nicht heiß genug sein kann. Und Schatten? Brauch ich nicht.
Immerhin weiß ich ja seit... immer, dass alle Bekannten und "Freunde" meiner Eltern, die nicht wie wir dreimal im Jahr in die Sonne an den Strand geflogen sind, den Schatten bevorzugten oder über die Wärme stöhnten, Langweiler, Stubenhocker, Bei-Sonne-Fernseh-Glotzer waren.

Wissen Sie was? Ich ziehe jetzt die Rollos runter und gucke Fernsehn. Obwohl die Sonne erst in einer halben Stunde untergeht.






 

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